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Luis` folgenreiche Streiche II

…Fortsetzung zu „Luis` folgenreíche Streiche“…

Der erste Morgen begann noch im Dunkeln. Es war nicht einmal sechs Uhr, als Luis vom schrillen Weckton seines Weckers aufgeschreckt wurde. Der Flur war kalt, seine Augen brannten vom Schlafmangel und alles in ihm schrie danach, sich einfach wieder umzudrehen. Doch die Worte von Direktor Obermaier hallten noch immer in seinem Kopf: „Jeden Tag, pünktlich. Keine Ausreden.“ Also stand er auf, zog sich in der Dämmerung um, schlich an den schlafenden Zimmergenossen vorbei und marschierte zum Küchentrakt. Zwei Wochen Strafarbeit in der Hauswirtschaft lagen vor ihm.

Dort wartete schon Herr Gruber, der Küchenchef. Ein Hüne von einem Mann, mit dunklem, kurzem Haar und einem Gesicht wie ein Schneidbrett – scharfkantig, hart, kein Lächeln in Sicht. Seine Stimme war so rau wie ein alter Schleifstein und sein Blick traf Luis wie ein Hammer auf Stein. Früher war der Küchenchef für die Truppenküche in der Armee zuständig gewesen und hatte hunderte von Soldaten täglich verpflegt. Genau so war auch der Ton in der Küche. „Du bist der Neue“, brummte Gruber. „Steh nicht rum. Schürze da drüben. Hände waschen. Dann zu mir.“ Luis tat, was man ihm sagte – unsicher, aber bemüht. Doch das reichte nicht. Gruber war keiner, der halbe Sachen duldete.

Die ersten Tage waren die Hölle. – Kartoffeln schälen. Stundenlang. Die Finger schrumpelig, die Handgelenke müde. Dann Zwiebeln schneiden – Tränen in den Augen, Nase laufend, der scharfe Geruch in allem, auch in den Klamotten. Töpfe schrubben, Böden wischen, die Fettflecken wollten einfach nicht verschwinden. Und wehe, ein Lappen lag falsch oder ein Messer nicht an seinem Platz – Gruber war sofort da. Still, drohend, mit dieser Art von Blick, der mehr sagte als hundert Worte. „Wenn du schlampst, essen die anderen deinen Dreck mit“, war einer seiner Lieblingssätze.

Luis versuchte anfangs, sich durchzuwinden. Mal arbeitete er langsamer, mal vergaß er „versehentlich“ eine Aufgabe. Doch Gruber merkte alles, kein Fehler blieb unbemerkt und er fand immer noch schlimmere Strafarbeiten, die Luis zu erledigen hatte. Am vierten Tag hatte Luis genug. „Nochmal von vorne.“, brummte Herr Gruber knapp und schüttete Luis die ganze Ladung Kartoffeln nochmals auf den Tisch, die er nur unsauber geschält hatte. „Was soll das bringen? Ich bin nicht zum Koch geboren!“, hatte er wütend herausgeschleudert und warf den Küchenschäler quer durch die Küche.

Gruber fackelte nicht lange, ergriff ihn am Schlafittchen und zog ihn mit sich hinüber zur Küchenschublade. Mit der freien Hand öffnete er die Schublade, angelte sich den Kochlöffel und klemmte sich Luis unter den anderen Arm. Dann begann er dem zappelnden Übeltäter kräftig den Hintern zu versohlen. Luis jaulte schon beim ersten Treffer auf. Die Strafe von Herrn Obermaier lag zwar schon einige Tage zurück, doch die Striemen waren noch immer gelbgrün auf seinem Hintern sichtbar und auch beim Sitzen spürte er sie noch immer. Die festen Hiebe mit dem Holzlöffel schmerzten also gleich doppelt und Luis wand sich wie ein Aal. „Aaah! – Aah!“, schrie er laut bei jedem Schlag und warf die Beine bockend in die Luft. Doch Herr Gruber hatte ihn fest im Griff und hielt ihn scheinbar mühelos in Position. Schon nach wenigen Minuten bereute Luis seinen Wutausbruch und bat den Küchenchef flehend um Verzeihung. „Es tut mir leid. Aua, bitte nicht mehr! Aaah, ab jetzt benehme ich mich!“, bat er inständig. „Wirst-du-ab-jetzt-gehorchen?“, knurrte Herr Gruber und unterstrich jedes Wort mit einem festen Schlag auf die herausgestreckte Kehrseite des widerspenstigen Straftäters. „Ja, jaaa, au, ich versprechs! Auuu!“, versicherte Luis lautstark und strampelte mit aller Kraft.

Da stellte ihn Herr Gruber zurück auf die Füße. Sofort nutzte Luis die Gelegenheit und rieb seine brennenden Backen. „Aaah, tut das weh!“, stieß er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und kniff die Augen zusammen. Gruber sah ihn lange an. „Ich will nicht, dass du zum Koch wirst. Ich will, dass du lernst, was Gehorsam ist und Disziplin. Und dass man nicht davonläuft, wenn’s unbequem wird. Wenn du das nicht willst – werden wir hier noch öfter aneinandergeraten. Hier drin gibt’s keine Faulenzer!“, bellte er. „Hier lernt man Respekt – oder man spürt den Kochlöffel! Hast du mich verstanden?“ Zerknirscht nickte Luis mit gesenktem Kopf, noch immer seinen schmerzenden Hintern reibend. „Gut, hol den Kartoffelschäler. Wasch ihn ab und deine Hände gleich mit und mach dich an die Arbeit! Sind die Kartoffeln nachher nicht vernünftig geschält, weißt du was dich erwartet.“, brummte Herr Gruber drohend.

Luis schwieg, dann ging er langsam hinüber, hob den Kartoffelschäler auf, säuberte ihn und begann dann die Kartoffeln erneut zu schälen. Zum ersten Mal war er froh, dass er hier im Stehen arbeiten musste.

Plötzlich gesellte sich Tony, einer der Küchenjungen, mit einem Schäler zu ihm und ging ihm zur Hand. Tony war Anfang zwanzig, kräftig, mit einer Narbe an der Wange und einem leisen, fast spöttischen Lächeln. Er war kein Insasse, sondern Auszubildender – doch man sah, dass er Horizont kannte, als wäre er selbst mal hier gewesen. „Du bist der Neue im Küchendienst, oder?“, fragte Tony, während er die erste Kartoffel nachschälte. „Wenn man das so nennen will“, murrte Luis. Tony grinste. „Mensch, du kannst dich doch nicht mit dem Gruber anlegen! Der macht dich einen Kopf kürzer.“, murmelte er schnell und drehte sich noch einmal um, um zu sehen, ob der Küchenchef weiter außer Hörweite war. „Du musst das viel cleverer anstellen. Halt dich an mich, dann zeige ich dir, was für Vorteile es haben kann, hier zu arbeiten.“ Dabei zwinkerte er ihm zu und warf geschickt eine sauber geschälte Kartoffel nach der anderen in den großen Topf. Luis hob skeptisch eine Augenbraue. „Vorteile? In diesem Loch?“ Tony zwinkerte. „Man kriegt öfter was Warmes extra. Und wenn man’s schlau anstellt – auch mal fünf Minuten frische Luft.“

Ab da begann sich etwas zu ändern. Luis lernte, wie man Zwiebeln schneidet, ohne zu fluchen und wie man Suppe umrührte, ohne erwischt zu werden, wenn man etwas mehr Salz hineingestreut hatte, als erlaubt war. Gruber brüllte zwar noch, aber Luis bekam seltener Strafen. Tony zeigte ihm Tricks: wie man das Wasser im Kessel so aufdreht, dass der Dampf den Raum für ein paar Sekunden in Nebel hüllte – ideal, um kurz durchzuatmen. „Weißt du, Luis“, sagte Tony eines Abends, als sie den Boden schrubbten, „hier drin gibt’s zwei Arten von Leuten: Die, die sich brechen lassen – und die, die lernen, im System ihre Nischen zu finden.“ Luis nickte langsam. „Und du bist was?“ Tony grinste. „Ich bin der Dampf – ich verschwinde, wenn’s zu heiß wird.“

In den folgenden Tagen begann Luis, die Küche nicht mehr als Strafe zu sehen. Er fand Rhythmus im Rühren, Ruhe im Klappern der Töpfe. Selbst Gruber schien ihn manchmal mit weniger Misstrauen anzusehen. Als eines Morgens der Aufseher hereinkam, um jemanden wegen eines Streits in der Kantine zu bestrafen, sagte Gruber nur knapp: „Nicht Luis. Der Junge arbeitet gut.“ Das war kein Lob – aber in Horizont kam es dem schon ziemlich nahe.

Der letzte Tag von Luis’ Küchendienst begann ungewohnt ruhig. Die Sonne kämpfte sich durch den grauen Nebel, der sich wie ein schwerer Vorhang über die Anstalt gelegt hatte. Küchenchef Gruber stand mit verschränkten Armen in der Tür, ein zufriedenes Brummen in der Kehle. „Na, Luis“, sagte er, während er seine Schürze glattstrich, „du hast dich gemacht. Keine Scherereien, keine Sauerei. Heute wirst du mir den Kaffee und das Frühstück für Direktor Obermaier bringen. Zeig, was du gelernt hast.“

Luis nickte, doch in seinem Bauch zog sich etwas zusammen. Obermaier. Der Direktor, der ihn vor zwei Wochen nach dem letzten Streich so hart bestraft hatte – „Zur Erinnerung, was Gehorsam bedeutet“. Luis hatte nicht vergessen, wie das gebrannt hatte.

In der Küche war es still, nur das Zischen der Pfanne durchbrach die Stille. Luis schlug die Eier auf, verrührte sie, fügte Milch und Butter hinzu. Dann glitt sein Blick zu den Gewürzen. Zwei Dosen. Eine mit Salz. Eine mit Zucker. Ein Gedanke flackerte ihn ihm auf. Kein lauter, kein böser – eher ein schelmisches, leises Lächeln, das in seinen Augen aufblitzte. ‚Nur ein kleiner Ausgleich.‘, dachte er sich. Er nahm einen Löffel. Tauschte den Inhalt der Dosen. Gab dann einen großzügigen Schuss Salz ins Rührei. Es sah perfekt aus – goldgelb, locker, harmlos. „Beeil dich“, rief Gruber von hinten, „Obermaier mag’s heiß und frisch!“ Luis konnte sich ein Grinsen kaum verkneifen und antwortete: „Wird gemacht, Chef.“

Direktor Obermaier war ein Mann von eisiger Disziplin. Sein Büro war so ordentlich, dass selbst der Staub sich nicht hinzusetzen wagte. Er saß bereits hinter seinem Schreibtisch, als Luis das Tablett brachte – Silberkanne, Teller, Brotkorb, Rührei. „Ah, der junge Küchenbursche“, sagte Obermaier, ohne aufzusehen. „Gruber hat lobend von dir gesprochen. Vielleicht wird doch noch etwas aus dir.“ Luis stellte das Tablett ab, murmelte ein „Danke, Herr Direktor“ und trat zurück. Als er den Raum verließ, schloss er die Tür mit einem kaum hörbaren Klick.

Wenige Minuten später hallte ein wütendes Poltern durch den Flur. „Was zum Teufel ist das?!“ Ein dumpfer Schlag, dann ertönte ein metallisches Klirren. Der Kaffee war offenbar über den Schreibtisch geflogen. „Gruber!“, brüllte Obermaier mit donnernder Stimme ins Telefon. „Sofort zu mir!“

Küchenchef Gruber eilte hinüber zum Büro des Direktors. Keine zwei Minuten später stürmte Gruber in die Küche. Seine Stirn war schweißnass, die Stimme überschlug sich. „Wer… hat das Frühstück für den Direktor gemacht?!“ Luis’ Herz klopfte, doch er hob ruhig die Hand. „Ich, Herr Gruber.“ Gruber starrte ihn an, ungläubig, fast enttäuscht. „Was… hast du getan, Luis?“

„Nur das, was Sie gesagt haben“, sagte Luis mit unschuldigem Blick. „Zwei Eier, eine Prise Salz, ein bisschen Zucker – wie immer.“ Gruber rieb sich über das Gesicht. „Der Kaffee ist salzig, das Rührei ungenießbar. Der Direktor tobt! Wenn ich dran glauben muss, zieh ich dich mit runter!“ Tony, der in der Ecke Kartoffeln schälte, sah kurz auf. Sein Blick traf Luis’ – und ein winziges, kaum merkliches Lächeln huschte über seine Lippen.

Eine Stunde später stand Luis stumm wieder vor Obermaier. Der Direktor sah ihn an, als wollte er durch ihn hindurchsehen. Der Geruch nach kaltem Kaffee und verbranntem Toast hing noch in der Luft, eine bittere Erinnerung an seinen Streich. Gruber stand daneben, die Hände zu Fäusten geballt, das Gesicht rot vor Wut.

„Du glaubst, du kannst dich über alles und jeden lustig machen?“, sagte Obermaier, seine Stimme ruhig, gefährlich ruhig. Luis schwieg. Jedes Wort hätte es nur schlimmer gemacht. Direktor Obermaier trat näher, musterte ihn von oben bis unten. „In Horizont gibt es keine Scherze. Hier lernt man Grenzen. Und wer sie nicht akzeptiert, dem zeigen wir sie.“ Er nickte knapp zu Gruber. „Ich hätte wissen müssen, dass man einem wie dir keine Verantwortung überträgt“, zischte dieser. „Du glaubst wohl, das hier sei ein Spiel?“ Luis schwieg weiter.

Was dann folgte, war nicht nur eine Strafe, sondern eine Lektion in Macht. Luis spürte jeden Moment davon – nicht nur auf der Haut, sondern tief im Stolz. Er wurde gezwungen sich auszuziehen, eine gefühlte Unendlichkeit stillzustehen und sich dann über das Knie des Küchenchefs zu legen. Gruber nutzte die Gelegenheit, seinen aufgestauten Ärger herauszulassen und versohlte ihm den Blanken mit kraftvollen Schlägen. Auch wenn die Striemen der letzten Strafe in diesem Zimmer, bereits verheilt waren, taten diese Hiebe auf bloßer Haut, von Anfang an unglaublich weh. Die riesigen Pranken des Küchenchefs fühlten sich an, wie Paddel und Luis musste seine ganze Willenskraft aufbringen, um der Salve an Schlägen standzuhalten. Mit zusammengebissenen Zähnen, versuchte er sich gedanklich an einen anderen Ort zu flüchten. Doch je mehr sein Hintern Farbe annahm und das unangenehme Brennen wuchs, umso weniger gelang es ihm.

‚Irgendwann kriegen wir sie alle klein!‘, grinste Direktor Obermaier hämisch, während er dem Küchenchef bei der Bestrafung des aufsässigen Burschen zusah. Dieser hatte bereits einen hochroten Kopf und schnaufte, während er mit unablässiger Kraft weiter auf Luis` Hintern einschlug. Auch Luis keuchte und kämpfte mit sich, bis er es nicht mehr aushielt und stöhnend begann eine Hand schützend über seine Backen zu halten. Doch Herr Gruber nahm seine Hand und schubste sie nach vorn. „Die Hand auf den Boden. Nimm deine Strafe an, wie ein Mann!“, brummte Gruber.

Luis versuchte alles, doch die Strafe war bereits zu weit fortgeschritten und sein Hintern so sensibel, dass er es einfach nicht mehr aushielt. Wieder und wieder drehte er sein Becken nach links und rechts, um den brennenden Hieben zu entkommen, doch Gruber drückte ihn immer wieder zurück in Position und strafte ihn mit Zusatzhieben auf die Oberschenkel. „Aah!“, jammerte Luis laut, als er erneut zwei Schläge auf die Oberschenkel erhielt, wo bereits zwei große rote Handabdrücke zu sehen waren. Darüber leuchtete sein Hintern bereits tiefrot. Gruber verabreichte ihm noch eine letzte, feste Salve an Schlägen, die ihn schlussendlich noch einmal zum Zappeln und Jammern brachten, bevor er sich erheben durfte. „Stell dich in die Ecke, Gesicht zur Wand. Hände über den Kopf!“, forderte ihn Herr Obermaier auf und Luis gehorchte. Zu gern hätte er jetzt seine wunden Backen gerieben, aber er wusste, dass jeder Widerstand nur noch härter bestraft werden würde.

Auch Direktor Obermaier tat sein Übriges, um klarzumachen, wer hier das Sagen hatte. Nach einer halben Stunde in der Ecke, rief er Luis zu sich. „Beug dich über den Tisch, Füße schulterbreit auseinander!“, wies er an. Luis tat, wie ihm geheißen und beugte sich über den Schreibtisch des Direktors. Ihm gegenüber stand Küchenchef Gruber und drückte ihn an den Schultern fest auf die Tischplatte. Luis zuckte zusammen, als er mit dem Bauch das kühle Holz berührte, doch Gruber hielt ihn fest, wie ein Schraubstock.

Unfähig sich zu bewegen, sah er nicht, dass der Direktor das Schulpaddle aus Eichenholz aus seinem Schrank holte. Als dieser es maßnehmend auf seine Backen klopfte, ahnte Luis Übles. Und kurz darauf bestätigte sich seine Vorahnung. „Aaaah!“, schrie er auf, als ihn das Paddle mit voller Kraft unvermittelt traf. Er versuchte sich aufzubäumen, doch der Küchenchef hatte ihn fest im Griff. Schon schallte ein weiteres lautes Klatschen durch den Raum und Luis jaulte auf. „Jauuu! Ah, tut das weh!“ Wieder und wieder, traf ihn Schlag um Schlag. Er kämpfte wie wild und sein Bein zuckte immer wieder nach hinten, aber mehr Bewegungsspielraum blieb ihm nicht. „Beine auseinander, Luis!“, forderte ihn der Direktor auf und korrigierte seine Position. Nur widerwillig gehorchte Luis, wohlwissend, dass die Schläge so um so schmerzhafter waren. Doch der Direktor kannte kein Pardon und zog ihm einen Hieb nach dem anderen über, während Luis Klagen immer lauter wurde. Sein Hintern wies bereits zwei große dunkle Flecken auf, wo ihn das Paddle wiederholt traf. Luis verzweifelte immer mehr und schüttelte den Kopf, Tränen standen ihm in den Augen. Als sie endlich von ihm abließen, brannte Luis’ ganzer Körper vor Schmerz und Scham.

Obermaier trat vor ihn, das Gesicht eiskalt. „Vielleicht erinnerst du dich jetzt besser, was Disziplin bedeutet.“
Er griff zu einem Formular, kritzelte etwas darauf und warf es Gruber zu. „Zwei weitere Wochen Küchendienst. Unter ihrer direkten Aufsicht. Kein Aufmucken, kein Lächeln, keine Spielereien mehr. Wenn er wieder auffällt, wird er direkt bestraft.“ Gruber nickte knapp. „Verstanden, Herr Direktor.“ Luis hob den Blick. Ein Moment, nur ein winziger Moment. Und in diesem Blick lag kein Trotz mehr – nur blanker, glühender Zorn, tief vergraben unter einer Maske aus Schweigen.

Tony sah ihn später, als er mit gesenktem Kopf den Küchentrakt betrat. Kein Wort wurde gewechselt. Doch als Luis sich wortlos eine Schürze umband, stellte Tony ihm unauffällig einen Becher kaltes Wasser hin. „Horizont ist hart“, murmelte er leise, „aber du bist härter. Vergiss das nicht.“ Luis nickte nur. Er wusste, dass der Direktor ihn gebrochen sehen wollte. Aber soweit würde er es nicht kommen lassen.

Als er nach Dienstende den Flur entlangging, trat Tony neben ihn. „Das war dumm“, murmelte er. „Aber irgendwie auch… mutig.“ Luis grinste schwach. „Ein bisschen Salz im System schadet nie.“ Tony lachte leise. „Pass auf, dass du nicht das ganze Meer anrührst, Kumpel.“

Als seine weiteren zwei Wochen Strafdienst endeten, fragte Tony: „Und? Gehst du wieder zu den anderen zurück?“ Luis zögerte. „Wenn’s nach mir geht, bleib ich lieber hier. Ist ruhiger. Und… du hast recht – man kriegt hier Luft.“ Tony lächelte und klopfte ihm auf die Schulter. „Dann hast du’s verstanden. Manchmal muss man im engsten Raum lernen, wo der eigene Horizont liegt.“ Luis sah hinaus durch das kleine Fenster über der Spüle. Genau in diesem Moment fiel ein Streifen Sonnenlicht auf seinen Arm, als wäre es ein Zeichen. Er lächelte.

Nach den vier Wochen Küchendienst stand Luis wieder auf dem Hof, diesmal ohne Wut, ohne Trotz. Nick und Paul sahen ihn überrascht an – er war ruhig geworden. Nicht brav, aber… überlegter. „Und?“, fragte Paul. „War’s schlimm?“ Luis grinste. „Hab mehr gelernt über Zwiebeln, Dreck und alte Männer mit Adleraugen, als ich jemals wissen wollte.“ Dann lehnte er sich an den Zaun, sah hinüber zur Hagebuttenhecke – und musste grinsen. Nicht, weil er erneut einen Streich plante. Sondern weil er verstand, wie wenig überlegt er gehandelt hatte. Und vielleicht, ganz vielleicht, war das der erste wirklich erwachsene Gedanke seines Lebens.

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