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Luis folgenreiche Streiche III

… Fortsetzung der Geschichte: „Luis folgenreiche Streiche II“ …

Die Freundschaft zwischen Luis und Tony war längst über die vier Wochen Strafdienst hinausgewachsen. Selbst nachdem Luis wieder zum normalen Alltag in der Besserungsanstalt zurückgekehrt war, versorgte ihn Tony heimlich immer wieder mit einem Sandwich, einer Bockwurst oder einem heimlichen Snack, wenn das Mittagessen mal wieder miserabel war. „Ich lass dich doch hier nicht eingehen“, sagte Tony oft und zwinkerte.

An diesem Abend hatte Tony ihm ein besonders gutes Sandwich gemacht – knuspriges Brot, frisches Gemüse, scharf angebratenes Hähnchen, Reste vom Abendessen des Direktors. Und dazu, mit einem halben Grinsen: „Ein Bier. Nur eins. Versteck’s gut.“ Dabei legte er den Zeigefinger vor den Mund, als Zeichen keinem etwas zu sagen. Luis verstand und nickte freudestrahlend, schnell verschwand er mit beidem auf sein Zimmer, verschlang das Sandwich und versteckte das Bier in der hintersten Ecke seiner Sachen. Alkohol war in der Horizont Besserungsanstalt strengstens verboten und Luis kannte die Strafe bei einem Verstoß genau, nachdem er am Männertag bereits einmal erwischt worden war.

Am Abend wartete er die letzte Runde der Betreuer ab. Vorsichtshalber schlich er noch einmal zur Tür und spähte hinaus auf den Flur. Als die Luft rein war, schloss er leise die Tür und ließ sich aufs Bett fallen. Mit einem lauten Plopp öffnete er das Bier und lehnte sich entspannt auf dem Bett zurück. Endlich mal ein kurzer Moment Ruhe und Frieden.

Plötzlich riss jemand die Tür auf und Herr Schmidt, sein Betreuer, stand im Rahmen. Offenbar war er von dem lauten Ploppen des Kronkorkens angelockt worden. Vor Schreck ließ Luis die Flasche fallen und ein Großteil des Bieres ergoss sich auf den Fußboden und seine Füße. „Woher hast du das Bier?“, fragte Herr Schmidt streng. Schnell stellte Luis die Flasche auf dem Boden auf. Er spürte, wie die vertraute Mischung aus Trotz und Schutzinstinkt in ihm aufstieg – und er dachte an Tony. „Keine Ahnung“, sagte er. „Geht Sie nichts an.“ Herr Schmidt verschränkte die Arme. „Doch. In dieser Einrichtung geht mich alles etwas an. Also?“ Luis erwiderte den Blick ohne zu blinzeln und blieb still. Provokant zuckte er mit den Schultern. Er dachte nicht einmal darüber nach, zu reden.

Da riss Herrn Schmidt der Geduldsfaden und er ergriff Luis am Ohr, zog ihn aus dem Bett hoch und direkt über sein Knie. „Au, au, au, auuu!“, jammerte Luis und rieb sein Ohr, als der Betreuer es endlich wieder losließ. Doch dieser verlor keine Zeit und begann ihm mit der Hand kräftig den Hintern zu versohlen. Luis verzog das Gesicht bei jedem Schlag und ballt die Hände zu Fäusten. Viel Zeit blieb ihm nicht, da zog ihm Herr Schmidt auch schon die Pyjamahose vom Hintern und es ging weiter auf dem Blanken. Mit unverhohlener Kraft klatschte ihm der Betreuer den Hintern aus, was jetzt auf den bloßen Backen, noch viel unangenehmer war, als zuvor. Schon jetzt waren zwei große, rote Handabdrücke auf seinem Hintern zu sehen, die schnell größer und dunkler wurden.

Erst als sein Hintern gleichmäßig rot eingefärbt war, ließ ihn Herr Schmidt los. Schnell rappelte sich Luis auf und wollte schon seine Hose wieder hochziehen, als dieser zu ihm sagte: „Nichts da, erst will ich wissen, von wem du das Bier herhast?“ Luis senkte den Blick. „Ich weiß es nicht…“, kam seine Antwort zögerlich. Herr Schmidt atmete tief ein, die Kiefer angespannt. „So so, du weißt es nicht! Ich gebe dir genau fünf Minuten Zeit darüber nachzudenken, höre ich dann keinen Namen, wird es Konsequenzen geben. Stell dich in die Ecke, die Hände über den Kopf! Und zwar sofort!“, wies ihn Herr Schmidt wütend an. Luis gehorchte und sein Betreuer betrachtete den roten Hintern des Übeltäters. ‚Manche lernen es wohl nie‘, dachte er. ‚Aber bis jetzt habe ich alle zum Singen gebracht, ohne Ausnahme.‘

Luis derweil überlegte: ‚Was für ein Dilemma!‘ Einerseits wollte er seinen neuen Freund nicht verraten, andererseits wusste er, dass er dafür büßen würde. ‚Ich muss versuchen durchzuhalten, bis er aufgibt weiter zu fragen.‘, überlegte er gerade noch, als Herr Schmidt ihn aufforderte sich umzudrehen. „Nun, ich höre Luis, woher kommt das Bier?“, fragte er erneut. Als Luis bei seiner Antwort blieb, zögerte Herr Schmidt keinen Moment, nahm ein Kissen, legte es mittig aufs Bett und wies ihn an, sich bäuchlings aufs Kissen zu legen. Dann öffnete er den Gürtel seiner Hose und stellte sich neben Luis auf. „Letzte Chance, Luis!“, hakte er ein letztes Mal nach. Doch Luis schüttelte nur den Kopf und vergrub das Gesicht in der Armbeuge. ‚Ganz wie du willst!‘, dachte sich Herr Schmidt und holte aus. „Aaah!“ Luis zuckte zusammen, als ihn der dicke Ledergürtel zum ersten Mal traf. Sofort erschien ein roter Streifen quer über beide Backen, an der getroffenen Stelle. Beim nächsten Treffer war er schon mehr gewappnet und atmete nur, mit schmerzverzerrtem Gesicht, zischend ein. Wieder und wieder zog ihm sein Betreuer den Gürtel über, dass Luis Mühe hatte still zu bleiben. Nach einem besonders festen Schlag auf den unteren Teil der Pobacken, zuckte seine Hand nach hinten und er rieb die brennende Stelle. „Willst du mir nun sagen, woher du das Bier hast?“, fragte ihn Herr Schmidt und gab ihm einen kurzen Moment. Als jedoch wieder nur stur ein: „Ich weiß es nicht!“, als Antwort folgte, war es mit der Pause vorbei. „Hand nach vorn!“, brummte er Luis grimmig an und holte erneut aus.

„Ahahaha!“, stieß Luis laut hervor, rollte zur Seite und hielt sich die Flanke. „Zurück in Position!“, herrschte ihn Herr Schmidt an. „Bitte nicht mehr, bitte!“, bat Luis und sah ihn flehend an. „Dann verrate mir einen Namen!“, forderte ihn sein Betreuer mit strengem Blick auf. Doch statt einer Antwort, drehte sich Luis nur resigniert zurück auf den Bauch und murmelte leise: „Keine Ahnung!“

„Gut, wenn du dabeibleibst!“, antwortete Herr Schmidt achselzuckend und fuhr mit der Bestrafung fort. Luis Beine zuckten immer wieder nach oben und er krallte sich mit den Händen in der Bettdecke fest. Sein Jammern wurde immer lauter und er warf den Kopf bei jedem der kräftigen Schläge in den Nacken. „Auuu!“ – „Aah!“

Nach etwa fünfzig Hieben legte Herr Schmidt plötzlich den Gürtel zur Seite. Erleichtert atmete Luis auf, doch dann sah er, wie sein Betreuer, seinen Stock ergriff, den er bei seinen abendlichen Runden immer bei sich trug. Luis schluckte. „Oh nein, bitte nicht Herr Schmidt!“, flüsterte er mit weinerlicher Stimme.  „Einen Namen, Luis!“, erinnerte er seinen Schüler und schlug den Stock einmal fauchend durch die Luft. Doch dieser schüttelte nur den Kopf und griff noch fester in seine Bettdecke. Ohne weiter etwas zu sagen, nahm Herr Schmidt Maß und schlug kräftig zu. „Jau!“, jaulte Luis auf und hielt sich die getroffene Backe. ‚Dieser verdammte Stock!‘, dachte er verzweifelt. Nur zögerlich nahm er seine Hand wieder nach vorn, als sein Betreuer ihn tadelnd anfuhr. Doch nach nur elf weiteren Schlägen, war es um seine Beherrschung geschehen und er stieß keuchend den Namen des Küchenjungen hervor. „Tony!“, rief er japsend und kniff die Augen zusammen, während er sich erneut die rechte Backe hielt. „Ich habe das Bier von Tony!“

„Von Tony also. In Ordnung, dass hättest du auch leichter haben können. Steh auf!”, forderte ihn Herr Schmidt leicht ironisch auf. Luis rappelte sich auf und rieb seine brennenden Backen. Er atmete schwer und fühlte sich ausgelaugt und müde. Der Stock war sein absoluter Endgegner gewesen. Mehr hatte er einfach nicht ertragen können, auch wenn es ihm leid für Tony tat, der jetzt sicher auch Ärger bekommen würde. „Zieh dich an Luis und dann wisch die Sauerei hier auf!“, wies ihn Herr Schmidt an und verließ den Raum, ohne einen weiteren Blick zurück.

Luis ballte die Fäuste. Nicht wegen der Strafe — sondern wegen seiner eigenen Schwäche. Langsam und vorsichtig zog er seine Pyjamahose über die glühenden Backen, noch immer mit einem Gefühl, als sei alles an ihm angespannt und wund. Dann holte er aus dem Abstellraum einen Eimer und einen Lappen, kniete sich seufzend auf den Boden und begann schweigend, die Reste der Bierlache aufzuwischen. Das Schrubben war monoton, fast schon beruhigend, aber zugleich brannte in ihm eine Wut, die er nicht loswurde. Als der Boden sauber war, stellte er die Sachen weg, schaltete das Licht aus und ließ sich auf sein Bett sinken. Er lag auf dem Bauch, weil alles andere unangenehm war und starrte an die Wand. ‚Tony‘, dachte er wieder und wieder. ‚Es tut mir leid‘. Sein schlechtes Gewissen nagte an ihm wie ein kleiner, gemeiner Käfer. Er nahm sich fest vor, Tony am nächsten Tag bei der Essenausgabe zu warnen. Vielleicht konnte er Schlimmeres verhindern. Nach einer Weile ließ die Erschöpfung seine Augen zufallen und obwohl sein Körper voller Spannung war, glitt er schließlich in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Luis hatte schlecht geschlafen. Immer wieder war er aufgewacht, hatte sich im Bett herumgewälzt und Tony vor Augen gehabt. Als der Weckruf durch die Flure hallte, fühlte er sich, als hätte er überhaupt nicht geschlafen. Trotzdem eilte er sofort in den Speisesaal. Noch vor Nick und Paul. Noch bevor er selbst richtig wach war. Er stellte sich in die Reihe und wartete als Letzter, bis Tony wieder an der Essensausgabe auftauchte.

Tony wirkte wie immer – konzentriert, schnell, routiniert. Aber als er Luis sah, verzog er erstaunt das Gesicht. Luis trat näher. „Tony… ich muss dir was sagen.“ Tony schob ihm mechanisch ein Brötchen auf das Tablett. „Was ist passiert? Du siehst aus, als wärst du mit ’nem Bus kollidiert.“ Luis zog die Schultern an. Seine Stimme war gepresst. „Schmidt… hat’s rausgekriegt. Von dir.“ Tony erstarrte so plötzlich, dass er fast den Käseblock fallen ließ. „Du hast meinen Namen genannt?“ Seine Stimme war leise – zu leise. Luis nickte, die Scham schwer im Magen. „Es tut mir leid. Er hat… ich konnte irgendwann nicht mehr.“ Tony stand völlig still. Ein Muskel an seinem Kiefer zuckte. Seine Augen wurden schmal. „Verdammt, Luis.“ Enttäuscht sah er Luis an, sein Blick – Tief. Schwer. Ehrlich. Luis senkte den Blick. „Ich wollte dich warnen.“ Tony atmete einmal tief ein, er ahnte das Luis ihn nicht freiwillig verraten hatte. Dann schob er das Tablett weiter. „Danke. Aber das wird richtig Ärger geben.“ Er stellte den Käse beiseite, als müsse er sich sammeln. Dann sagte er, mit dem Tonfall eines Soldaten, der längst weiß, was ihn erwartet: „Ich bereite mich vor.“

Tony verschwand kurz nach hinten in den Lagerraum. Luis sah ihm nach. Er wusste nicht, was Tony da tat. Er hörte Geräusche: hastiges Rascheln, das Schieben einer Schublade, Stoff, der bewegt wurde. Neugierig spähte er nach hinten, auch wenn er nichts sehen konnte. Als Tony wieder herauskam, wirkten seine Hüften breiter, sein Gang wirkte steifer. Er hatte sich etwas Verstärkung unter die Kleidung gepackt – notdürftig und improvisiert, aber besser als nichts. Er sah Luis noch einmal an. „Egal was passiert — du sagst jetzt nichts mehr. Gar nichts. Verstanden?“ Luis nickte langsam. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals.

Kaum hatte Tony seinen Posten wieder eingenommen, öffnete sich die Küchentür mit einem energischen Schwung und Betreuer Schmidt erschien, daneben Küchenchef Gruber, in seiner gestärkten weißen Jacke, die heute irgendwie bedrohlicher wirkte als sonst. Grubers Blick jagte wie ein Scheinwerfer durch den Raum, bis er Tony fand. „Tony. Wir brauchen eine Erklärung.“, bellte er lautstark durch die ganze Küche. Der Speisesaal und die Küche verstummten. Selbst der alte Kühlschrank schien leiser zu brummen. Tony richtete sich auf. Sein Gesicht war ruhig, kontrolliert – eine Maske. „Worum geht’s?“, fragte er, obwohl er es längst wusste. Herr Schmidt trat näher, seine Stimme tief und eindringlich: „Du hast einem Insassen Alkohol beschafft. Das ist ein massiver Regelverstoß.“ Luis’ Kehle zog sich zu. Gebannt beobachtete er die Situation in der Küche.

Tony bewegte sich keinen Millimeter. Seine Stimme war klar: „Ja. Das habe ich.“ Ein leichtes Murmeln ging durch die Küche und den Speisesaal. Küchenchef Gruber hob die Augenbrauen. Herr Schmidt nickte knapp, fast zufrieden darüber, wie schnell das Geständnis kam. „Dann wirst du mit den entsprechenden Konsequenzen leben müssen.“ Tony verzog keine Miene. Nur ein kurzer Atemzug verriet, dass er sich innerlich wappnete. „Ich bin bereit.“ Luis hätte am liebsten etwas gesagt. Etwas getan. Er wollte einschreiten. Protestieren. Irgendetwas. Aber Tonys Blick traf ihn – streng und warnend. ‚Halt dich raus.‘ Luis schluckte die Worte hinunter und fühlte sich kleiner, als er es je in Horizont getan hatte.

Tony ging zwischen Herrn Schmidt und Küchenchef Gruber an ihnen vorbei, als würde er zu einem Tribunal geführt werden. Genauso fühlte es sich auch an, als sie gemeinsam hinüber zu Herrn Obermaier gingen. Sein Gesicht blieb reglos, aber seine Hände waren zu Fäusten geballt. Herr Schmidt klopfte an die Tür und gemeinsam traten sie ein. Im Büro von Direktor Obermaier herrschte diese typische, einschüchternde Stille, die jeder Insasse von Horizont kannte. Bücher in makelloser Reihe, ein zu groß wirkender Schreibtisch und der Direktor selbst mit diesem steinernen Gesichtsausdruck, der nie verriet, ob er enttäuscht, wütend oder einfach nur genervt war. „Sie haben einem der Insassen Alkohol organisiert“, begann Herr Obermaier, ohne Umschweife, nachdem Herr Schmidt ihn kurz über den Sachverhalt aufgeklärt hatte. „In dieser Einrichtung gilt das als schwerer Verstoß. Eigentlich ein Entlassungsgrund.“ Tonys Kinn hob sich minimal. „Ja, Herr Direktor.“ Herr Schmidt verschränkte die Arme, zufrieden mit der Lage. Doch Küchenchef Gruber räusperte sich. „Herr Direktor… mit Verlaub. Der Junge leistet gute Arbeit. Sehr gute sogar. Einer der besten Auszubildenden, die wir in den letzten Jahren hatten.“ Direktor Obermaier wandte sich ihm zu. „Und?“

„Er hat einen Fehler gemacht, ja. Einen, der bestraft werden muss.“ Grubers Blick ging kurz zu Tony. „Aber nicht einen, für den man eine angefangene Ausbildung zerstören sollte.“ Eine lange Pause folgte. Herr Obermaier tippte mit dem Finger gegen die Tischkante. Dann seufzte er. „Gut. Er bleibt. Aber er wird diszipliniert. Und zwar deutlich.“ Tony schloss kurz die Augen – Erleichterung und Angst zugleich breiteten sich in ihm aus. „Danke, Herr Direktor“, sagte Gruber leise.

Langsam stand Direktor Obermaier auf, mit der demonstrativen Ruhe eines Mannes, der wusste, welche Wirkung jedes seiner Worte hatte. „Tony, Sie wissen, dass Diebstahl — und ja, das Beschaffen von Bier zählt dazu — keine Kleinigkeit ist. Disziplin ist in diesem Haus kein Vorschlag, sondern ein Fundament.“ Tony nickte. „Ja, Herr Direktor.“

Entschlossen sah ihn Herr Obermaier an und dann hinüber zu den beiden Stühlen vor seinem Schreibtisch. „Dann bringen Sie den Stuhl her.“ Tony tat es mechanisch. Er wusste, was jetzt folgen würde, auch wenn Luis gehofft hatte, ihm das ersparen zu können. „Knie dich auf den Stuhl und beug dich über die Lehne, die Hände unter die Sitzfläche.“ Tony kniete sich wie verlangt hin, beugte sich tief über die Lehne, die Schultern angespannt wie Drahtseile und griff mit den Fingern an die Sitzfläche, wobei er den Hintern weit herausstreckte. Obermaier umrundete ihn und blieb mit dem Rohrstock, den er zwischenzeitlich aus seinem Schrank entnommen hatte, neben ihm stehen. Ein Moment Stille. Ein Moment Erwartung. Tony atmete tief ein und schloss die Augen, als er spürte, wie Direktor Obermaier den Stock ein paar Mal maßnehmend auf seinen Hosenboden auftippen ließ. Dann ertönte ein lautes Fauchen im Raum, gefolgt von einem dumpfen Geräusch. Tony zuckte kurz zusammen, blieb sonst aber ruhig und still.

Direktor Obermaier stutzte und hob irritiert eine Augenbraue, langsam ließ er den Stock sinken. „Was… ist das?“ Seine Stimme bekam einen scharfen Ton. Bestimmt griff er in Tonys Hosenboden und bevor dieser reagieren konnte, zog er ihm mit einem schnellen, festen Griff die Arbeitshose herunter. Heraus fiel eine zusammengelegte Schürze, die sich Tony als zusätzliches Polster untergeschoben hatte. „Noch ein Betrugsversuch“, sagte Obermaier mit eisiger Kälte. Tony verharrte. Er antwortete nicht – konnte nicht antworten. Sein Atem ging schneller, doch er hielt den Kopf gesenkt. Herr Schmidt trat einen Schritt näher. Küchenchef Gruber schloss für einen Moment die Augen und hustete leise – vermutlich, um nicht einzugreifen. Direktor Obermaier sprach weiter, jede Silbe geladen: „Sie wollten mich täuschen. Sich der Strafe entziehen. In dieser Einrichtung ist das ein doppelter Verstoß.“ Tony schluckte. „Es tut mir leid, Herr Direktor.“

„Das hoffe ich“, erwiderte Obermaier, „denn jetzt wird es unangenehm.“ Er hob die Schürze auf und legte sie auf seinen Schreibtisch – als Beweis, als Warnung, als Drohung. „Sie werden doppelt so hart bestraft“, sagte er, „drei Dutzend, unter Aufsicht von Herrn Gruber und Herrn Schmidt, damit es formell korrekt bleibt.“ Gruber nickte angespannt. Er sah aus, als würde er am liebsten widersprechen – aber er tat es nicht.

Die Atmosphäre im Büro war eisig, als Herr Obermaier sich nun erneut neben Tony aufstellte. „Und ich beginne natürlich von vorn.“, fügte der Direktor im harten Tonfall an. Mit ernstem und wachsamem Blick beobachtete Gruber, wie der Direktor ausholte und Tony schwungvoll den Stock überzog, der um die herausgestreckten Backen des Küchenjungen schwang. „Aaah!“, hörte er Tony aufschreien und sah, wie er vor Schmerz das Gesicht verzog. Dann sah er, wie langsam ein roter Doppelstriemen auf dem Hintern erschien. Unter dem der Direktor nun den nächsten Treffer platzierte.  Wieder schrie Tony auf. Als der Direktor erneut den Stock auftippen ließ, spannte Tony beide Backen fest an und erkannte, dass dies keine gute Idee war. „Jau!“, jaulte er auf und umklammerte seine rechte Backe, wo der Stock ihn am Übergang zum Oberschenkel getroffen hatte. „Hände nach vorn, Tony oder soll ich nochmal von vorne beginnen?“, fuhr Herr Obermaier ihn an. Schnell schüttelte Tony den Kopf und beugte sich wieder über die Lehne. Er biss die Zähne zusammen und atmete japsend aus, nachdem er den nächsten Schlag erhalten hatte. Wieder und wieder schlug der Direktor unerbittlich zu und Tonys Finger krallten sich, um die Seiten des Stuhls, bemüht nicht noch einmal nach hinten zu greifen. Er hatte schon öfter durch Küchenchef Gruber Bekanntschaft mit dem Kochlöffel gemacht, aber der Rohrstock tat um einiges mehr weh. Das Brennen auf seiner Kehrseite wurde immer schlimmer und er versuchte verzweifelt durch Drehen des Beckens den Schmerz etwas zu mindern. Doch der Direktor war geübt im Umgang mit dem Stock und traf ihn zielsicher, trotz all seiner Versuche auszuweichen.

Zufrieden beobachtete Herr Schmidt, wie Tony immer mehr verzweifelte und sein Jammern immer lauter wurde. Strieme um Strieme blühte auf Tonys Allerwertesten auf und schwollen immer mehr auf, an den Stellen, wo sich die Striemen kreuzten. Wäre es nach dem Betreuer gegangen, hätte er ihn in hohem Bogen rausgeworfen. ‚Ich werde ihn im Auge behalten und Luis gleich mit. Das wird sicher nicht das erste Mal gewesen sein und auch nicht das Letzte, dass er sich an den Vorräten bedient hatte!‘

Die letzten sechs Hiebe platzierte der Direktor direkt auf der unteren Sitzfläche, auf dem Übergang zu den Oberschenkeln. Tony jaulte bei jedem Schlag auf und wand sich auf dem Stuhl, soweit es möglich war. Nur mit größter Mühe schaffte er es in Position zu bleiben und schrie seinen Schmerz hinaus.

Als es endlich vorbei war, stand Tony langsam auf und zog sich an. Sein Gesicht war blass, seine Augen tränennass. Das Ende des Stocks hatte mehrmals den Oberschenkel getroffen und aufgeschwollene Striemen hinterlassen. Er hatte es überstanden — aber es hatte ihn sichtbar getroffen. Direktor Obermaier wies auf die Tür. „Gehen Sie. Und denken Sie daran: Der nächste Verstoß dieser Art beendet Ihre Zeit in diesem Haus.“ Tony nickte steif, dankte Gruber mit einem kurzen Blick und verließ den Raum. 

Der Wind im Innenhof war kühl, und Tony hatte das Gefühl, dass er ihn regelrecht durchdrang. Seine Schritte waren vorsichtig, sein Rücken angespannt. Er hoffte, niemandem zu begegnen. Doch kaum bog er um die Ecke der Werkstatt, sah er sie: Luis, Nick und Paul.

Luis hob sofort den Kopf. Seine Augen weiteten sich. „Tony!“ Er war in wenigen Schritten bei ihm, ohne Rücksicht darauf, ob jemand sie sah. „War’s schlimm?“, fragte er und seine Stimme war ein bröckelnder Mix aus Sorge und Schuld. Tony versuchte zu lächeln, wollte tapfer wirken, locker und unbeeindruckt, aber sein Gesicht verriet ihn. „Geht schon“, murmelte er. „Hatte schon bessere Tage.“ Nick und Paul tauschten einen Blick aus, der alles sagte. Paul trat näher heran und musterte Tony wie ein Mechaniker eine kaputte Maschine. „Du siehst aus, als würdest du gleich umfallen“, stellte er trocken fest. „Komm mit.“ Bevor Tony protestieren konnte, packten Nick ihn am Arm und Luis ihn am Ärmel. Paul ging voraus – mit der Entschlossenheit eines Arztes im Kriegsgebiet.

Gemeinsam gingen sie durch die Flure zu Pauls Zimmer – Paul war der Anstalts-Notfallmediziner ihrer Clique. „Leg dich aufs Bett“, wies Paul ihn an. Tony versuchte sich langsam auf die Bettkante zu setzen, und die Art, wie er das tat, ließ keinen Zweifel daran, dass er am liebsten gar nicht gesessen hätte. Kaum das er mit dem Hintern das Bett berührte, stöhnte er auf und drehte sich auf den Bauch. Luis stand dicht daneben, die Hände nervös ineinander verschränkt. „Erzähl’s bitte“, bat er. Tony seufzte. „Obermaier war… gründlich. Und nicht in der besten Laune.“ Er schwieg kurz, dann: „Egal. Ist vorbei.“

„Aber du hast Schmerzen“, warf Nick ein. Paul kniete sich bereits an die Schublade unter dem Bett, suchte und zog eine Tube hervor. „Hier. Kühlende Salbe. Tut Wunder. Haben wir schon oft getestet.“ Tony hob die Augenbraue. „Wirklich?“ Nick murrte: „Was glaubst du denn?“  Paul schraubte die Tube auf, und Tony verspannte sich automatisch. „Keine Sorge“, sagte Paul ruhig. „Ich bin zwar kein Arzt, aber ich weiß, was ich tue.“ Vorsichtig schob Tony die Hose hinunter und atmete zischend aus, als der Stoff schmerzhaft über seine wunden Backen kratzte. Zum Vorschein kamen zwei rote, von Striemen überzogene Backen, die an einigen Stellen blaue Schatten aufwarfen. Luis stand neben ihm, die Stirn in Sorgenfalten gelegt. „Das ist meine Schuld“, murmelte er. Tony sah zu ihm auf. Müde, aber nicht wütend. „Nein“, sagte er. „Ich hab’s entschieden. Ich habe dir geholfen. Und ich hab’s gern getan. Also ist’s okay.“ Luis schluckte. Paul tupfte die Salbe auf ein Tuch. „Bereit?“ Tony nickte – und verzog trotz aller Bemühungen das Gesicht, als die kalte Salbe seine schmerzende Haut berührte. Paul arbeitete vorsichtig, professionell, ohne Fragen zu stellen. Nick stand am Fenster und hielt Wache – falls ein Betreuer vorbeilief. Luis stand so nah bei Tony, dass seine Hand unbewusst dessen Schulter berührte. „Danke, Jungs“, sagte Tony schließlich leise. „Echt.“ Paul ließ sich aufs Bett zurückfallen. „Wenn du morgen noch lebst, war’s erfolgreich.“ Nick grinste. „Wir pflegen unsere Verwundeten gut.“ Tony lachte schwach – das erste echte Lachen seit dem Direktorbüro.

Tony blieb noch eine ganze Weile bei den anderen. Zuerst hatten sie noch über die Strafe gesprochen –  vorsichtig, als könnte jedes Wort eine Erinnerung hervorrufen, die Tony lieber verdrängen wollte. Doch mit der Zeit glitt das Gespräch zu harmloseren Themen ab. Nick und Paul erzählten von einigen Anekdoten aus den letzten Monaten. Luis war leise, aber er lächelte immer wieder, wenn Tony sich entspannte. Die Atmosphäre wurde warm, vertraut – wie eine kurze Oase inmitten des harten Horizont-Alltags.

Nach etwa einer halben Stunde klopfte Paul auf Tonys Schulter. „Die Salbe dürfte jetzt wirken. Du solltest dich wieder bewegen können, ohne auszusehen, als hättest du einen Besen verschluckt.“ Tony verzog grinsend das Gesicht. „Danke, Doc.“ Nick öffnete die Tür einen Spalt und lugte hinaus. „Die Luft ist rein. Los, bevor Schmidt wieder Patrouille schiebt.“ Tony atmete tief ein und stand langsam auf. Die Schmerzen waren noch da, aber gedämpft, erträglicher. Er nickte den drei anderen zu. „Echt… danke, Leute. Für alles.“ Luis erwiderte den Blick mit einer Mischung aus Zuneigung und schlechtem Gewissen. „Wir lassen dich nicht hängen.“ Leise antwortete Tony: „Ich weiß.“ Dann verließ er das Zimmer und machte sich auf den Weg zur Küche. Jeder Schritt war ein wenig unsicher, aber er schaffte es.

Die Küche war leer, bis auf das monotone Brummen der Kühlgeräte. Das Licht war gedämpft, die Edelstahlflächen blitzten kalt. Tony war gerade dabei, seine Schürze zu greifen, als die Tür aufschwang und Küchenchef Gruber eintrat. Er blieb einen Moment im Türrahmen stehen, betrachtete Tony mit einem Ausdruck, der weder Zorn noch Mitleid war – nur Ernst. Schwerer Ernst. „Da bist du also“, sagte Gruber. Tony nickte. „Ja, Chef.“ Gruber kam näher und blieb unmittelbar vor ihm stehen. Er war nicht wütend. Und genau das machte es schlimmer. „Ich habe beim Direktor was gesagt, weil ich glaube, dass du ein guter Junge bist“, begann er. „Einer der Besten, die wir hier je hatten.“ Tony senkte den Blick. „Danke, Chef.“

„Sag nicht ‚Danke‘“, murmelte Gruber. „Nimm dir lieber zu Herzen, was jetzt kommt.“ Er verschränkte die Arme vor der Brust. „Du glaubst vielleicht, ich hätte dir heute einen Gefallen getan. Aber das, was du getan hast, war gefährlich – nicht nur für dich, sondern auch für mich, für die Küche, für die ganze Einrichtung.“ Tony hob langsam den Kopf. „Ich weiß. Es tut mir …“ Gruber schnitt ihm das Wort ab. „Schuldgefühle bringen jetzt gar nichts. Hör zu: Wenn du noch einmal einen Insassen mit irgendetwas versorgst, das verboten ist – Alkohol, Essen nach Küchenschluss, was auch immer – dann kann ich nichts mehr für dich tun.“ Sein Blick war hart, aber nicht böse.
Eher der eines Mannes, der jemanden retten wollte, bevor es zu spät war. „Obermaier hat heute viel durchgehen lassen“, fuhr Gruber fort. „Wäre es nach ihm gegangen, wärst du rausgeflogen. Und zwar heute. Sofort.“ Tony schluckte schwer. Das Wissen traf ihn wie ein Schlag. „Ich… hab’s verstanden.“ Gruber legte ihm kurz, überraschend vorsichtig, eine Hand auf die Schulter. „Gut. Du hast Talent, Junge. Lass dir das nicht von einem Fehler zerstören.“ Dann wandte er sich zur Küchentür. „In fünf Minuten beginnt der Mittagvorbereitungsdienst. Frisch machen, konzentrieren – und keine Dummheiten mehr.“ Tony nickte. Sein Blick folgte Gruber bis zur Tür.

Als er allein war, atmete er tief aus. Schmerz, Erleichterung, Angst, Dankbarkeit – alles mischte sich in ihm zu einem Knoten, der langsam kleiner wurde. Er band sich die Schürze um. ‚Nie wieder‘, sagte er sich. ‚Nie wieder Tony-Heldentaten – egal wie sehr es jemand braucht.‘ Doch irgendetwas in seiner Brust antwortete leise:
‚Aber Luis, Paul und Nick…‘

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