Mm-Spanking

Ein Spanking für die dreisten Weihnachtsdiebe

In der kleinen Stadt Lindenbeck war der Weihnachtsmarkt rund um das alte Rathaus mehr als nur eine Tradition – er war das Herz des Winters. Jedes Jahr, wenn die Fachwerkhäuser von Lichterketten umrahmt wurden und der Duft von gebrannten Mandeln und Glühwein durch die Gassen zog, wusste jeder: Jetzt beginnt die stillste und schönste Zeit des Jahres.

Doch in diesem Jahr lag etwas Besonderes in der Luft. Nicht nur der erste Schnee hatte den Marktplatz in eine weiße Decke gehüllt, sondern auch ein leises Geheimnis, das von Tür zu Tür getragen wurde. Die Bürgermeisterin, Frau Sommer, hatte gemeinsam mit den örtlichen Firmen, Vereinen und Bewohnern eine Idee gehabt: Für die Kinder aus dem nahegelegenen Kinderheim sollte es eine Weihnachtsüberraschung geben – eine, die sie nie vergessen würden.

Wochenlang sammelten die Menschen der Stadt Geschenke. Der Spielwarenladen spendete Puppen und Baukästen, die Bäckerei legte süße Tüten mit selbstgebackenen Plätzchen dazu und selbst die kleine Schreinerei am Stadtrand fertigte liebevoll Holzspielzeug an. Abends saßen Familien an ihren Küchentischen, packten die Geschenke ein, banden Schleifen darum und legten kleine Karten bei, auf denen „Frohe Weihnachten“ stand – manchmal mit Namen, manchmal einfach nur mit einem Herz.

Direkt vor dem Rathaus stand ein großer, hölzerner Schlitten, liebevoll mit Tannenzweigen geschmückt und bis oben hin gefüllt mit Geschenken. Am nächsten Tag sollte die große Überraschung für die Kinder stattfinden. Der Schlitten war zum sichtbaren Symbol der Vorfreude geworden.

Da es im vergangenen Jahr jedoch zu Einbrüchen in einige der Marktbuden gekommen war, bei denen vor allem Geld und Alkohol gestohlen worden war, wollte die Stadt kein Risiko eingehen. Eine Kamera wurde am Rathaus angebracht und ein Sicherheitsdienst übernahm die nächtliche Kontrolle des Platzes. Als gegen Mitternacht der letzte Glühwein ausgeschenkt und die Lichter an den Buden gelöscht wurden, kehrte Ruhe ein. Nur der Schlitten stand noch da, still und schwer beladen im Mondlicht.

Kurz nach 3 Uhr nachts war auf dem Bildschirm im Wachraum plötzlich Bewegung zu sehen. Der Sicherheitsmann, Herr Krüger, runzelte die Stirn. Drei Gestalten schlichen um den Schlitten herum, duckten sich, blickten nervös über den Platz. Er griff zum Funkgerät und informierte vorsorglich die Polizei, dann machte er sich selbst auf den Weg. Als Herr Krüger näherkam, sah er sofort, dass etwas nicht stimmte. Mehrere Geschenke lagen geöffnet im Schnee, buntes Papier war achtlos zur Seite geworfen worden. Einer der Männer hielt gerade eine Spielekonsole in den Händen, ein anderer stopfte Süßigkeiten in seine Jackentasche.

Herr Krüger blieb stehen, stellte sich breitbeinig auf und ließ seine Taschenlampe aufblitzen, in der anderen Hand einen Taser. „Was macht ihr da?“, rief er scharf. „Alles fallen lassen und einen Schritt zurücktreten!“ Die drei zuckten zusammen und fuhren herum. Einer ließ ein Geschenk fallen, ein anderer fluchte leise. Der Dritte, offenbar der Anführer, zog die Schultern hoch und grinste provokant. „Was willst du denn machen?“, fragte er spöttisch. „Uns Hausverbot geben?“ Herr Krüger machte keinen Schritt näher, hielt aber die Lampe fest auf sie gerichtet. „Ich will gar nichts machen“, erwiderte er ruhig. „Das erledigt gleich die Polizei. Die ist nämlich schon unterwegs.“

„Ach ja?“ Der Dritte, der noch immer ein Geschenk in der Hand hielt, ließ es demonstrativ fallen. „Wegen ein paar Spielsachen? Übertreib mal nicht.“ Ein anderer stimmte ihm zu. „Ganz genau, reg dich ab, Alter“, meinte er frech. „Ist doch genug für alle da.“ Herr Krüger antwortete kalt. „Das sind keine Spielsachen für euch, sondern Spenden für Kinder. Und ihr begeht hier gerade einen Diebstahl. Also: Hände weg vom Schlitten.“ Die drei kletterten vom Schlitten. Einer der Männer machte einen halben Schritt auf ihn zu. Herr Krüger reagierte sofort und hob die Hand. „Stopp. Stehen bleiben! Noch einen Schritt und ich drücke den Alarm.“ Er zeigte auf das Funkgerät an seiner Schulter. Die Kamera über dem Rathaus blinkte unauffällig, als er darauf zeigte. „Ihr seid übrigens auf Band“, fügte er hinzu. „Jede Bewegung.“ Der Mann blieb stehen, fluchte, wich aber zurück. „Du spielst dich hier ganz schön auf“, knurrte ihr Anführer. „Nein“, sagte Herr Krüger ruhig, aber mit fester Stimme. „Ich mache meinen Job.“ Er positionierte sich so, dass eine der Buden hinter ihm lag und er die drei vor sich im Blick hatte, mit etwas Abstand. Seine Stimme blieb gleichmäßig und kontrolliert. „Nebeneinander aufstellen! Hände sichtbar. Keiner greift mehr in die Taschen.“

„Was, hast du Angst?“, höhnte einer, zog aber widerwillig die Hände aus der Jacke. „Etwas mehr Respekt würde euch guttun“, antwortete Herr Krüger knapp und sah die drei streng an. Sekunden dehnten sich. Dann hörte man das ferne Brummen eines Autos. Einer der Diebe kickte nervös gegen ein Stück Geschenkpapier. „Ist doch lächerlich“, murmelte er. „Weihnachten und so ein Aufriss.“ Herr Krüger sah ihn fest an. „Genau deswegen. Weihnachten. Und ihr steht hier und reißt Geschenke für Kinder auf. Schämt euch!“ Das Grinsen verschwand langsam aus den Gesichtern. Dann tauchte am Rand des Marktplatzes das Blaulicht auf, tauchte den Schnee in flackerndes Blau. Ein Polizeiwagen hielt, Türen schlugen zu.

Herr Krüger entspannte sich erst, als die Beamten neben ihm standen. „Drei Personen beim Diebstahl ertappt“, sagte er sachlich. „Mehrere Geschenke wurden bereits geöffnet. Es ist alles auf Band.“ Die Polizisten übernahmen. Einer der Diebe versuchte noch, einen frechen Spruch zu machen und die Situation herunterspielen. Auch ein anderer tat so, als sei alles nur ein harmloser Spaß gewesen, doch seine Stimme klang nicht mehr ganz so sicher. Während die Handschellen klickten, blieb Herr Krüger einen Moment stehen und sah zum Schlitten zurück. Er atmete tief durch. Zerknülltes Papier lag im Schnee, offene Pakete daneben.

Die Polizisten nahmen die drei mit aufs Revier. Der Verhörraum roch nach kaltem Kaffee und Reinigungsmittel. Ein nackter Tisch, vier Stühle, grelles Neonlicht. Die drei jungen Männer saßen nebeneinander, breitbeinig, Jacken noch an, als wären sie nur kurz hereingebeten worden. Einer wippte mit dem Fuß, ein anderer kaute demonstrativ Kaugummi. Ihr Anführer lehnte sich demonstrativ zurück und verschränkte die Arme. „Wegen ein paar Geschenken macht ihr so ein Theater?“, sagte er grinsend. „Ist doch Weihnachten.“

Der Polizist Kruse legte eine Mappe auf den Tisch und setzte sich ihnen gegenüber. Seine Kollegin, Frau Neumann, blieb stehen, die Arme verschränkt. „Namen“, sagte Kruse ruhig. „Wozu?“, grinste der Anführer. „Ihr kennt uns doch eh schon.“ Neumann zog eine Augenbraue hoch. „Das werden wir gleich sehen. Namen. Jetzt!“ Widerwillig nannten sie ihre Vor- und Nachnamen – Lukas, Fabian und ihr Anführer Max. Kruse blätterte in der Mappe und nickte langsam. „Interessant“, sagte er. „Alle drei gerade volljährig. Herzlichen Glückwunsch nachträglich.“

„Danke“, meinte Max sarkastisch. „Gibt’s auch Kuchen?“ Kruse sah nicht auf. „Dafür gibt’s jetzt Erwachsenenstrafrecht.“ Das Lächeln blieb. „Ach komm“, sagte Fabian. „War doch nur’n bisschen Weihnachts-Shopping.“ Neumann trat einen Schritt näher. „Ihr seid nachts auf einen gesicherten Marktplatz gegangen, habt Spenden für ein Kinderheim aufgerissen und eingesteckt. Das ist kein Spaß, das ist Diebstahl. In besonders widerwärtigem Kontext.“ Der Kaugummi knallte. „Jetzt übertreibst du aber.“ Kruse schob ihnen Fotos über den Tisch zu: aufgerissenes Geschenkpapier, geöffnete Pakete im Schnee, der Schlitten. „Erwischt auf frischer Tat. Kamera, Sicherheitsdienst, Zeugenaussagen. Und…“, er tippte auf die Mappe, „ihr seid keine Unbekannten.“

„Was soll das heißen?“, fragte Lukas, während sein Blick kurz zuckte. „Sachbeschädigung“, las Kruse vor. „Ladendiebstahl. Körperverletzung in Tateinheit mit… na ja, das kennen wir schon. Jugendstrafrecht hat euch bisher den Rücken freigehalten.“ Neumann beugte sich vor. „Aber das ist jetzt vorbei.“ Max lachte laut auf. „Oh nein. Jetzt kommt der große Hammer, oder was?“ Kruse hob den Blick. Seine Stimme blieb ruhig, aber kälter. „Diebstahl. Mehrere Geschädigte. Bewährung ist kein Automatismus mehr. Geldstrafe, Sozialstunden, vielleicht mehr.“

„Vielleicht, vielleicht“, spottete Fabian. „Ihr labert doch nur.“ Neumann schlug die Hand flach auf den Tisch. Der Knall ließ selbst den Kaugummi-kauenden Max zusammenzucken. „Hört auf zu grinsen. Ihr seid gerade dabei, euch alles selbst zu verbauen.“ Einen Moment lang war es still. Dann lehnte sich Max zurück. „Ist uns egal. Knast ist auch warm.“ Kruse schloss die Mappe. „Das sagt ihr jetzt. Später nicht mehr.“ Max grinste wieder. „Ach ja? Dann sperrt uns halt ein. Weihnachten ist eh nervig.“ Neumann richtete sich auf. „Wisst ihr, was das Bittere ist?“
Keiner antwortete. „Diese Geschenke waren für Kinder, die ohnehin wenig haben. Ihr habt sie geöffnet, beschädigt und stehlen wollen. Findet ihr das wirklich lustig?“ Max rollte mit den Augen. „Die kriegen schon neue. Ist doch versichert.“ Der Polizist schüttelte langsam den Kopf. „Hier geht es nicht um Versicherung oder Wert. Alle haben sich zusammengetan, um diesen Kindern eine Weihnachtsüberraschung zu bereiten. Und ihr habt heute Nacht entschieden, dass euch das scheißegal ist.“ Fabian zuckte mit den Schultern. „Nicht unser Problem.“ Kruse stand auf. „Doch. Ab jetzt schon.“

Er klopfte an die Tür. Zwei Beamte erschienen. „Bringt sie in die Zellen“, sagte er ruhig. „Morgen geht das zum Staatsanwalt.“ Als die drei hinausgeführt wurden, lachten sie noch und warfen freche Bemerkungen über die Schulter. Das Lachen hallte kurz durch den Flur – und verstummte dann hinter der schweren Tür. Im Verhörraum blieb das grelle Licht zurück. Neumann atmete langsam aus. „Die lachen jetzt“, sagte sie leise. Kruse nickte. „Noch.“ Das Lachen von Max, Fabian und Lukas hing ihm im Kopf nach – dieses respektlose, selbstsichere Lachen von jungen Männern, die glaubten, dass ihnen ohnehin nichts passieren würde. Zu Hause fand er keinen Schlaf. Immer wieder sah er die aufgerissenen Geschenke vor sich, das zerfetzte Papier im Schnee. Nicht wegen des materiellen Schadens, sondern wegen der Gleichgültigkeit dahinter. Gegen fünf Uhr morgens stand er auf, kochte sich einen starken Kaffee und griff zum Telefon.

Zuerst rief er den Staatsanwalt an. „Ich weiß, es ist früh…“, begann Kruse und erzählte dann von dem nächtlichen Vorfall und der Dreistigkeit der Diebe, „… dieser Fall vom Weihnachtsmarkt lässt mir keine Ruhe.“ Am anderen Ende herrschte kurz Stille, dann ein Seufzen. „Die drei“, sagte der Staatsanwalt. „Gerade volljährig, lange Liste. Was haben Sie im Sinn?“ Kruse sprach ruhig, überlegt. Er schlug keine Gewalt vor, keine Demütigung um der Demütigung willen. Er sprach von Verantwortung, von Sichtbarkeit, davon, dass Wegsperren allein bei solchen Typen oft nichts bewirkte. Als er fertig war, sagte der Staatsanwalt nur: „Das ist… ungewöhnlich. Aber rechtlich machbar. Wenn alle Beteiligten zustimmen.“ Der nächste Anruf ging an den Bürgermeister. Dieser hörte aufmerksam zu, stellte Rückfragen, schwieg lange. Dann sagte er: „Wenn wir das tun, dann richtig. Öffentlich. Transparent. Und mit klarer Botschaft.“ Noch vor 6 Uhr morgens war die Entscheidung gefallen.

Als Max, Fabian und Lukas kurz nach acht Uhr aus den Zellen geholt wurden, grinsten sie immer noch. „Na, geht’s jetzt endlich nach Hause?“, fragte Fabian frech. Kruse sah ihn ruhig an. „Ihr habt gleich einen Termin.“ Lukas spottete: „Mit wem denn?“ Kruse sah ihn ernst an. „Mit der Stadt“, antwortete er.

Eine Stunde später standen sie auf dem Marktplatz. Der Weihnachtsmarkt war noch nicht geöffnet, aber Arbeiter bauten Buden auf, Passanten blieben stehen. Vor dem Rathaus war ein kleiner Bereich abgesperrt. Der Schlitten stand dort – abgedeckt, aber sichtbar. Daneben auf einer kleinen Bühne ein Tisch, darauf die beschädigten Geschenke. Der Bürgermeister trat ans Mikrofon vor. Keine große Rede, keine Wut. Nur klare Worte.

„Diese drei jungen Männer“, sagte er laut, „wurden vergangene Nacht beim Diebstahl von Geschenken ertappt, die für die Kinder aus unserem Kinderheim bestimmt waren.“ Ein Raunen ging durch die Menge. Köpfe drehten sich. Einige erkannten die Gesichter. Max lachte leise. „Was soll der Zirkus?“ Der Staatsanwalt trat hinzu. „Da sie volljährig sind, tragen sie die volle Verantwortung. Die Stadt und die Geschädigten haben sich auf eine Maßnahme geeinigt, die Teil des Verfahrens ist.“ Fabian hob die Augenbrauen. „Jetzt kommt’s.“

„Ihr werdet euch hier und jetzt, öffentlich entschuldigen“, sagte der Staatsanwalt. „Ihr werdet sagen, was ihr getan habt – und für wen diese Geschenke gedacht waren. Und ihr werdet heute den ganzen Tag hierbleiben. Sichtbar, als Täter, die sich ihrer Tat stellen.“ Ein Schild wurde gebracht, schlicht, ohne Häme. Darauf stand: Diese Geschenke waren für Kinder. Wir wollten sie stehlen. Max verdrehte die Augen. ‚Was sollte das bringen?‘ Gut dann würden sie halt hier stehen. ‚Auch egal!‘, dachte er und grinste verächtlich.

Doch als sich die Nachricht wie ein Lauffeuer durch Lindenbeck verbreitete, blieb der Marktplatz nicht lange leer. Erst waren es nur Neugierige, dann immer mehr Menschen, die stehen blieben und dazukamen, tuschelten, schließlich laut wurden. Eine dichte Traube bildete sich vor der Bühne, die Gesichter waren ernst, empört, manche wütend. „Das sind also die, die die Geschenke klauen wollten?“, rief eine Frau aus der Menge. „Unfassbar!“, schimpfte jemand anderes. „Für Kinder! Ihr solltet euch schämen!“

Max, Fabian und Lukas standen daneben, bewacht, ohne Handschellen – und zum ersten Mal spürten sie, dass die Blicke schwerer wogen als zuvor und sich die Stimmung zunehmend aufheizte. Das anfängliche Grinsen wurde unsicherer. Ein Mann mit wettergegerbtem Gesicht trat nach vorn. „Früher“, rief er laut, „hätte man die Diebe an den Pranger gestellt! Damit jeder wusste, mit wem er’s zu tun hat.“ Zustimmendes Murmeln ging durch die Menge. Ein weiterer, älterer Herr mit Stock hob die Stimme: „Uns hätten sie früher die Hosen strammgezogen, das sag ich euch! Danach wäre Ruhe gewesen und keiner hätte nochmal gewagt lange Finger zu machen.“ Ein paar lachten, andere nickten ernst. Die Stimmung kippte spürbar. Der Ruf nach einer spürbaren Strafe wurde lauter, emotionaler. Der Bürgermeister hob beschwichtigend die Hände. „Bitte“, sagte er, „wir leben in einem Rechtsstaat.“

„Und deshalb sollen sie davonkommen?“, rief jemand zurück. „Ein paar Stunden Arbeit, ein bisschen Du-du, das ist doch ein Witz!“ Kruse beobachtete die Szene genau. Er sah, wie Lukas nervös schluckte, wie Fabian den Blick senkte, Max` Kiefer angespannt war. Das hier war kein Spott mehr. Das war öffentlicher Druck. Der Bürgermeister trat einen Schritt zurück, zog den Staatsanwalt und Kruse kurz zur Seite. Man sprach leise, aber eindringlich. Der Bürgermeister blickte wieder zur Menge, dann zu den drei jungen Männern. Er atmete tief durch.

„Wir werden dem Wunsch der Bürger nachkommen“, sagte er schließlich laut. Ein Raunen ging durch die Menge. „Aber nicht aus Rache. Sondern, damit verstanden wird, was Verantwortung bedeutet.“ Er wandte sich an Max, Fabian und Lukas.

„Ihr habt selbst gehört, was die Bürger unserer Stadt gefordert haben und sie haben recht. Da euch alles egal zu sein scheint, ist eine echte Strafe von Nöten, die euch zeigt, dass es so nicht weiter gehen kann. Das euer Verhalten einfach nicht mehr toleriert wird. Aus diesem Grund haben wir entschieden, dass ihr hier vor allen öffentlich bestraft werdet, nach guter alter Sitte. Unser Polizeihauptmeister Kruse wird seines Amtes walten und euch die geforderten Hosen strammziehen.“ In diesem Moment betrat der Weihnachtsmann die kleine Bühne, gefolgt von Frau Neumann, die ihrem Kollegen Kruse einen alten Prisonstrap, aus der Vitrine im Polizeirevier, überreichte. „Und da ihr unsere Weihnachtsüberraschung verderben wolltet, wird Santa auch noch ein Wörtchen mitzureden haben.“ Der Weihnachtsmann nickte und rief laut: „Böse Buben gehören bestraft, oder?“, rief er in die Menge und zog eine Rute hinter seinem Rücken hervor. Die Menge johlte. Max fing an zu lachen. „Jaja, schönes Schauspiel! Ihr wollt uns doch nur Angst machen. Haha, selten so gelacht.“ Die Menge wurde lauter und applaudierte, als plötzlich ein stabiler Arbeitsholzbock mittig auf der Bühne aufgestellt wurde. „Gebt es ihnen, aber richtig! – Das Lachen soll ihnen vergehen!“, riefen einige. „Aber auf den Blanken!“, warf der alte Herr mit dem Stock erneut ein.

Max` Lachen erstarb. „Ihr meint das nicht ernst“, murmelte Lukas. „Doch“, sagte Kruse ruhig. „Sehr ernst.“ Der Bürgermeister ergänzte: „Jeder, der heute hier vorbeikommt, wird sehen, dass Handeln Konsequenzen hat.“ Ein älterer Mann aus der Menge klatschte in die Hände. Eine Frau flüsterte etwas zu ihrem Mann, dann klatschten auch sie und viele andere schlossen sich an. Die Blicke brannten. Zum ersten Mal wirkten Max, Fabian und Lukas unsicher. „Und wenn wir keinen Bock haben?“, fragte Max und versuchte sich selbstsicher zu geben. Der Staatsanwalt sah ihn an. „Dann sehen wir uns im Gerichtssaal wieder. Und dort wird es deutlich unbequemer.“ Fabian erstarrte. „Das ist doch krank“, murmelte er. Kruse sah ihn schulterzuckend an. „Das ist der Wille der Bürger.“ Der Bürgermeister ergänzte: „Unsere Bürger wollen eine klare Bestrafung, eine die Wirkung zeigt. Alle anderen Versuche euch zur Räson zu bringen, sind schließlich gescheitert.“ Die Menge war stiller geworden. Kein Johlen, kein Applaus. Nur gespannte Aufmerksamkeit. Lukas schluckte. „Müssen wir das wirklich…?“ Der Staatsanwalt nickte. „Oder wir gehen den formellen Weg. Gericht, Urteil, bei euren Vorstrafen landet ihr für mindestens ein Jahr in Horizont – der Besserungsanstalt für junge Straftäter. Eure Entscheidung.“

Stille. Ein langer Moment verging. Die drei hatten bereits von Horizont gehört, von den strengen Regeln und auch den ständigen körperlichen Strafen schon für kleinste Vergehen. Lukas sprach es als erster aus, dass er dort auf keinen Fall landen wollte und stimmte zögernd zu. Fabian folgte. Max zuletzt und trat nach vorne, die Stimme rau. „Wir… wir nehmen die Strafe an.“, sagte er stockend. Ein Raunen ging durch die Menge, diesmal anders – schwerer, ernster. Kruse sah, wie etwas in den Gesichtern der drei zerbrach. Aus Angst vor der Strafe und weil sie plötzlich verstanden hatten, dass sie nicht mehr anonym gewesen waren. Dass ihr Handeln Gesichter hatte. Und Augen. Und Stimmen. Und sich alle gegen sie stellten. Der Marktplatz lebte weiter um sie herum. Doch für Max, Fabian und Lukas war dieser Morgen der erste, an dem Weglachen nicht mehr funktionierte. Kruse fackelte nicht lange, den schweren Prisonstrap in der Hand, wies er die drei Diebe an, sich neben dem Arbeitsbock aufzustellen. Lukas sollte als Erster vortreten und sich über den Bock beugen.

Lukas war blass geworden. Noch niemals in seinem Leben war er körperlich bestraft worden. Seine Eltern hatten auf eine antiautoritäre Erziehung gesetzt, hatten ihn machen lassen. Doch als er in der Pubertät die falschen Freunde in Fabian und Max fand, half alles Reden nicht mehr. Verzweifelt mussten sie zusehen, wie ihr Sohn mehr und mehr auf die schiefe Bahn geriet. Mit zittrigen Knien trat er vor, stellte sich vor den Holzbock und beugte sich tief darüber. „Beine auseinander. Die Hände an die Beine des Bocks!“, forderte ihn Frau Neumann auf, die ihren Kollegen unterstützte und Lukas im Rücken nach unten hielt. Kruse ging hinüber, zog ihm die Hose so hoch wie möglich und schlug seine Jacke nach oben, so dass der Hosenboden sichtbar wurde. Dann stellte er sich neben Lukas auf und nahm Maß. Lukas Gedanken überschlugen sich, als er wahrnahm, wie der Polizist Schwung nahm. Ängstlich kniff er die Augen und umgriff die Beine des Bocks fester. „Aaaah!“, schrie er überrascht auf, als ihn der dicke Lederstrap quer über beide Backen traf und einen breiten brennenden Streifen auf seinem Hintern hinterließ. Sein Puls raste und er spannte alle Muskeln an, als er den nächsten Schlag herannahen sah. Wieder schrie er auf, als er kurz unterhalb der vorherigen Stelle erneut getroffen wurde. Kruse schlug erneut zu und Lukas atmete keuchend ein und aus, biss die Zähne zusammen und verzog schmerzverzerrt das Gesicht. Es folgten weitere feste Hiebe, die ihn aufstöhnen ließen, dann wurde die Strafe vom Staatsanwalt nach Schlag Nummer 12 unterbrochen. Neumann ließ Lukas los, der sich schnell und mit hochrotem Kopf aufrichtete und einen Schritt zurücktrat, während er seine brennenden Backen durch die Hose rieb. „Die restliche Strafe erfolgt, wie gefordert, auf den Blanken.“, verkündete der Bürgermeister. Die Menge johlte und klatschte. Lukas erstarrte und schüttelte den Kopf. „Niemals! Ich lass doch hier nicht die Hose vor allen runter!“, begann er entrüstet. Der Staatsanwalt unterbrach ihn. „Entweder das oder Horizont erwartet dich. Du hast die Wahl!“ Er überlegte hin und her. Doch schließlich gab er widerwillig klein bei und nestelte an seinem Hosenbund. Dann zog er langsam die Hose bis hinab zu den Knien, drehte sich zurück zum Arbeitsbock um und zog dann zögerlich auch die Boxershorts herunter. Schützend legte er eine Hand vor sein Intimstes, bevor er sich, auf eine Aufforderung von Frau Neumann hin, erneut darüber beugte. Aus der Menge kamen anerkennende Pfiffe und Zwischenrufe als er ihnen so, seine bereits geröteten Backen ungewollt präsentierte. „Weiter so! – Da passt noch was drauf!“

Lukas schloss erneut die Augen und wünschte sich an einen anderen Ort, das Ganze war ihm unglaublich peinlich. Ein lautes Klatschen und ein viel schlimmerer Schmerz als zuvor, rissen ihn aus seinen Gedanken. Der erste Treffer auf seinen blanken Hintern brannte wie Feuer und er stöhnte laut auf. Kurz darauf traf ihn der Strap erneut. Vor Schmerz versuchte er sich aufzurichten, doch Neumann drückte ihn wieder hinab. Verzweifelt japste er nach Luft, als der nächste Hieb folgte. „Aaah!“, schrie er auf, als ihn das Leder direkt auf den Übergang zu den Oberschenkeln traf. Tränen traten ihm in die Augen, als ein fester Schlag nach dem anderen folgte. Er schrie seinen Schmerz hinaus, jegliche Scham war vergessen, als er die Beine in die Luft warf und nach hinten austrat. Es gab nur noch das Brennen auf seinem Hintern, um das seine Gedanken kreisten, dass mit jedem Treffer unerträglicher wurde. Als seine Backen bereits tiefrot glühten, unterbrach der Staatsanwalt erneut, nach 12 weiteren Hieben. Neumann lockerte ihren Griff und Lukas streckte sich langsam. Zögerlich befühlten seine Hände seinen wunden Hintern und verzog schmerzerfüllt das Gesicht, bevor er vorsichtig seine Boxershorts und die Hosen hochzog. „Uuuh!“, stöhnte er leise auf, als der Stoff über seine empfindliche Haut rieb. Langsam wurde er von Neumann zurück an seinen Platz, neben Fabian und Max geführt. Mit gesenktem Kopf stand er neben den beiden und rieb verstohlen seine brennenden Backen. Die Menge klatschte, einige Pfiffe ertönten.

Neumann ergriff Fabian am Arm, der ihr zögerlich zum Arbeitsbock auf die Mitte der Bühne folgte. Mit Entsetzen hatte er angesehen, wie hart Lukas bestraft wurde und ihm schwante Übles. Von seinen Eltern hatte er früher zwar ab und an mal einen Klaps hintendrauf bekommen, aber nie mehr und das letzte Mal war auch schon lange her. Mit zittrigen Knien ließ er sich widerstandslos über den Holzbock beugen und nach unten drücken. Jeglicher Übermut war ihm vergangen und er wartete nervös den ersten Schlag ab, als er Kruse nähertreten sah. Wie auch Lukas zuvor, wurde er überrascht von der Wucht des Schlages und dem anschließenden Brennen. Laut stöhnte er auf und umklammerte das Holzbein des Bocks. Dann erhielt auch er ein Dutzend mit dem Prisonstrap auf den Hosenboden und anschließend ein weiteres Dutzend auf den nackten Hintern. Schmerzgeplagt wand er sich, besonders unter den letzten zwölf Hieben, so dass Neumann alle Mühe hatte, ihn in Position zu halten. Als er es geschafft hatte, erhob er sich schniefend und umklammerte seine feuerroten, mit dicken, roten Striemen übersäten Backen. Er brauchte einen Moment, bevor er sich langsam anzog und von Frau Neumann begleitet, zurück in die Reihe trat. Wieder kam tosender Applaus aus der Menge.

Als Neumann nun Max am Arm ergriff, wand dieser sich aus ihrem Griff und sah sie verächtlich an. Hocherhobenen Hauptes schritt er nach vorn, zeigte dem Publikum den Mittelfinger und beugte sich dann über den Bock. Neumann trat von der anderen Seite heran und hielt ihn im Rücken fest. Kruse hatte das Ganze beobachtet und trat mit ernster Miene nach vorn. „Der braucht es besonders! – Ja genau, gib´s ihm ordentlich!“, riefen einige der Bürger und weitere stimmten ein. ‚Das sehe ich aber auch so!‘, dachte sich Kruse und platzierte den Strap probehalber mittig auf den herausgestreckten Backen. Dann holte er weit aus und fetzte Max den Lederriemen mit voller Kraft auf die anvisierte Stelle. „Umpf!“ Mit solch einer Härte hatte auch Max nicht gerechnet, doch er biss die Zähne zusammen. ‚Von ihm würden sie nicht einen Ton hören.‘, nahm er sich wütend vor und schnaubte verächtlich. Mit gleichbleibender Kraft zog ihm Kruse einen Schlag nach dem anderen über. Max kämpfte mit sich und dem zunehmenden Schmerz, doch er überstand die ersten Zwölf, ohne große Reaktionen zu zeigen. Tief Luft holend richtete er sich auf, nach der Unterbrechung durch den Staatsanwalt, zog seine Hose samt enger Boxershorts hinab und stellte sich dann wieder vor dem Holzbock auf. Er warf Kruse einen finsteren Blick zu, bevor er seine Position wieder einnahm. ‚Wollen wir doch mal sehen, ob wir dich nicht auch noch kleinkriegen!‘, dachte sich Kruse und grinste, als er sich neben ihm aufstellte. Auf ein Nicken des Staatsanwalts setzte er die Strafe fort und platzierte den ersten Schlag auf den Blanken mit viel Schwung direkt auf den Poansatz. Max kniff die Augen zusammen. ‚Verdammt tut das weh!‘, dachte er gequält. Keuchend kämpfte er gegen den Schmerz an. Trotz der kalten Temperaturen brach ihm der Schweiß aus, als er seinen Griff um die Beine des Strafbocks verstärkte. Zielsicher traf ihn der breite Riemen wieder und wieder, mit voller Wucht. Verzweifelt versuchte Max seinen Plan beizubehalten, trotz des unglaublichen Brennens auf seinem Hintern. Doch als das Ende des Riemens seinen Oberschenkel, kurz unterhalb der rechten Pobacke traf, war es auch um seine Beherrschung geschehen. „Aaaah!“, brüllte er lautstark und versuchte sich aufzubäumen. Nur unter Einsatz all ihrer Kräfte konnte ihn Neumann daran hindern und drückte ihn mit ihrem ganzen Gewicht nach unten, so dass sein Hintern noch steiler in die Luft ragte. Kruse nutzte die Gunst der Stunde und zog ihm noch weitere feste Hiebe über die besonders empfindliche Sitzfläche. Max jammerte und stöhnte, knickte in den Knien ein, warf ein Bein in die Luft, doch ohne Erfolg. Auch er erhielt sein Dutzend Hiebe direkt auf den Blanken. Als ihn der letzte Schlag traf und Neumann ihn losließ, schoss er blitzschnell nach oben und rieb stöhnend die getroffene Stelle. Während er auf Zehenspitzen tippelte und seinen Hintern über die Schulter begutachtete, versuchte er krampfhaft das Brennen auf seinem Hintern zu verreiben, ungeachtet dessen, dass er mit heruntergezogener Hose mitten auf der Bühne stand. „Autsch!“, stöhnte er und schnitt eine Grimasse. Dann zog er sich vorsichtig an und wurde von Neumann zurück an seine Position, neben Fabian, geführt. Diesmal ohne jeglichen Widerstand. Die Menge jubelte, zufrieden mit dem Resultat toste Applaus.

Der Bürgermeister übernahm das Mikrofon und bedankte sich bei Polizeihauptmeister Kruse für die gute Arbeit, dann sah er hinüber zum Weihnachtsmann. „So Santa, nachdem Kruse nun eindrucksvoll bewiesen hat, wie diese drei Diebe zu bestrafen sind, übergeben wir alles Weitere in deine Hände.“ Der Weihnachtsmann nickte und griff zur Rute. „Hose runter! Und dann beugt ihr euch nebeneinander über den Strafbock!“, forderte er sie streng auf. „Wie bitte? Noch mehr? Das halte ich nicht aus!“, stammelte Lukas und bekam erneut feuchte Augen. Auch Max und Fabian sahen ihn entsetzt an. „Das oder Horizont!“, erinnerte sie der Staatsanwalt. Die drei überlegten, doch dann gingen sie gemeinsam nach vorn, griffen in ihre Hosenbünde und zogen die Hosen hinab bis zu den Knöcheln, bevor sie ihre Positionen einnahmen. Hinter dem Bock stellten sich Neumann, Kruse und ein weiterer Polizist auf, um die drei nach unten zu halten und am Ausweichen zu hindern. Von der Bühne leuchteten dem Publikum drei feuerrote Hinterteile, von sich kreuzenden dicken Striemen gezeichnet, entgegen. Die Luft knisterte vor Anspannung. Max atmete tief durch, als er sah, wie der Weihnachtsmann neben ihn trat und umklammerte das Bein des Strafbocks mit beiden Händen. Fabian auf der anderen Seite tat es ihm gleich und Lukas in der Mitte verschränkte die Arme. Dann ging es los, mit einer schnellen Bewegung versetzte der Weihnachtsmann Max mit der Rute den ersten Schlag. Dieser grunzte und biss die Zähne zusammen. Die Rute brannte anders, als der breite Lederstrap zuvor und hinterließ viele kleine Striemen auf der Haut, bis hinüber zur Flanke, auf der die Enden landeten. Der Weihnachtsmann trat einen Schritt nach vorn und holte erneut aus. Lukas zuckte zusammen und stöhnte auf. Sofort wurde das Brennen auf seinem Hintern durch die Rute erneut entfacht. Und auch Fabian neben ihm erging es nicht besser. „Au!“ Als die Rutenenden ihn hart an der Flanke trafen, wollte er hochgreifen und die Stelle reiben, wurde jedoch von dem dritten Polizisten daran gehindert. Dann schritt der Weihnachtsmann den Weg wieder zurück und die jungen Diebe bekamen jeder den nächsten Schlag, in umgekehrter Reihenfolge. Mit schnellen Schritten wechselte der Weihnachtsmann von einem zum anderen, gefolgt vom Stöhnen und Jammern des jeweiligen Getroffenen. Alle Versuche den bissigen Hieben der Rute zu entkommen, verhinderten die drei Polizisten. So blieb den Delinquenten nur, brav ihre Hintern für die Strafe hinzuhalten und die Zähne zusammenzubeißen. Die Zeit schien stehengeblieben zu sein und die drei verzweifelten immer mehr, unter den wuchtigen Schlägen. Jeder Widerstand und Trotz waren verschwunden, stattdessen bereuten sie ihre Tat und ihr Verhalten und baten lautstark um Verzeihung. Nach weiteren zwei Dutzend Rutenhieben trat der Weihnachtsmann beiseite und gab den Blick auf drei dunkelrote, verstriemte Hinterteile frei. Applaus setzte ein und Pfiffe ertönten aus der umstehenden Menge. „Bravo!“, rief einer. „Das haben sie verdient!“, ein anderer. Mühsam richteten sich Max, Lukas und Fabian auf, nachdem die Strafe beendet war. Das Brennen auf ihren geschwollenen Hinterteilen war kaum auszuhalten und nur sehr langsam begannen sie sich anzukleiden. Die drei Polizisten brachten sie hinüber zum Auto und fuhren sie hinüber zur Wache. Zurück blieben der Bürgermeister und der Staatsanwalt, die sich für ihre Entscheidung die drei öffentlich zu bestrafen feiern ließen. In der Wache angekommen, wurden die drei Diebe zurück in ihre Zellen geführt – diesmal war kein Lachen zu hören. Stattdessen hörte man sie hörbar ausatmen und aufstöhnen, als ihre blanken Hinterteile mit einer kühlenden Salbe versorgt wurden, während sie bäuchlings auf den Pritschen lagen. Dort blieben sie, bis sie mit mahnenden Worten von Polizeihauptmeister Kruse und dem abgenommenen Versprechen nie wieder straffällig zu werden, von ihren Eltern abgeholt wurden.

Am späten Nachmittag des 4. Advent, war es dann soweit. Der Schlitten war neu hergerichtet. Die beschädigten Geschenke waren ersetzt, das Papier frisch, die Schleifen sorgfältig gebunden. Der Marktplatz war voller Menschen, doch diesmal tranken sie ihren Punsch etwas leiser, rückten näher zusammen und blickten erwartungsvoll zur kleinen Bühne vor dem Rathaus. Die Kinder aus dem Heim standen vorne, dick eingepackt in bunte Schals, manche schüchtern, manche mit großen, neugierigen Augen. Von dem nächtlichen Vorfall und der Strafe am Vormittag hatten sie nichts mitbekommen. Plötzlich erklang eine Glocke. Ein Raunen ging durch die Menge, als der Weihnachtsmann erschien – mit rotem Mantel, weißem Bart und einem Lächeln, das wärmer war als jedes Feuer. Neben ihm standen große Säcke, prall gefüllt mit Geschenken. „Ho ho ho“, lachte er, „ich habe gehört, hier in Lindenbeck wohnen besonders fleißige und liebe Menschen.“

Eines nach dem anderen wurden die Kinder aufgerufen. Zögernd nahmen sie ihre Pakete entgegen, rissen das Papier auf und staunten. Lachen, leises Staunen und manchmal auch Freudentränen mischten sich unter das Glockenspiel des Rathauses. Für einen Moment schien die ganze Welt stillzustehen. Niemand bemerkte, dass der Weihnachtsmann nach der letzten Übergabe kurz die Handschuhe auszog – und man die vertraute Uhr des Postboten Paul an seinem Handgelenk erkannte. Doch das spielte keine Rolle. Denn an diesem Abend wusste jeder: Der wahre Zauber von Weihnachten lag nicht im Kostüm, sondern in der Gemeinschaft. Als die Lichter langsam erloschen und die Kinder mit roten Wangen und vollen Armen zurück ins Heim fuhren, blieb auf dem Marktplatz ein Gefühl zurück, das wärmer war als jeder Glühwein: das Gefühl, gemeinsam etwas Wunderbares geschaffen zu haben.

3 Kommentare

  • Helmut Lorenzen

    Liebe Yve
    Wieder tolle Geschichte, sehr schön geschrieben
    Ich bewundere dich dafür, dass ich bei dir
    jeden Freitag eine tolle neue Geschichte
    lesen kann.
    Sehr subjektive Kritik von mir:
    In letzter Zeit bekommen es bei dir fast immer
    die Jungs Prügel auf den nackten.
    Die Geschichte hätte mir besser gefallen,
    wenn Polizei und Nikolaus die Hintern von
    drei dreisten Mädels gezüchtigt hätten.
    Und bei den Reihen Hauswirtschaftsschule
    Und Schulmädchen warte ich brennend auf
    neue Folgen.
    Wie auch immer, danke für die vielen
    Folgen 2025
    Wünsche dir Frohes Fest
    Helmut

    • Yve

      Vielen Dank Helmut 🙂 Ich wünsche dir auch besinnliche Weihnachtsfeiertage.

      Du hast recht, die Ideen für die Luis- und Tante Polly-Geschichten sind in letzter Zeit nur so gesprudelt. Aber es wird demnächst auch Fortsetzungen der Schulmädchen- und Hauswirtschaftsschul-Geschichten geben.

      Ich denke, die nächste Geschichte wird deinen Geschmack treffen, schau an Heiligabend mal vorbei. 😉

      Liebe Grüße
      Yve

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