Schulmädchen-Geschichten VII
Fortsetzung von Schulmädchen-Geschichten V und VI…
Als Hanna am nächsten Tag zum Frühstück nach unten kam, begann ihr Plan sich mit ihrem Vater wieder gut zu stellen, um den Hausarrest schnellstmöglich zu beenden. Bis jetzt hatte das immer geklappt und sie hatte ihn schon nach kurzer Zeit wieder um den Finger wickeln können.
Betont langsam nahm sie am Frühstückstisch Platz und verzog schmerzverzerrt das Gesicht, als sie auf dem Stuhl ihrem Vater gegenüber Platz nahm. Sie sah, wie sich der Blick ihres Vaters änderte und Mitleid in seinem Blick erschien. „Ssssh!“, zog sie hörbar die Luft durch die Zähne ein und bat ihn dann mit großen Kulleraugen, ob er sie heute nicht ausnahmsweise zur Schule fahren könnte, mit dem Fahrrad könne sie heute doch unmöglich so fahren. Dabei zeigte sie auf ihre schmerzende Kehrseite und verzog das Gesicht. Ihr Vater nickte sofort und wollte schon zustimmen, als ihre Mutter das Wort und seine Hand ergriff und diese drückte, während sie ihm mahnend in die Augen sah. „Du kannst auch laufen, Hanna. Die frische Luft wird dir guttun und denke daran, direkt nach dem Unterricht nach Hause zu kommen. Kein Marco, keine Treffen nach der Schule und keine Ausreden.“ Hanna erstarrte einen Moment. So lief das sonst nicht. Normalerweise war ihr Vater der Erste, der einknickte und ihre Mutter war diejenige, die nur den Kopf schüttelte. Jetzt aber saßen sie da wie eine Front. Ihr Vater räusperte sich und zog seine Hand langsam aus der ihrer Mutter zurück. Das Mitleid verschwand aus seinem Blick, ersetzt durch etwas Nachdenkliches. „Deine Mutter hat recht“, sagte er schließlich. „Hausarrest heißt Hausarrest. Und zur Schule kommst du selbst.“ Hanna ließ die Schultern sinken, aber nur minimal. Aufgeben kam noch nicht infrage. „Aber Papa“, setzte sie erneut an, diesmal leiser, beinahe zerknirscht. „Ich habe doch verstanden, dass ich Mist gebaut habe. Ich wollte dich nicht anlügen. Ich… ich hatte einfach Angst.“ Ihre Mutter hob eine Augenbraue. „Angst ist kein Grund zu lügen“, sagte sie ruhig. „Und schon gar kein Grund, andere vorzuschieben oder zu Unrecht zu beschuldigen.“
Hanna stocherte in ihrem Müsli. Der große Auftritt war gründlich schiefgelaufen. Trotzdem merkte sie, dass ihr Vater zuhörte. Also wechselte sie die Strategie. Keine Kulleraugen mehr, keine überspitzt gespielten Schmerzen. Stattdessen Ehrlichkeit – oder zumindest etwas, das nah genug herankam. „Ich will ja brav sein“, sagte sie. „Aber manchmal habe ich das Gefühl, alle behandeln mich noch wie ein Kind. Und dann reagiere ich halt blöd.“ Ihr Vater seufzte. „Erwachsen sein heißt nicht, dass einem keiner mehr etwas sagt. Es heißt, dass man Verantwortung übernimmt. Auch für Fehler.“ Der Rest des Frühstücks verlief still. Hanna zog sich ihre Jacke an und machte sich zu Fuß auf den Weg. Die kalte Morgenluft tat tatsächlich gut, auch wenn sie es niemals zugeben würde. Während sie lief, dachte sie nach. Nicht darüber, wie sie den Hausarrest umgehen konnte – sondern wie sie ihn vielleicht wirklich verkürzen konnte.
Der Schulhof lag noch im grauen Morgenlicht, als Hanna durch das Tor ging. Ihr Rucksack hing schwer an der Schulter und ihre Stimmung passte perfekt zum Wetter. Sie hatte kaum den Fahrradständer passiert, da tauchte Marco neben ihr auf, die Hände tief in den Jackentaschen. „Du siehst aus, als hättest du gegen die Welt verloren“, sagte er schief grinsend. Hanna schnaubte leise. „Fühlt sich auch so an.“
Sie setzten sich auf die niedrige Mauer neben dem Haupteingang, wo sie sonst ihre letzten Minuten Freiheit vor dem Unterricht verbrachten. Hanna erzählte ihm alles: die Beschwerde ihres Vaters beim Direktor, die Strafe für Fräulein Rührig, die aufgeflogene Lüge und ihre Bestrafung zu Hause. Als Marco erfuhr, dass sie zu Hause nicht nur übers Knie gelegt worden war, sondern anschließend auch noch den Gürtel und den Stock zu spüren bekommen hatte, wurden seine Augen groß. „Zeig mal her!“, forderte er sie auf. Hanna stand auf, drehte sich um und lüftete ein wenig ihren Schulrock. „Autsch, das muss weh tun!“, entgegnete er und strich vorsichtig über ihre Backen, als er die Spuren ihres gestrigen Spankings sah. Die Doppelstriemen des Rohrstocks waren noch immer gut zu erkennen und auch der breite Ledergürtel hatte, besonders an der Flanke, tiefrote Abdrücke hinterlassen. „Davon wirst du noch eine Weile was haben. Hast du dir ein Kissen mitgebracht?“, fragte er schelmisch, in dem Versuch sie aufzumuntern. „Haha, Witzbold!“, zischte sie und wollte sich wütend umdrehen. Doch er stand schnell auf, umschlang sie mit seinen Armen und drückte sie fest an sich. „Komm schon, das war ein Spaß.“, sagte er schnell lachend und küsste ihren Nacken, bevor er an ihrem Hals hinab wanderte und ihr weiter sanfte Küsse auf die Haut hauchte, die eine Gänsehaut bei ihr verursachten. Blitzschnell drehte er sie zu sich um und küsste sie direkt auf den Mund, während seine Arme ihre Taille umschlangen.
„Hausarrest bis Monatsende ist schon hart.“, meinte er schließlich. „Sag das nicht“, murmelte Hanna. „Kein Treffen, kein Abhängen, nichts. Ich soll nach der Schule direkt nach Hause wie ein Grundschulkind.“ Marco schwieg einen Moment, dann grinste er. „Und? Was ist der Plan?“ Hanna richtete sich ein wenig auf. In ihren Augen blitzte etwas von der alten Entschlossenheit auf – nur kontrollierter als sonst. „Ich ziehe das jetzt durch. Vorbildlich. Pünktlich nach Hause, Hausaufgaben ohne Diskussion, keine Widerworte. Ich helfe sogar freiwillig im Haushalt, wenn’s sein muss.“ Marco lachte leise. „Das will ich sehen.“ Hanna stieß ihn leicht mit dem Ellbogen an. „Ich mein das ernst“, sagte sie. „Bis jetzt hat das immer funktioniert. Meine Eltern sind nicht konsequent, wenn ich ihnen zeige, dass ich mich ‚gebessert‘ habe. Mein Vater vor allem. Wenn ich ein paar Tage durchhalte, fangen sie an zu zweifeln, ob die Strafe nicht übertrieben war.“ Marco sah sie nachdenklich an. „Und wenn diesmal nicht?“ Hanna zuckte mit den Schultern. „Dann… halte ich länger durch. Aber soweit kommt’s nicht.“
Die Schulklingel unterbrach sie. Sie standen auf und Marco umarmte sie noch einmal. Dann legte er seine Hände auf ihre Wangen und sah ihr tief in die Augen. „Schau mal, wir haben den ganzen Schultag für uns, jede Pause. Sei nicht traurig, wir finden schon einen Weg uns zu sehen.“, versicherte er ihr. Dann beugte er sich vor, gab ihr einen kurzen Kuss auf die Stirn und ließ sie los, gerade lange genug, um ihre Hand zu ergreifen. „Schon aber…“, begann Hanna und erzählte ihm schließlich vom Frühstück. „Meine Mutter hat ihn einfach ausgebremst“, sagte sie und schüttelte den Kopf. „Normalerweise hätte ich ihn da schon wieder weichgekocht. Aber diesmal… keine Chance.“ Marco verzog das Gesicht. „Positiv bleiben, du hast bis jetzt noch jede Schwierigkeit gemeistert.“ Hanna atmete tief durch. „Du hast ja recht“, murmelte sie. „Ich darf mich jetzt einfach nicht hängen lassen. Genau das würden sie erwarten.“ Langsam spürte sie diesen vertrauten Optimismus wieder. Sie hatte Fehler gemacht, ja. Aber sie hatte auch einen Plan. Und bisher war sie noch immer damit durchgekommen.
Gemeinsam gingen sie ins Schulgebäude. Die Flure füllten sich, Spinde klappten, Stimmen hallten. Für ein paar Minuten fühlte sich alles fast normal an. In der ersten Pause setzten sie sich wie immer ans Fenster im zweiten Stock. Hanna erzählte weiter, diesmal leiser. „Ich muss wirklich aufpassen“, sagte sie. „Wenn meine Mutter merkt, dass ich nur spiele, war’s das endgültig. Dann wird der Hausarrest eher verlängert als verkürzt.“ Marco nickte. „Dann spiel nicht. Sei halt wirklich brav.“ Hanna verzog den Mund. „Du hast leicht reden.“ Marco grinste schief. „Oder lass dich halt nicht erwischen.“ Sie verdrehte die Augen, musste aber lachen. Der Vormittag zog sich, aber überraschend erträglich. Hanna meldete sich im Unterricht, machte sich Notizen, widersprach niemandem. Fräulein Rührig warf ihr nur einen prüfenden Blick zu, sagte aber nichts. In der großen Pause stand Hanna am Fenster und sah hinaus auf den Schulhof. Als der Schultag endete, trennten sich ihre Wege am Ausgang. Normalerweise wären sie jetzt zusammen gegangen, irgendwohin, egal wohin. Heute nicht. „Schreib mir, wenn du zu Hause bist“, sagte Marco leise. Hanna nickte. „Mach ich.“
Pünktlich kam sie nach Hause. Kein Umweg, kein Marco. Sie setzte sich an den Küchentisch und erledigte ihre Hausaufgaben, ohne daran erinnert zu werden. Als ihr Vater später hereinkam, sah er sie überrascht an. „Du bist ja schon da“, sagte er. Hanna nickte. „Ich habe doch gesagt, ich komme direkt nach Hause.“ Er musterte sie einen Moment lang, dann lächelte er. „Wir reden am Wochenende“, sagte er. „Über Vertrauen. Und darüber, wie es weitergeht.“ Es war kein Freispruch. Aber es war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Hanna lächelte in sich hinein und nahm sich vor, ihn in den nächsten Tagen von ihrer Besserung zu überzeugen und vielleicht könnte sie ihn dann ja doch noch umstimmen.
Die Tage danach verliefen fast unheimlich reibungslos. Hanna kam pünktlich nach Hause, stellte ihren Rucksack ordentlich ab, fragte, ob sie helfen könne und erledigte ihre Hausaufgaben ohne ein einziges genervtes Seufzen. Sie räumte die Spülmaschine aus, brachte den Müll runter und sagte sogar „Gute Nacht“, ohne dass jemand sie daran erinnerte. Ihr Vater beobachtete das alles still. Am Mittwoch nickte er ihr anerkennend zu, als sie freiwillig den Tisch deckte. Am Donnerstag fragte er beiläufig: „Wie läuft’s in der Schule?“ Hanna lächelte. „Gut“, antwortete sie ehrlich. „Ich streng mich an.“ Am Freitagmorgen, beim Frühstück, tauschten ihre Eltern einen Blick. Hanna bemerkte es und hielt innerlich den Atem an. „Wenn das so weitergeht“, sagte ihr Vater langsam, „können wir am Wochenende nochmal über den Hausarrest reden.“ Hanna zwang sich, nicht zu lächeln. Stattdessen nickte sie ernst. „Okay.“
Der Schultag verging wie im Flug. Erst in der letzten Stunde, als Fräulein Rührig das Klassenbuch schloss und sagte: „Hanna, Marco – ihr wisst, was heute ist“, traf sie die Erkenntnis wie ein Schlag.
Nachsitzen. Freitag. Drei Stunden.
Hannas Magen zog sich zusammen. Sie griff nach ihrem Handy – kein Empfang im Klassenzimmer. In der Pause war es zu spät und dann saß sie schon im leeren Raum, starrte auf die Arbeitsblätter vor ihr und dachte nur an eines: Zu Hause warteten sie auf sie und wussten von nichts.
Der Klassenraum war still, fast schon drückend. Die Uhr über der Tafel tickte unerbittlich und die Arbeitsblätter raschelten bei jeder Bewegung. Marco hatte nach kaum zehn Minuten die Stirn auf die Tischplatte gelegt. „Ich halt das nicht aus“, murmelte er. „Diese Zettel, diese Stille … das ist Folter.“ Hanna sah nervös zur Tür. „Reiß dich zusammen. Es sind doch nur ein paar Stunden.“ Doch als Fräulein Rührig sich erhob und sagte, sie müsse kurz ins Sekretariat, änderte sich Marcos Blick schlagartig. Kaum war die Tür ins Schloss gefallen, griff er nach seiner Jacke. „Ich bin gleich wieder da“, flüsterte er. „Nur kurz eine rauchen.“ Hannas Augen wurden groß. „Bist du verrückt? Und wenn sie zurückkommt?“ Marco grinste, schon halb auf dem Weg zur Tür. „Dann sagst du, ich bin mal kurz für kleine Jungs.“ Er zwinkerte ihr zu – und verschwand. Hanna blieb allein zurück. Ihr Herz schlug schneller, je länger sie auf die Tür starrte. Sekunden vergingen. Dann Minuten. Als Fräulein Rührig wieder hereinkam, richtete sich Hanna hastig auf. Der Blick der Lehrerin wanderte sofort zum leeren Platz. „Wo ist Marco?“ Hanna schluckte. „Er… äh… er ist mal kurz für kleine Jungs.“ Fräulein Rührig musterte sie, sagte aber nichts und setzte sich an den Lehrertisch. Hanna versuchte weiterzuarbeiten, doch die Zahlen verschwammen vor ihren Augen. Fünf Minuten. Zehn. Marco kam nicht zurück.
Schließlich stand Fräulein Rührig wieder auf. „Das dauert ungewöhnlich lange“, sagte sie kühl. „Bleib hier, Hanna.“ Dann verließ sie den Raum. Die Tür fiel ins Schloss. Hanna starrte auf die Uhr. Sie wusste, dass das schiefgehen würde. Als Fräulein Rührig zurückkam, war ihr Gesichtsausdruck alles andere als ruhig. Hinter sich zog sie Marco am Ohr herein, sein Grinsen war verschwunden. Statt auf der Toilette, hatte sie ihn rauchend in der hintersten Ecke des Schulhofs entdeckt. Vor dem Lehrerpult angekommen, ließ sie ihn los und er rieb sich das pochende Ohr. Fräulein Rührig verschränkte die Arme. „Du scheinst den Sinn des Nachsitzens nicht verstanden zu haben. Aber das werden wir vertiefen.“ Marco senkte den Blick, als Fräulein Rührig ihn mit einem Blick ansah, der jede Ausrede im Keim erstickte.
„Rauchen auf dem Schulgelände ist verboten“, sagte sie ruhig, aber mit scharfer Kante. „Das weißt du. Und dennoch hast du dich entschieden, genau das zu tun – während eines Nachsitzens, das bereits eine Strafe war.“ Marco öffnete den Mund, schloss ihn wieder. „War doch nur kurz“, murmelte er schließlich. „Kurz oder lang ist unerheblich“, entgegnete Fräulein Rührig. „Es geht um dein Verhalten. Um Respekt. Und darum, ob du bereit bist, Konsequenzen zu tragen.“ Sie schlug das Klassenbuch auf. „Du wirst nächsten Freitag erneut nachsitzen. Drei Stunden. Und dieses Mal erwarte ich, dass du den Raum nicht ohne Erlaubnis verlässt. Ist das verstanden?“ Marco nickte, nun deutlich kleinlauter. „Ja.“ Fräulein Rührig schloss das Klassenbuch wieder und griff zum Schulpaddle an der Wand. „Gut, dann beug dich nach vorn. Die Hände auf Hanna´s Tisch! Du kennst die Strafe für Rauchen auf dem Schulgelände.“ Hanna sah sie entsetzt an und rutschte mit ihrem Stuhl nach hinten. Auch Marco blieb regungslos stehen und sah Fräulein Rührig irritiert an. „Wird’s bald!“, forderte ihn diese unbeeindruckt auf und so beugte er sich langsam nach vorn und stützte die Hände fest auf Hannas Tisch, während er ihr direkt in die Augen sah. „Tiefer!“, korrigierte ihn Fräulein Rührig und er stützte die Unterarme auf dem Tisch ab. Auf direkter Augenhöhe mit Hanna, wartete er nervös das weitere Geschehen ab.
Fräulein Rührig trat hinter ihn, zog ihm die Hose stramm und legte ihm das Paddle maßnehmend auf die herausgestreckten Backen. Dann holte sie aus und zog ihm das dicke Eichenholzpaddle schwungvoll über beide Backen. „Jau!“, jammerte Marco laut auf und verzog das Gesicht. Er holte tief Luft und ballte die Hände zu Fäusten, als ihn der zweite Schlag traf. „Arrgh“, knurrte er und biss die Zähne zusammen. Hanna sah den Schmerz in seinen Augen, jeder Schalk und Trotz war daraus verschwunden. Nur zu gern hätte sie ihm geholfen. Doch dazu gab es keine Möglichkeit, stattdessen musste sie mitansehen, wie er noch vier weitere feste Schläge erhielt und immer mehr um Beherrschung rang.
Nach dem ersten halben Dutzend forderte ihn Fräulein Rührig auf, seine Hose und Unterhose bis in die Kniekehlen herunterzuziehen. Langsam kam er der Aufforderung nach und öffnete den Knopf und Reißverschluss seiner Hose. Dann zog er blank und beugte sich erneut über Hanna´s Tisch. Mit geschlossenen Augen und tief durchatmend versuchte er sich für das Weitere zu wappnen.
Als seine Lehrerin nähertrat, öffnete er die Augen und sah über seine linke Schulter. So sah er den Schlag zwar kommen, wurde aber doch von dem jetzt sehr viel stärkeren Schmerz überrascht. „Aaah!“, schrie er und sprang auf. Mit zusammengekniffenen Augen legte er den Kopf in den Nacken und hielt mit beiden Händen seine schmerzenden Backen, während er ins Hohlkreuz ging. „Boah, tut das weh!“, jammerte er und sah sich über seine Schulter hinweg die getroffene Stelle an. Beide Pobacken zierte mittig je ein großer, roter Kreis, der sich hart und wund anfühlte und pochte vor Schmerz. „Zurück in Position!“, tadelte ihn Fräulein Rührig energisch. „Du willst wohl, dass ich von vorne anfange?!“ Marco schüttelte schnell den Kopf und beugte sich erneut über den Tisch. „Hanna, halte ihn an den Handgelenken fest.“, forderte sie ihre Mathematiklehrerin auf. Hanna gehorchte und war nun noch näher am Geschehen. Als das Paddle abermals krachend auf seinem Hintern landete, jaulte Marco erneut auf vor Schmerz und versuchte sich aufzurichten. Hanna hatte alle Mühe ihn festzuhalten und sah ihn entschuldigend an, als er sie mit weit aufgerissenen Augen ansah. Sekunden später erfolgte der nächste Treffer und Marco stöhnte auf. Da seine Hände von Hanna fixiert waren, bäumte er sich im Rücken auf und stampfte mit dem Fuß auf. Noch drei weitere Male traf in das dicke Holzpaddle laut klatschend, dann hatte er es geschafft. Erschöpft richtete er sich auf und zog sich vorsichtig die Boxershorts über die lädierten Backen. „Sssshaa“, stöhnte er auf und befühlte vorsichtig seinen geschwollenen Hintern, bevor er auch seine Hose wieder anzog. Fräulein Rührig sah ihn streng an. „Ich hoffe, dass war das letzte Mal, dass ich dich hier mit einer Zigarette gesehen habe.“ Marco nickte. „Ja, Fräulein Rührig.“
„Gut, dann setz dich auf deinen Platz. Nun zu dir, junge Dame.“ Fräulein Rührig wandte sich langsam Hanna zu. „Du hast mich angelogen.“, sagte sie. „Und das trotz der Strafe für deine Lügen am Anfang der Woche!“ Hannas Herz rutschte ihr in die Magengrube. „Ich wollte nur—“ Die Lehrerin unterbrach sie. „Du wolltest deinen Freund decken. Ich verstehe den Impuls. Aber Lügen – egal aus welchem Grund – sind ebenfalls ein Regelverstoß.“ Hanna senkte den Blick. Das Wort Lüge traf sie härter als erwartet. Zu Hause, in der Schule – immer wieder dasselbe Thema. „Auch du wirst nächsten Freitag nochmal nachsitzen“, fuhr Fräulein Rührig fort. „Zusätzlich zu heute. Vielleicht hilft dir das, über Verantwortung nachzudenken.“ Hanna saß still da und spürte, wie sich ein Knoten in ihrem Magen bildete. Sie dachte an ihren Vater, an den Abend, an das vergessene Nachsitzen. Wieder Chaos. Wieder Ärger. Und diesmal war sie mittendrin – nicht nur als Zuschauerin, sondern als Teil davon. Zum ersten Mal fragte sie sich ernsthaft, ob Marcos Lässigkeit ihr gerade mehr schadete, als sie wahrhaben wollte. Doch die nun folgenden Worte rissen sie aus ihren Gedanken. „Steh auf Hanna und komm nach vorn.“
„Was? Aber Fräulein Rührig…“, begann sie stammelnd. „Das…das können sie doch nicht machen. Ich habe doch gar nichts gemacht.“ Doch Fräulein Rührig schüttelte energisch den Kopf. „Das hast du sehr wohl ! Du hast noch immer nicht gelernt, bei der Wahrheit zu bleiben und das trotz allem, was du damit schon angerichtet hast. Wer nicht hören will, muss fühlen. Und jetzt genug der Diskussion. Komm nach vorn und beug dich über den Tisch!“ Wie in Trance stand Hanna auf und ging um ihren Tisch herum. Sie konnte es nicht fassen. Sie hatte doch gar keine böse Absicht gehabt und sollte schon wieder bestraft werden. ‚Das ist nicht fair!‘, dachte sie, als sie sich über die Tischplatte lehnte und die Ellbogen aufstützte. „Marco, setz dich auf Hannas Platz und halte sie fest. Gleiches Recht für alle!“ Marco setzte sich vorsichtig und stöhnte leise, als seine wunde Kehrseite mit dem harten Holz der Sitzfläche in Berührung kam. Dann ergriff er ihre Handgelenke. Ängstlich sah Hanna über ihre Schulter, als sie Fräulein Rührig´s Schritte hörte. Die Lehrerin hatte das Schulpaddle zurück an die Wand gehangen und war stattdessen zur Tawse gewechselt. ‚Nicht schon wieder!‘, dachte Hanna und sah kopfschüttelnd auf die Tischplatte vor sich hinab. ‚Das ist nicht fair. Das ist einfach nicht fair.‘, lief es, wie ein Mantra durch ihren Kopf und ihre Wut wuchs.
Als Fräulein Rührig zu ihr zurückkam und ihren Rock nach oben schob, schloss sie die Augen. Darunter kam, wie auch die Male zuvor, ein knapper String zum Vorschein. Die Lehrerin konnte sich ein hämisches Grinsen nicht verkneifen. ‚Manche Dinge ändern sich wohl nie!‘ Dann holte sie weit aus und zog ihr die Tawse quer über beide Backen. Hanna riss die Augen auf und starrte Marco direkt in die Augen, während sie stoßweise atmend versuchte dem Schmerz Herr zu werden. Marco versuchte sie zu beruhigen und ihr Mut zuzusprechen. „Du schaffst das, Babe!“, formte er die Worte tonlos mit den Lippen und streichelte mit den Daumen leicht über ihre Unterarme. Ihre Lehrerin bekam davon nichts mit und verpasste Hanna den nächsten Schlag. Hanna warf den Kopf in den Nacken und kniff die Augen zusammen. Sofort erschien ein weiterer, roter Abdruck der zweigeteilten Ledertawse auf ihrer Haut, knapp unterhalb des ersten. Noch immer waren einige Doppelstriemen des Stocks leicht sichtbar, auf der sonst weißen Haut und auch die Flanke wies noch gelbliche Spuren des Gürtels auf.
Fräulein Rührig setzte zum nächsten Schlag an und entlockte Hanna ein erstes schweres Ausatmen. „Umpf!“ Verbissen versuchte die Schülerin sich nichts anmerken zu lassen, um der Lehrerin keine Genugtuung zu geben. So schaffte sie es auch den vierten Treffer weitestgehend zu veratmen. Vier breite, parallel verlaufende, rote Streifen zierten bereits ihre Kehrseite und es sollten noch zwei weitere folgen. Um sicher zu gehen, Hanna auch wirklich eine Lektion zu erteilen, wählte Fräulein Rührig hierfür den Übergang zu den Oberschenkeln. Schnell aufeinander folgend verpasste sie der Schülerin je einen festen Hieb knapp unter jede Pobacke. „Aaaah! Aaahaha!“, schrie Hanna und bäumte sich auf. Doch Marco hielt sie fest, bis sie sich beruhigt hatte. Tränen standen ihr in den Augen, doch er erkannte auch die Wut und den Ärger in ihnen, über die erhaltene Strafe. Fräulein Rührig sah auch dies nicht und legte die Tawse zufrieden zur Seite, bevor sie Marco ein Zeichen gab, seine Freundin loszulassen. „Setzt euch zurück auf eure Plätze und macht eure Aufgaben!“, forderte die Lehrerin sie auf und schritt zurück zum Lehrerpult. Hanna rieb ihre brennenden Backen und warf Fräulein Rührig einen vernichtenden Blick zu. Marco tippte seine Freundin an und sah ihr mahnend tief in die Augen, jetzt nur nichts Falsches zu machen. Sie verstand und senkte den Blick. Dann zog sie ihren Rock hinunter und setzte sich vorsichtig auf ihren Platz, während Marco hinüber zu seinem Tisch ging.
Die restliche Zeit verging quälend langsam. Marco sagte kein Wort mehr. Hanna schrieb mechanisch, dachte aber nur an eines: Wie sie das ihren Eltern erklären sollte. Noch ein Nachsitzen. Noch ein Freitag. Noch ein Beweis dafür, dass ihr „gutes Benehmen“ brüchiger war, als sie selbst geglaubt hatte. Als sie später das Schulgebäude verließen, war es bereits dunkel. Kurz bevor sich ihre Wege trennten, trat Marco gegen einen Kieselstein. „Tut mir leid“, sagte er leise. „Das habe ich nicht bedacht.“ Hanna nickte, ohne ihn anzusehen. „Ich auch nicht.“ Doch tief in ihr wusste sie: Die eigentliche Strafe würde nicht nächste Woche kommen. Sie würde zu Hause warten. Dann trennten sich ihre Wege.
Als Hanna die Haustür aufschloss, schlug ihr die Spannung entgegen wie eine Wand. Ihr Vater stand direkt im Flur, die Jacke noch an, die Fäuste geballt. Sein Gesicht war rot vor Wut. „Wo warst du?“, fuhr er sie an, noch bevor sie richtig eingetreten war. „Ich habe dir gesagt, du sollst direkt nach der Schule nach Hause kommen!“ Hanna schluckte. „Papa, ich—“ Wieder unterbrach er sie. „Spare dir das, du hast den Hausarrest missachtet. Oder willst du mir jetzt erzählen, dass du zufällig zu spät bist? Hast du dich etwa mit Marco getroffen?“ Die Worte trafen Hanna wie ein Schlag. „Nein!“, rief sie, die Stimme zitternd. „Papa, bitte glaub mir doch. Ich musste nachsitzen. Ich habe mich nicht mit Marco getroffen.“ Sie machte einen Schritt auf ihn zu, dann hielt sie inne. „Warte kurz, ich kann es dir beweisen.“ Noch bevor er reagieren konnte, schoss sie an ihm vorbei die Treppe hinauf. „Komm sofort wieder her, junge Dame!“, brüllte ihr Vater hinter ihr her.
Hanna riss die Tür zu ihrem Zimmer auf, warf den Rucksack auf den Boden und kniete vor ihrem Schreibtisch. Ihre Hände zitterten, als sie Schubladen aufzog, Hefte zur Seite schob, lose Zettel durchwühlte. ‚Bitte, bitte‘, dachte sie panisch. Sie erinnerte sich genau: Nach dem Schwänzen hatte es diesen offiziellen Brief gegeben. Mit Datum. Mit Unterschrift. Sekunden fühlten sich wie Minuten an. Dann sah sie ihn. Zusammengefaltet, zwischen zwei alten Arbeitsblättern. Hanna schnappte sich den Zettel, drehte sich um und rannte wieder die Treppe hinunter. Ihr Vater stand noch immer im Flur, die Arme verschränkt, der Blick hart. Wortlos drückte sie ihm den Brief in die Hand. Er nahm ihn, las. Einmal. Dann noch einmal langsamer. Die Spannung in seinen Schultern ließ sichtbar nach. Er atmete tief aus, fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. „Nachsitzen… Freitag… drei Stunden“, murmelte er. Dann sah er sie an. „Und du hast nichts gesagt.“ Hanna schluckte. „Ich habe es vergessen. Wirklich. Und dann war es zu spät.“ Einen Moment herrschte Stille. Schließlich senkte ihr Vater den Brief. Die Wut war nicht verschwunden, aber sie war leiser geworden, schwerer. „Hanna“, sagte er ruhig, aber eindringlich. „Du kannst Fehler machen. Aber du musst dazu stehen und vor allem bei der Wahrheit bleiben. Nur so können wir dir vertrauen.“ Sie nickte, Tränen liefen ihr über die Wangen. „Ich weiß.“ Er seufzte. „Geh in dein Zimmer. Wir reden später weiter.“
Als Hanna die Treppe wieder hinaufging, fühlte sie sich erschöpft und leer. Sie hatte es bewiesen, ja. Aber sie wusste auch: Jeder weitere Fehler würde es schwerer machen. Vertrauen ließ sich nicht herbeirennen wie ein Zettel aus einer Schublade. Und da war ja noch das Nachsitzen am nächsten Freitag. ‚Sollte sie ihren Eltern davon erzählen?‘, überlegte sie. ‚Dann wäre es raus. Oder lieber abwarten, wie es jetzt weitergehen würde? Würden ihre Eltern den Hausarrest beenden?‘
Fortsetzung folgt…


