Die Hauswirtschaftsschule VII
Einige Wochen waren vergangen, seitdem Liane von der Mutter Oberin beim Rauchen erwischt worden war und streng bestraft wurde. Nach außen hin war das Leben in der Hauswirtschaftsschule St. Agatha gleichförmig geblieben: frühes Aufstehen, kalte Flure, das prüfende Schweigen der Nonnen. Die strengen Nonnen schätzten nichts mehr als Ordnung, Pünktlichkeit und Ehrlichkeit.
Liane, Amy und Mary besuchten mittlerweile gemeinsam den zweiten Jahrgang. Sie teilten sich nicht nur den Unterricht in Nähen, Kochen und Haushaltsführung, sondern auch alle Geheimnisse untereinander, mit einer Ausnahme: das besonders enge Verhältnis zwischen Liane und Amy. Selbst Mary ahnte nichts. Dass Amy manchmal ungewöhnlich früh ins Bett ging oder Liane morgens mit einem kaum merklichen Lächeln aufwachte, fiel ihr nicht weiter auf. In St. Agatha lernte man, nicht zu viele Fragen zu stellen.
Die größte Gefahr waren die Nonnen. Schwester Beatrix schien alles zu sehen, selbst das, was hinter verschlossenen Türen geschah. Jede Nähe, jede Abweichung von der strengen Ordnung konnte Verdacht erregen. Deshalb hielten Liane und Amy Abstand, wo andere sie sahen und sprachen weniger vertraut, wenn sie nicht allein waren. Erst spät in der Nacht, wenn der Schlafsaal still war und nur das ferne Ticken der Uhr zu hören war, erlaubten sie sich Nähe. Keine Worte, die man hätte hören können. Nur das Wissen umeinander, das sie durch die Tage trug.
Amy war gewissenhaft. Ihre Sachen lagen immer ordentlich gefaltet, jedes Kleidungsstück an seinem Platz. Liane dagegen war impulsiv, charmant – und nahm es mit Regeln nicht immer so genau. Mary hielt sich meist im Hintergrund, freundlich, aber konfliktscheu.
In den letzten Wochen hatte Amy jedoch ein ungutes Gefühl. Erst verschwand ihr blaues Halstuch, dann eine feine Bluse, die sie mühsam selbst genäht hatte. Zuerst dachte sie an eigene Unachtsamkeit. In St. Agatha wollte niemand als chaotisch gelten. Doch als auch noch ein Paar Handschuhe fehlte, wusste sie, dass etwas nicht stimmte. Eines Abends, als die Glocke zum Schweigen nach dem Abendgebet geläutet hatte, wandte sich Amy an die beiden anderen. „Habt ihr zufällig meine Bluse oder mein Halstuch gesehen?“, fragte sie leise. Liane schüttelte sofort den Kopf. „Nein, vielleicht hast du sie im Nähsaal liegen lassen.“ Mary sah kurz auf, dann ebenfalls. „Tut mir leid, Amy.“ Amy nickte, doch das Gefühl blieb. Sie wusste, dass sie ihre Sachen nicht einfach verlegte. Dafür kannte sie sich zu gut.
Ein paar Tage später, an einem verregneten Sonntagnachmittag, schickte Schwester Beatrix die Mädchen los, um saubere Wäsche in die Schränke zu räumen. Liane war nicht in ihrem Zimmer und Mary half in der Küche aus. Als Any sich bückte, um ein heruntergefallenes Tuch aufzuheben, stand sie plötzlich direkt vor Lianes offenem Schrank. Ganz hinten, hinter ordentlich gestapelten Kleidern, lugte etwas Blaues hervor. Ihr Herz klopfte, als sie vorsichtig die Sachen beiseiteschob. Zerknittert, lieblos hineingestopft, lagen dort ihr Halstuch, die Bluse und die Handschuhe. Ihr wurde heiß und kalt zugleich.
Als Liane später am Abend ins Zimmer kam, saß Amy auf ihrem Bett, die Sachen ordentlich neben sich aufgereiht. Mary war inzwischen ebenfalls zurückgekehrt und blieb irritiert in der Tür stehen. „Liane“, sagte Amy leise, aber fest, „wir müssen reden.“ Liane blieb stehen. Ihr Blick fiel auf die Gegenstände und für einen Moment wich die Farbe aus ihrem Gesicht. „Woher hast du die?“, fragte sie unsicher. „Aus deinem Schrank“, antwortete Amy. „Ganz hinten. Willst du mir erklären, warum meine Sachen dort liegen?“ Ein langes Schweigen folgte. Mary sah von einer zur anderen, unsicher, ob sie bleiben oder gehen sollte. „Ich wollte sie nicht stehlen“, murmelte Liane schließlich. „Was heißt das?“, fragte Amy. Ihre Stimme zitterte, jetzt vor Wut. „Ich habe euch beide gefragt. Du hast mir ins Gesicht gesagt, du wüsstest von nichts. Warum hast du gelogen?“ Liane ließ sich schwer auf ihr Bett sinken. Einen Moment lang sagte sie nichts. Dann senkte sie den Blick. „Ich… ich wollte sie mir nur ausleihen. Du hast immer so schöne Sachen. Ich wollte fragen, aber… ich hab’s einfach genommen. Und dann habe ich mich nicht mehr getraut, es zuzugeben.“ Mary sah Liane entsetzt an, sagte aber nichts. „Du hättest mich fragen können“, antwortete Amy leise. Mary räusperte sich. „Liane, das ist nicht okay. Egal, warum.“ Liane nickte langsam. „Ich weiß. Es tut mir leid, Amy. Wirklich.“ Amy atmete tief durch. Sie wollte schreien, doch stattdessen spürte sie vor allem Enttäuschung. „Du hättest mit mir reden können“, sagte sie leise. „Wir sind doch Freundinnen.“
Die strengen Regeln von St. Agatha kannten wenig Nachsicht, doch Amy entschied sich, die Sache zunächst unter ihnen zu klären. Eigentlich hätte sie Liane melden müssen. Doch ein Teil von ihr wollte keine öffentliche Demütigung, keine harten Konsequenzen durch die Nonnen. Sie wollte, dass Liane verstand, was sie angerichtet hatte. „Ich werde Schwester Beatrix nichts sagen“, erklärte Amy. „Aber einfach so davonkommen lassen, kann ich dich auch nicht.“ Liane stutzte. „Was hast du vor?“ Ruhig antwortete Amy: „Etwas, das dir zeigt, wie es sich anfühlt, Verantwortung zu tragen. Du musst begreifen, dass Vertrauen Arbeit ist. Und dass man es nicht einfach zurückbekommt.“ Die Sonne war bereits untergegangen und das Licht der nackten Glühbirne warf harte Schatten auf die Betten. Draußen heulte der Wind um die Ecken des alten Gebäudes. Liane wirkte nervös, ihre Hände umklammerten den Saum ihres Rocks. „Du hast unser Vertrauen missbraucht“, begann Amy sachlich. „Und du hast gelogen. Dafür gehörst du bestraft. Du kennst die Regeln.“ Liane sah auf. „Stell dich hin“, sagte Amy. Liane gehorchte sofort. Hände an den Nähten ihres Rocks. Blick gesenkt. „In St. Agatha“, begann Amy langsam, „bedeutet Schuld, dass man innehält. Dass man lernt, still zu sein. Dass man sich seiner Handlung stellt.“ Mary lehnte an der Wand, bleich, aber schweigend.
„Du wirst dich über meine Knie legen,“ sagte Amy. „Hier. Auf dem Bett und ich werde dich bestrafen. So lange, bis ich denke, dass du genug Buße getan hast.“ Liane zögerte nur einen Sekundenbruchteil, dann sank sie auf die Knie. Der Steinboden war kalt, selbst durch den Stoff ihres Rocks. Dann legte sie sich über Amys Schoß. Diese schlug ihren Rock nach oben und zog ihr den Slip hinunter, dann fuhr sie mit ihren Anweisungen fort. „Du wirst die Augen senken“, fuhr Amy fort. „Und du wirst sprechen, wenn ich dich dazu auffordere. Sonst schweigst du.“ Die Minuten zogen sich. Die Glühbirne flackerte. Von draußen drang das ferne Läuten der Abendglocke herein. Dann holte sie weit aus und ließ ihre flache Hand satt auf Lianes Blanken niedersausen. Ein roter Abdruck ihrer Hand erschien auf der schneeweißen Haut. Schon holte sie erneut aus und begann Liane in gleichmäßigem Tempo den Hintern zu versohlen. Ganz so, wie es die Nonnen auch taten, wenn sie eine von ihnen bestraften. Liane stöhnte leise, versuchte jedoch Haltung zu bewahren und die Strafe still zu ertragen, wie es von ihr erwartet wurde. Als ihr Hintern jedoch mehr und mehr Farbe annahm und das Brennen auf der Haut kontinuierlich wuchs, wurde ihr Stöhnen lauter. „Au. Aaah.“, hielt sie es schließlich nicht mehr aus und wand sich auf Amys Schoß hin und her.
Amy gab ihr eine kurze Pause und strich vorsichtig über die erhitzten Backen. „Warum bist du hier?“, fragte sie schließlich. „Weil ich gestohlen habe“, antwortete Liane leise. Zwei schnelle Hiebe landeten auf ihrer Sitzfläche. „Lauter.“, forderte Amy sie auf. „Aaah … Weil ich gestohlen habe. Und weil … weil ich dein Vertrauen missbraucht habe.“ Wieder erhielt sie zwei feste Schläge auf den Übergang zu den Oberschenkeln. „Auu. Aah.“, jaulte sie auf. Amy nickte. „Und was hast du zerstört?“ Weitere Hiebe folgten. „Aaahaha!“ Liane schluckte. Ihre Knie begannen zu zittern. „Unsere Freundschaft. Die Sicherheit. Dein Gefühl, dich auf mich verlassen zu können.“ Wieder nickte Amy und begann erneut ihr den Hintern zu versohlen. In schneller Folge prasselten die Hiebe nur so auf die schutzlos ausgelieferte Sitzfläche ein und ließen die Backen beben. „Aaaua. Auuhuhu. Amy, es tut mir doch leid.“, jammerte Liane und versuchte sich von Amys Schoß gleiten zu lassen. Doch Amy hielt sie blitzschnell an der Hüfte und klemmte sie zwischen ihren Schenkeln fest. „Du bleibst hier“, sagte sie energisch. „Bis du verstehst, dass Schuld nicht verschwindet, nur weil man sich entschuldigt.“ Und versohlte ihr weiter mit harter Hand den Allerwertesten. Unfähig zu entkommen, kniff Liane die Backen zusammen und warf den Kopf in den Nacken, während ihr Klagen immer lauter wurde.
Plötzlich hörten sie draußen auf dem Flur ein Geräusch. Mary sah unruhig zur Tür. „Amy…“ Amy verstand, unterbrach für einen Moment die Strafe und hielt Liane den Mund zu. „Mmpf.“, hörte man nur leise ihr schweres Atmen durch Amys Finger. Gespannt lauschten sie. Dann schlich Mary zur Tür und blickte vorsichtig auf den Flur hinaus. Nichts. Schnell schloss sie die Tür und gab Amy ein Zeichen, dass die Luft rein war. Diese nahm die Hand von Lianes Mund und forderte Mary auf, ihr die Haarbürste zu bringen. Mary zögerte. „Aber Amy…“
„Das ist nötig“, sagte Amy ruhig. „Sie muss lernen, was Verantwortung heißt.“ Mary überlegte einen Moment, holte dann jedoch die Haarbürste und reichte sie Amy.
Liane nutzte die kurze Pause, um zu protestieren. „Das kannst du nicht machen. Du hast mich schon genug bestraft. Schau dir meinen Hintern doch mal an.“, begann sie aufgebracht. Die Worte hingen schwer im Raum. Mary hielt den Atem an. Amy antwortete nicht sofort. Sie sah Liane ruhig an, beinahe prüfend. „Du hast recht“, sagte sie schließlich. „Ich habe dich schon bestraft.“ Liane richtete sich ein wenig auf, als hätte sie darin Halt gefunden. „Dann hör auf, es reicht doch jetzt.“ Einen Moment lang schien Amy nachzugeben. Dann sagte sie leise, aber schneidend: „Ob es reicht oder nicht, entscheide ich.“ Sie ließ Liane los. „Du kannst gehen. Jetzt. Ich halte dich nicht auf.“ Eine kurze Pause. „Aber dann gehe ich morgen früh zu Schwester Beatrix. Und erzähle ihr alles.“ Lianes Hände ballten sich zu Fäusten. Man sah ihr an, wie sie rechnete: die Strafe der Nonne, das öffentliche Schweigen, die Blicke im Speisesaal. Die Demütigung. „Das ist Erpressung“, flüsterte sie. „Nein“, erwiderte Amy ruhig. „Das ist Verantwortung. Du entscheidest.“ Sekunden vergingen. Der Wind ließ eines der Fenster leise klappern. „Ich…“, begann Liane, brach ab, schüttelte den Kopf. „Das ist unfair.“ Amy blieb unbeweglich. „Die Situation hast du geschaffen.“ Lange überlegte Liane. Dann, langsam, beinahe widerwillig, löste sie die Spannung aus ihren Schultern. Ihr Blick wanderte zu Amys Schoß und sie legte sich bereitwillig wieder aufs Bett. „Ich mache das nicht, weil du es willst“, sagte sie heiser. „Nein“, antwortete Amy. „Du machst es, weil du willst das wir Freundinnen bleiben.“
Mit sichtbarem Widerstand, als würde jeder Muskel dagegenhalten, lag Liane über ihrem Knie. Nicht elegant, nicht sofort richtig – sondern stockend, hart. Der Stoff ihres Rocks raschelte auf dem kalten Steinboden. „Augen senken“, sagte Amy. Liane zögerte ein letztes Mal. Dann senkte sie den Blick. Die Stille, die folgte, war schwerer als zuvor. Nicht mehr trotzig, sondern angespannt. Nicht gebrochen – aber gebeugt. Mary schluckte. Sie hatte den Protest gesehen. Und nun das Nachgeben. Dann setzte Amy die Strafe mit der Haarbürste fort. Sofort entflammte das Brennen auf Lianes Backen erneut und ließ sie aufstöhnen. „Aua, auuhuhu.“, jammerte sie in den höchsten Tönen und wurde von Amy schnell wieder mit den Beinen fixiert. Die Schläge waren monoton, schmerzhaft – und ließen viel Zeit zum Nachdenken. Ihr Hintern wackelte und tanzte unter den festen Hieben und färbte sich schnell tiefrot. Liane stemmte sich nach oben und ihre Finger krallten sich in die Decke. Doch auch das half nicht gegen den dumpfen Schmerz, der immer unerträglicher wurde. Als sich Amy schließlich ihrem Poansatz widmete, stiegen ihr Tränen in die Augen. „Aua, auhuhu, bitte Amy“, jammerte sie laut. „Bitte es tut mir leid. Ich habs verstanden.“
„Warum bist du hier?“, fragte Amy nach einer Weile wieder und ließ den Arm sinken. Prüfend strich sie über die wunden Backen und knetete sie. „Aaah!“, stöhnte Liane auf, ihre Stimme war leiser als zuvor. „Weil ich mich geweigert habe, ehrlich zu sein. Und weil ich Dinge genommen habe, die mir nicht gehörten.“ Amy nickte kaum merklich. „Und?“ Liane versprach. „Es wird nie wieder vorkommen. Nie wieder. Versprochen!“ Amy beobachtete sie einen Moment lang. „Genau das“, antwortete sie. „Hier geht es nicht nur um Ordnung und Regeln. Es geht darum, wie wir miteinander umgehen. Hast du mich verstanden?“ Liane nickte schuldbewusst. Amy beschloss, dass sie es dabei belassen sollte und legte die Haarbürste aufs Bett. „Du darfst aufstehen.“, sagte sie und öffnete ihre Schenkel. Liane sagte nichts, ließ sich lediglich auf ihre Knie sinken und betastete vorsichtig ihre schmerzenden Backen. Sie kniete, reglos, während die Zeit verging. Jeder Atemzug war bewusst. Jeder Gedanke schwer. Ihr Hintern fühlte sich um das Doppelte angeschwollen an. Die Haut hart und gespannt. Langsam stand sie auf, steif, mit gesenktem Blick. Als sie den Raum verließen, blieb Mary kurz zurück. „Du warst… sehr streng“, flüsterte sie. Amy antwortete leise: „Strenge ist das Einzige, was man an St. Agatha versteht.“ Dann legten sie sich schlafen.
Die Nacht lag schwer über St. Agatha. Kein Wind bewegte die Vorhänge, kein Schritt hallte durch den Flur. Als Amy ihr Bett verließ, tat sie es mit der geübten Vorsicht, die sie sich über Monate angeeignet hatte. Barfuß, den Atem angehalten, glitt sie durch das Zimmer und schloss die Tür hinter sich so leise, dass selbst die alten Scharniere schwiegen.
Sie bemerkte nicht, dass Mary wach war. Mary hatte das Knarren des Bodens gehört, dieses eine verräterische Geräusch, das nicht zum nächtlichen Schweigen gehörte. Sie richtete sich auf, lauschte und öffnete vorsichtig ihre Tür – und dann sah sie den Schatten, der den Flur entlangglitt. Ein Schatten, den sie kannte. Zögernd folgte Mary ihr. Nicht aus Neugier allein, sondern aus einem dumpfen Bauchgefühl. Amy blieb vor Lianes Zimmertür stehen. Ein kurzes Innehalten. Dann öffnete sich die Tür einen Spalt, gerade genug, um hineinzuschlüpfen. Sie schloss sich lautlos wieder. Mary blieb zurück. Ihr Herz schlug heftig, als sie sich der Tür näherte. Sie wusste, dass sie eigentlich gehen sollte. Doch ihre Hand berührte bereits das kalte Holz, ihr Auge fand wie von selbst das Schlüsselloch.
Drinnen brannte nur eine kleine Lampe. Das Licht war gedämpft, warm. Mary sah, wie Amy zu Liane ins Bett stieg und sich an sie kuschelte, viel zu nah für bloße Freundschaft. Keine hastige Bewegung, kein Lachen – nur eine ruhige, selbstverständliche Vertrautheit. Liane hob die Hand, zögerte einen Moment, als würde sie fragen, ohne Worte zu benutzen. Amy nickte kaum merklich. Schon schob Liane Amys Nachthemd über ihren Kopf und strich sanft über ihre nackten Brüste. Küsste und liebkoste sie, saugte sanft an ihren Brustwarzen. Liane sprach leise, Mary konnte die Worte nicht hören, aber sie sah, wie Amy den Kopf senkte, wie jemand, der zuhört und ernst genommen werden will. Dann griff Amy nach Lianes Haar und schob sie sanft tiefer. Liebkosend rückte Liane weiter nach unten und legte sich zwischen Amys geöffnete Schenkel. Es war keine Szene, die man missverstehen konnte. Und gerade das machte sie so eindeutig. Mary trat einen Schritt zurück. Ihr Magen zog sich zusammen – nicht aus Abscheu, sondern aus Erkenntnis. All die kleinen Dinge, die ihr seltsam vorgekommen waren, ergaben plötzlich Sinn. Die Blicke. Die Stille. Das unausgesprochene Einverständnis. Dann blickte sie erneut durch das Schlüsselloch und beobachtete ihre beiden Freundinnen innig und vertraut. Sah wie Lianes Kopf zwischen Amys Schenkeln verschwand und ihre Zunge keck ihr Spiel aufnahm. Amy legte leise stöhnend ihren Kopf ab und schob ihr ihr Becken entgegen. Liane umschlang ihre Schenkel mit den Armen, zog sie näher an sich und intensivierte dann ihr Spiel, bis Amy zuckend zum Höhepunkt kam. Liane beugte sich nach oben zu ihrer Freundin, küsste sie sanft und rieb dann ihre Scham langsam an Amys. Mary sah, wie ihre noch immer geröteten Backen auf und ab wippten. Fasziniert beobachtete sie, wie Amy nun ihrerseits ihre Finger zur Hilfe nahm und Liane rieb und fingerte, bis auch diese zum Orgasmus kam. Dann kuschelten sie sich aneinander. Mary drehte sich um und ging zurück in ihr Bett. Schlaf fand sie nicht mehr.
Am nächsten Morgen war alles wie immer. Die Nonnen wachten, die Glocke läutete, Schüsseln klirrten beim Frühstück. Doch zwischen den dreien hatte sich etwas unwiderruflich verändert. Mary war heute noch stiller als sonst, sie beobachtete sie mehr. Liane spürte es sofort. Beim gemeinsamen Abwasch in der Küche beugte Mary sich zu ihr. „Ihr müsst mir nichts sagen“, flüsterte sie, ohne Liane anzusehen. „Aber ich merke, wenn Menschen einander wichtig sind.“ Liane hielt inne. Ihr Herz schlug bis zum Hals. „Ich hoffe nur, ihr seid vorsichtig“, fügte Mary hinzu. „Die Nonnen verzeihen so etwas nicht.“ Es war kein Geständnis, kein offenes Wissen – eher ein stilles Einverständnis. An diesem Tag wechselten Liane und Amy keinen Blick mehr, doch am Abend, als sie endlich allein waren, hielten sie sich länger als sonst an den Händen.
In St. Agatha war Liebe etwas Gefährliches. Aber sie war da. Und sie war stärker geworden, gerade weil sie verborgen bleiben musste.


