Letzte Chance
Pascal war überzeugt: Das Leben war zu kurz, um es mit Pflichten zu verschwenden. Mit seinen 18 Jahren hatte er sich eine Philosophie zurechtgelegt, die für ihn perfekt funktionierte – zumindest in seinen Augen. Ausschlafen, ein bisschen zocken, abends mit Freunden raus, vielleicht eine Party. Der Rest? Konnte warten. Seine Eltern sahen das naturgemäß anders. „Pascal, so geht das nicht weiter“, sagte sein Vater eines Abends, während er den Tisch abräumte – allein, wie so oft. „Du kannst nicht den ganzen Tag nichts tun.“ Lässig entgegnete Pascal vom Sofa aus: „Ich tu doch was“, ohne den Blick vom Bildschirm zu heben. „Ich entspanne. Ist auch wichtig für die Gesundheit.“ Seine Mutter seufzte. „Es geht nicht ums Entspannen. Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen. Du bist erwachsen.“ Pascal grinste nur. „Erwachsen sein, kann ich später noch.“ Das war typisch. Egal, was seine Eltern sagten, Pascal hatte immer eine Antwort parat. Frech, charmant, ausweichend. Nach seiner Devise: Frechheit siegt. Und lange Zeit schien das auch zu stimmen.
Eines Tages wachte Pascal auf – viel zu früh für seine Verhältnisse. Kein Wecker, kein Lärm. Einfach wach. Die Wohnung war ungewöhnlich still. Er schlurfte in die Küche. Kein Frühstück stand bereit. Kein Kaffee, kein gedeckter Tisch. Auf dem Tisch lag nur ein Zettel. „Wir sind ein paar Tage weg. Zeit, dass du dich mal um alles selbst kümmerst. Kühlschrank ist halb voll. Viel Erfolg. – Mama & Papa“ Pascal schnaubte. „Drama wegen nichts.“ Die ersten Tage fühlten sich an wie Freiheit. Niemand, der meckerte. Niemand, der ihn erinnerte. Niemand, der Erwartungen hatte. Er bestellte Pizza, spielte bis spät in die Nacht, schlief bis in den Mittag hinein. Ein Tag wurde zum nächsten. Und noch einer. Der Müll wurde mehr. Das Geschirr weniger. Der Kühlschrank leerer. Aber Pascal verdrängte es. „Mach ich später“, murmelte er jedes Mal, wenn sein Blick zufällig auf das Chaos fiel. Später kam nie.
Als seine Eltern einige Tage später abends zurückkehrten, standen sie einen Moment lang still vor der Tür. „Vielleicht hat er sich ja doch ein bisschen Mühe gegeben“, sagte seine Mutter leise, mehr Hoffnung als Überzeugung in der Stimme. Sein Vater antwortete nicht. Er schloss die Tür auf. Schon beim Eintreten schlug ihnen ein unangenehmer Geruch entgegen. Sie gingen langsam in die Küche. Und blieben stehen. Der Müll quoll über, Tüten hingen schief aus dem Eimer, als würden sie jeden Moment herausfallen. Auf der Arbeitsplatte stapelten sich leere Pizzaschachteln, fettige Kartons, zerknüllte Verpackungen. Im Spülbecken türmte sich Geschirr, verklebt, eingetrocknet, als wäre es seit Tagen nicht angerührt worden. Im Schrank: Leere. Kein einziges sauberes Glas. Seine Mutter schlug sich die Hand vor den Mund. „Oh, Pascal…“ Sein Vater atmete tief ein: „Unglaublich.“, die Kiefer angespannt. „Beruhige dich“, sagte sie vorsichtig, obwohl ihre Stimme selbst brüchig klang. „Wir wussten doch, dass es schwierig wird für ihn.“ Seine Stimme wurde lauter. „Schwierig? Das ist keine Schwierigkeit, das ist pure Ignoranz!“ Er stellte seine Tasche ab, ging wortlos zum Herd und begann, mechanisch etwas aus dem Kühlschrank zusammenzusuchen. Kochen. Irgendetwas tun, um die Wut in den Griff zu bekommen. Seine Mutter stand noch immer da, sah sich um. Enttäuschung legte sich schwer auf ihr Gesicht. „Ich dachte… vielleicht nutzt er die Chance.“ Der Vater schlug eine Pfanne etwas zu hart auf die Herdplatte. „Er nutzt gar nichts“, murmelte er. „Er ist noch jung“, versuchte sie es erneut, doch diesmal klang es nicht mehr überzeugend. „Er ist alt genug, um es besser zu wissen.“ Stille breitete sich aus, nur unterbrochen vom Klappern in der Küche. „Wo ist er überhaupt?“, fragte die Mutter schließlich. Der Vater sah auf die Uhr. „Wahrscheinlich irgendwo feiern.“ Sie nickte langsam. „Natürlich.“ Sie begannen aufzuräumen. Nicht aus Motivation, sondern aus Notwendigkeit. Jeder Handgriff wirkte schwerer als sonst.
Als Pascal in dieser Nacht nach Hause kam, war es bereits früher Morgen. Der Himmel war grau, die Straßen noch leer – nur er, alkoholisiert, leicht schwankend, müde vom Feiern, aber innerlich immer noch in dieser aufgeheizten „Das Leben ist geil“-Stimmung. Er griff in seine Jackentasche. Nichts. Andere Tasche. Auch nichts. „Ach, komm schon…“, murmelte er und klopfte sich hektischer ab. Dann fiel es ihm ein. Schlüssel vergessen. Er seufzte genervt und drückte auf die Klingel. Einmal. Zweimal. Dann länger. Im Haus blieb es still – für ein paar Sekunden. Dann hörte man Schritte. Schwere, schnelle Schritte. Die Tür wurde aufgerissen. Sein Vater stand im Türrahmen. Zerzaustes Haar, müde Augen – und ein Blick, der sofort klarmachte: Das hier war kein normaler Morgen. „Ernsthaft, Pascal?“, sagte er leise, aber angespannt. Pascal hob die Hände. „Hab den Schlüssel vergessen. Kann passieren.“ Sein Vater holte tief Luft und antwortete erbost. „Um diese Uhrzeit klingelst du hier Sturm, als wärst du ein Fremder!“ Pascal erwiderte schulterzuckend: „Ja, was soll ich denn machen? Draußen schlafen?“ und ging an ihm vorbei in die Wohnung, als wäre nichts gewesen. Sein Vater drehte sich langsam um. „Bleib stehen.“ Etwas in der Stimme ließ Pascal tatsächlich innehalten. Auch seine Mutter war inzwischen im Flur erschienen, im Morgenmantel, müde und sichtlich angespannt. „Das reicht jetzt“, sagte sein Vater. Ruhig. Zu ruhig. Pascal verdrehte die Augen. „Jetzt kommt wieder die gleiche Rede, oder?“
„Nein“, entgegnete sein Vater. „Diesmal nicht.“ Stille. „Du hast die Wohnung verwahrlosen lassen. Du rührst keinen Finger im Haushalt. Du kommst nachts, wann du willst. Und jetzt weckst du uns auch noch um diese Uhrzeit, weil du zu bequem bist, an deinen eigenen Schlüssel zu denken.“ Genervt rollte Pascal mit den Augen. „Jetzt übertreib mal nicht. Ist doch nichts passiert.“ Der Blick seines Vaters verfinsterte sich. „Doch“, sagte er scharf. „Es ist genug passiert.“ Pascal verschränkte die Arme. „Und was willst du jetzt machen? Mich anschreien? Hausarrest geben?“ Sein Vater sah ihn einen Moment lang einfach nur an. „Ab heute werde ich hier andere Seiten aufziehen.“ Pascal grinste schief. „Ach ja?“ Sein Vater ging nicht darauf ein. „Wahrscheinlich hätte ich das schon viel früher machen sollen. Wir haben es immer wieder im Guten versucht, aber du hast alles ignoriert und gemacht, was du wolltest. Damit ist jetzt Schluss. Mein Vater hätte mir früher die Hosen strammgezogen, wenn ich nicht gespurt hätte und das sofort und nicht erst nach all den Diskussionen. Und genau das werde ich es jetzt auch machen. Du lässt mir keine andere Wahl. Komm mit!“ Damit ging er ohne ein weiteres Wort zu sagen in die Küche. Pascal folgte ihm entrüstet. „Ernsthaft? Du willst mich übers Knie legen?“, antwortete er ungläubig und sah hilfesuchend zu seiner Mutter. Doch die sagte nichts, aber ihr Blick war eindeutig. Müde. Enttäuscht. Und diesmal stellte sie sich nicht schützend vor ihn.
„Mitkommen!“, forderte ihn sein Vater auf und ging voran in die Küche. Pascal folgte ihm, dicht gefolgt von seiner Mutter, die in der Tür stehen blieb. „Fällt dir was auf?“ Pascal sah sich um und sah das all die Unordnung verschwunden war. „Ach das. Das wollte ich noch aufräumen…“, versicherte er schnell. „Ach wirklich?“, fragte sein Vater ironisch. „Natürlich. Ich wusste nur nicht, wann ihr wieder kommt. Sonst hätte ich das natürlich rechtzeitig getan. Ihr habt mir ja nicht Bescheid gegeben.“, versuchte er alle Schuld von sich zu schieben und den Spieß umzudrehen. „Früher hatte ich mich immer bei euch abzumelden, aber ihr habt das ja nicht für nötig gehalten.“, setzte er noch einen drauf. „Du lügst ohne rot zu werden. Und werd ja nicht noch frech!“, sah ihn sein Vater streng an und verschränkte die Arme vor der Brust. „Und nun zurück zu deiner Frage. Nein, ich werde dich nicht übers Knie legen. Hol mir den Kochlöffel und knie dich auf die Bank.“ Pascals Augen weiteten sich, seine Gedanken rasten. „Und wenn ich mich weigere?“, startete er einen verzweifelten letzten Versuch. „Dann weißt du, wo die Tür ist. Du hast die Wahl! Ich bin die Diskussionen leid, ich zähle bis drei. Eins!“ Pascal erstarrte. „Aber…“ Doch sein Vater unterbrach ihn und zählte unbeirrt fort. „Zwei!“ Verunsichert ging Pascal hinüber zum Küchenschrank und öffnete die oberste Schublade. Er nahm den Kochlöffel heraus und kam hinüber zu seinem Vater und reichte ihm diesen. „Aber Papa…“, begann er mitleidheischend. „Drei! Knie dich auf die Bank und stütz dich auf dem Tisch ab.“, forderte ihn sein Vater entschlossen auf. Ein letzter flehender Blick hinüber zu seiner Mutter. Doch von ihr war keine Hilfe zu erwarten, also fügte er sich seufzend.
Langsam kniete er sich auf die Holzbank vor dem Küchentisch und stützte sich mit den Unterarmen auf der Tischplatte ab. Sein Vater schob sein Shirt nach oben. „Streck den Hintern raus.“, wies er ihn an. Er gehorchte und sah seinen Vater über seine Schulter hinweg an. Dieser stellte sich neben ihm auf und holte aus. Der erste Schlag traf ihn mittig auf die rechte Backe. „Aaah!“, jammerte er laut und rieb die getroffene Stelle. Schon traf ihn Schlag Nummer zwei auf die andere Seite. „Jau.“, stöhnte er erneut auf und rieb auch diese. „Hände nach vorn.“, schimpfte sein Vater und er gehorchte widerwillig. Doch schon beim nächsten Treffer schoss die Hand sofort wieder nach hinten und legte sich schützend über seine Backen. „Au! Aber das tut weh.“, protestierte Pascal, als sein Vater ihn erneut aufforderte, die Hand weg zu nehmen. „Das soll es auch.“, ereiferte sich sein Vater erbost, schlug seine Hand zur Seite, schlang einen Arm um seine Taille und schlug in schneller Folge auf den Hintern seines Sohnes ein. „Aah. Au. Aaahaha.“, jammerte Pascal und richtete sich auf, soweit es ihm möglich war. Unaufhörlich prasselten die Hiebe auf seine herausgestreckte Kehrseite ein und er zappelte verzweifelt mit den Füßen. Krampfte die Zehnen vor Schmerz zusammen und stöhnte immer lauter, mit zusammengekniffenen Augen und schmerzverzerrtem Gesicht. „Jau. Auuhuhu.“ Sein Vater war so in Rage, dass er erst von ihm abließ, als sein Arm langsam lahm wurde. Er wischte sich die Schweißperlen von der Stirn. Pascal rieb, schwer atmend, seinen brennenden Hosenboden, die Stirn auf der kühlen Tischplatte abgelegt. Als er plötzlich seinen Vater hinter sich hörte. „Hose runter!“ Ungläubig drehte er sich um und sah seinen Vater an. „Was?“ Genervt fuhr sein Vater ihn an. „Zieh die Hose runter. Ich bin noch lange nicht fertig mit dir.“
„Aber Papa…“, begann Pascal zu protestieren. „Ich bin doch kein Kind mehr. Ich bin ein erwachsener Mann. Und dann noch vor Mama. Das ist nun wirklich nicht nötig.“ Doch sein Vater hatte ein für allemal genug. „Schluss damit. Entweder du gehorchst oder da ist die Tür.“ Pascal erkannte, dass es kein Entrinnen gab. Keine Ausreden. Kein Betteln half, heute würde er die Quittung für seine Faulheit erhalten. Langsam richtete er sich auf, öffnete seine Hose und zog diese über seine Backen. Ungeduldig drückte ihn sein Vater zurück auf die Tischplatte, so dass er unweigerlich den Hintern erneut herausstreckte. Dann setzte sein Vater die Strafe fort und wieder prasselte Schlag um Schlag auf ihn ein. Der dünne Stoff der Boxershorts schützte kaum und er wand sich erneut unter den festen Hieben. Unfähig zu entkommen oder seine Backen zu schützen, blieb ihm nur den Kopf in den Nacken zu werfen und mit den Knien auf der Bank minimal vor und zurück zu rutschen. Sein Hintern brannte mehr und mehr und sein Klagen erfüllte die Küche. „Aah. Auuu. Bitte Papa, jau.“ Verzweifelt versuchte er sich wegzudrehen, doch der Arm seines Vaters verhinderte das. Plötzlich spürte er die Hand seines Vaters an dem Bund seiner Unterhose. Überrascht wollte er danach greifen. Doch zu mehr als einem „Nicht Papa…“, kam er nicht, da war es bereits passiert und seine Boxershorts gesellte sich zu seinen Jeans in den Kniekehlen. Peinlich berührt mit entblößtem Hintern vor seinen Eltern und besonders seiner Mutter, hier auf dieser Bank zu knien, legte er seine Hände schützend vor sein Gemächt und wurde rot. „Au, Uuuuh, Ooohoho“, stöhnte er immer lauter. ‚Dieser verdammte Löffel tat aber auch weh!‘, fluchte er innerlich. Erst recht als sein Vater auch die Oberschenkel mit einbezog und sich besonders der Sitzfläche widmete. Jeden weißen Fleck auf seinem bereits roten Hintern schien er beseitigen zu wollen und Pascal wand sich vor Schmerz. „Aua. Bitte Papa, bitte nicht mehr. Ab jetzt benehme ich mich. Ich versprech´s!“, flehte er inständig und hoffte, dass sein Vater endlich ein Einsehen haben würde. Als sein Vater endlich von ihm abließ, sank er japsend auf der Bank zusammen und befühlte vorsichtig seine brennenden Backen, die sich um das Doppelte geschwollen anfühlten.
Dann hörte er seinen Vater: „Du hast genau zwei Möglichkeiten. Ab Montag fängst du an zu arbeiten. Ein Freund von mir hat eine Reinigungsfirma. Die suchen jemanden. Du gehst da hin, pünktlich, jeden Tag.“ Pascal lachte trocken auf. „Putzen? Sicher nicht.“ Sein Vater fuhr unbeirrt fort. „Oder du packst deine Sachen und suchst dir eine eigene Wohnung.“ Das Lächeln verschwand aus Pascals Gesicht. „Das meinst du nicht ernst.“ Doch sein Vater nickte nur. „Doch.“ Diesmal war es Pascal, der tief Luft holte, seine Gedanken rasten. „Ihr könnt mich doch nicht einfach rauswerfen!“, gab er schließlich entrüstet zurück. „Doch, das können wir“, sagte sein Vater ruhig. „Und langsam habe ich das Gefühl, dass wir das auch sollten.“ Sofort schoss Pascal zurück. „Das ist lächerlich. Nur weil ich nicht euren spießigen Alltag leben will—“ Doch sein Vater unterbrach ihn. „Es geht nicht um spießig! Es geht um Verantwortung! Um Respekt! Und davon hast du gerade keinen einzigen Funken gezeigt.“ Pascal wurde lauter. „Ich bin 18, ich kann machen, was ich will!“ Sein Vater zuckte nur mit den Schultern. „Genau und ich auch. Oder brauchst du Nachschlag?!“ Stille. Die Worte hingen schwer im Raum. „Also?“, fragte sein Vater schließlich. „Arbeit oder Tür?“ Pascal sah zwischen seinen Eltern hin und her. Er öffnete den Mund, wollte noch etwas sagen – eine freche Bemerkung, eine Ausrede, irgendetwas. Doch nichts kam. Zum ersten Mal funktionierte seine übliche Masche nicht. Er schluckte. „…Montag“, murmelte er schließlich. „Ok, ich geh da hin.“ Sein Vater nickte knapp. „Gut.“ Pascal starrte auf den Boden, die Schultern angespannt. Kein Triumph, kein lockerer Spruch. Nur ein leises Gefühl, dass sich gerade etwas grundlegend verändert hatte. Später allein auf seinem Zimmer stellte er sich vor den Spiegel an seinem Kleiderschrank und besah sich die Bescherung. Sein Hintern war komplett in ein sattes Rot getaucht, geziert mit vielen runden dunkleren Abdrücken des Kochlöffels. ‚Fleckig wie ein Leopard…‘, dachte Pascal und strich vorsichtig darüber. ‚Jau!‘, dachte er und biss die Zähne zusammen. Einen solchen Schmerz hatte er noch nie erlebt und er nahm sich fest vor, es auch nicht noch einmal dazu kommen zu lassen.
Am Montagmorgen stand Pascal tatsächlich vor dem Büro der Reinigungsfirma. Zwar deutlich zu spät, die Haare ungekämmt, die Jeans zerrissen – aber er war da. „Anwesend ist anwesend“, murmelte er, während er die Tür aufdrückte. Hinter einem Schreibtisch saß der Freund seines Vaters, ein Mann mit prüfendem Blick und verschränkten Armen. „Du bist zu spät“, war das Erste, was er sagte. Pascal zuckte mit den Schultern. „Verkehr.“ Der Mann hob eine Augenbraue. „Zu Fuß?“ Keine Antwort. Ein kurzer, unangenehmer Moment verging. Dann seufzte der Chef. „Hör zu. Ich mache das hier nur deinem Vater zuliebe. Einmal. Du bekommst genau eine Chance. Wenn du Mist baust oder keinen Einsatz zeigst, war’s das. Verstanden?“ Pascal nickte halbherzig. „Ja, passt schon.“ Der Chef hob eine Augenbraue. „Es passt gar nichts“, entgegnete er trocken. „Komm. Du fährst mit.“ Kurze Zeit später saß Pascal im Transporter, umgeben von einem eingespielten Reinigungsteam, das ihn kaum beachtete. Sie hielten vor einer alten Villa – groß, etwas in die Jahre gekommen, aber offensichtlich wertvoll. „Heute wird’s gründlich“, sagte der Chef, während sie ausstiegen. „Das hier ist kein Kinderzimmer. Hier kannst du richtig Schaden anrichten, wenn du nicht aufpasst.“ Er erklärte Pascal die Abläufe, zeigte ihm die Materialien, wies ihn mehrfach darauf hin, vorsichtig zu sein – besonders bei den empfindlichen Oberflächen und dem alten Parkettboden. Pascal nickte immer wieder, blickte aber eher gelangweilt durch die Räume als wirklich zuzuhören. „Schon klar“, sagte er irgendwann. „Ich krieg das hin.“ Der Chef sah ihn skeptisch an, sagte aber nichts mehr. Schließlich fuhr er zurück ins Büro.
Und dann ging es los. Zunächst lief alles… irgendwie. Pascal wischte halbherzig Staub, eher schiebend als sorgfältig. Dabei blieb er mit dem Ärmel an einer dekorativen Vase hängen. Klirr. Die Vase kippte, fiel zu Boden und zerbrach in mehrere Teile. „Pascal!“ Die Teamleiterin kam sofort herüber. „Was machst du da?“ Er hob die Hände. „War doch keine Absicht“, murmelte er. Sie atmete tief durch, sichtlich bemüht, ruhig zu bleiben. „Darum geht es nicht! Du sollst aufpassen! Das hier ist kein Spielplatz! Okay. Du gehst jetzt ins Erdgeschoss. Parkettboden wischen. Und diesmal konzentrierst du dich.“ Pascal rollte innerlich mit den Augen. „Ja, ja…“ Er schnappte sich Eimer und Wischer. Doch statt vorsichtig zu arbeiten, machte er es sich einfach. Er füllte den Eimer viel zu voll, schleppte ihn ins Kaminzimmer – und schüttete beim Ansetzen einen großen Teil des Wassers direkt auf den Boden. „Ups.“ Er sah sich kurz um. Niemand hatte es bemerkt. „Egal“, murmelte er. Statt das Wasser ordentlich aufzunehmen, verteilte er es hastig mit dem Wischer. Schnell hier, schnell da. Hauptsache fertig. „Pause“, sagte er schließlich zu sich selbst und stellte den Wischer beiseite.
Als er später zusammen mit der Teamleiterin zurückkam, blieb sie abrupt stehen. „Was… ist das?“ Pascal blickte auf den Boden. Das Parkett hatte sich an mehreren Stellen gewölbt. Die Holzplatten standen leicht nach oben, verzogen sich sichtbar. Feine Risse hatten sich gebildet, wo vorher alles glatt gewesen war. „Äh… keine Ahnung, ich habe alles gewischt, so wie ich sollte.“, sagte Pascal, doch seine Stimme klang weniger überzeugt als sonst. Die Teamleiterin kniete sich hin, fuhr mit der Hand über das Holz. „Das ist Wasserschaden… Wie viel Wasser hast du hier draufgekippt?!“ Pascal schwieg. „Verdammt, Pascal!“ Sie griff sofort zum Handy. „Chef, wir haben ein Problem… Ja. Großes Problem… Das Parkett… Ja… Ich weiß…“ Kurze Pause. „Okay“, sagte sie schließlich und legte auf. Sie sah Pascal an. Anders als vorher. Strenger. Endgültiger. „Du bleibst hier. Wir sprechen uns gleich.“ Pascal schluckte.
Sie organisierte sofort das Team neu. „Wasser raus! Schnell!“ Ein Nasssauger wurde geholt, das Wasser aufgesaugt, so gut es ging. Fenster wurden geöffnet, schwere Entfeuchter hereingetragen und aufgestellt. Das monotone Brummen erfüllte bald den Raum. Pascal stand mittendrin, diesmal still. Kein lockerer Spruch. Kein Grinsen. Nur der Blick auf den Boden, den er in wenigen Minuten ruiniert hatte. Und zum ersten Mal wurde ihm klar, dass manche Fehler sich nicht einfach weg reden lassen. Dann drehte sich die Teamleiterin zu ihm um.
Das Brummen der Entfeuchter lag schwer in der Luft, während die anderen weiterarbeiteten. Pascal stand noch immer wie angewurzelt da, den Blick auf das verzogene Parkett gerichtet. „Mitkommen!“ Die Stimme der Teamleiterin schnitt durch den Raum. Pascal zuckte zusammen, nickte hastig und folgte ihr. Sie ging zügig durch den Flur, öffnete eine schwere Tür und trat in den Salon. Ein Raum mit hohen Decken, alten Möbeln – und einem Boden, der zum Glück noch unversehrt war. Sie drehte sich um, wartete, bis Pascal drin war und schloss dann die Tür hinter ihnen. Klick. Das Geräusch hallte unangenehm nach. Sie trat einen Schritt auf ihn zu, die Arme verschränkt, der Blick fest. „Mein Chef hat mir gerade gesagt, ich soll dich feuern.“ Die Worte trafen sofort. „Was? Nein— warten Sie—“, begann Pascal, doch sie hob die Hand. „Du hast nicht zugehört. Du hast Sachen beschädigt. Und jetzt hast du einen massiven Schaden verursacht. Weißt du, was so ein Parkett kostet?“ Pascal schluckte. „Ich… ich habe das doch nicht beabsichtigt…“ Sie zuckte mit den Schultern. „Das spielt keine Rolle.“ Zum ersten Mal wirkte er wirklich nervös. Kein Grinsen, kein Schulterzucken. „Bitte“, sagte er leiser. „Geben Sie mir noch eine Chance.“ Sie blieb still. „Wenn ich jetzt rausfliege… mein Vater… der meint das ernst. Der schmeißt mich raus. Ich habe keine Wohnung, nichts…“ Seine Stimme wurde brüchiger, als er wollte. „Ich mach das wieder gut“, fügte er schnell hinzu. „Ich arbeite das ab. Ohne Bezahlung, wenn’s sein muss. Ich… ich pass auf, ich hör zu, ich mach alles, was Sie sagen.“ Die Teamleiterin musterte ihn lange. Diesmal ohne Wut. Eher prüfend. „Jetzt plötzlich?“ Pascal senkte den Blick. „Ja.“ Ein kurzer Moment Stille. Dann griff sie langsam in ihre Tasche, zog ihr Handy heraus.
„Ich verspreche nichts“, sagte sie knapp und wählte eine Nummer. Pascal hielt unbewusst den Atem an. „Ja“, sagte sie, als jemand ranging. „Ich bin’s.“ Kurze Pause. „Er ist bei mir.“ Sie ging ein paar Schritte zur Seite, sprach aber laut genug, dass Pascal jedes Wort spüren konnte, auch wenn er nicht alles verstand. „Ja, ich weiß, was Sie gesagt haben…“ Ein weiterer Moment. „Hören Sie… er hat Mist gebaut. Großen Mist. Aber wir sind völlig unterbesetzt…“ Sie sah kurz zu Pascal hinüber. Sein Blick war jetzt völlig anders als am Morgen. „Ich glaube, er hat’s verstanden.“ Stille am anderen Ende. „Ich weiß, Risiko. Aber wir können ihn hierbehalten. Unter Aufsicht. Die dreckigste Arbeit, kein Alleingang, nichts ohne Anweisung.“ Wieder Pause. Pascal spürte, wie sein Herz schneller schlug. „Wenn er noch einmal irgendwas verbockt, fliegt er sofort. Ohne Diskussion.“ Noch ein paar Sekunden. Dann atmete sie leise aus. „Alles klar. Strafe muss sein“ Sie legte auf. Langsam steckte sie das Handy zurück und trat wieder vor Pascal.
„Das war mein Chef. Er war natürlich nicht begeistert und meinte, ich soll dir ausdrücklich klar machen, dass so ein Verhalten Folgen hat. Er lässt mir freie Hand. Und ich weiß, wie wir das regeln. Ich habe selbst zwei Söhne großgezogen und wusste immer, wie ich zu ihnen durchdringe. Du hast die Wahl, entweder du wirst von mir bestraft und kannst anschließend hierbleiben oder du kannst gehen.“ Pascal sah die Teamleiterin entsetzt an. Sie war eine groß gewachsene Frau, Anfang 50, schlank, sportlich gebaut und konnte anpacken, das sah man ihr an. Ihr schwarzes Haar war zu einem strengen Dutt nach oben zusammengezwirbelt und sie trug eine enge, schwarze Hose und das Poloshirt der Reinigungsfirma. „Wie meinen Sie das? Bestraft?“, fragte er vorsichtig. Die Teamleiterin rollte genervt mit den Augen. „Na, was glaubst du wohl? Was passiert sonst, wenn du zu Hause etwas ausgefressen hast?“ Pascal dachte an die Strafe seines Vaters und zögerte kurz zu antworten. „Ähm, äh… Nicht viel. Hausarrest vielleicht…“, versuchte er es. Sie seufzte. „Das erklärt so einiges. Wenn meine Söhne nicht gespurt haben, gab es einen ordentlichen Hinternvoll, danach liefen sie wieder in der Spur.“ Pascal schluckte. ‚Das konnte doch wohl nicht wahr sein. Erst versohlte ihm sein Vater den Hintern mit dem Kochlöffel und nun drohte ihm eine erneute Strafe.‘, überlegte er. „Aber es war doch keine Absicht… Können wir das nicht einfach unter Anfängerfehler laufen lassen und vergessen?“, versuchte er es erneut. Doch die Teamleiterin schüttelte nur den Kopf. „Du hattest genaue Anweisungen und hast sie missachtet. Immerhin hast du nicht nur eine teure Vase kaputt gemacht, sondern wahrscheinlich auch noch den Parkettboden ruiniert. Willst du nun hier arbeiten oder nicht?“, antwortete sie ungeduldig und sah auf die Uhr. „Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit. Ich brauche eine Entscheidung. JETZT!“ Pascal kämpfte mit sich, doch schließlich nickte er resigniert. „Ok… wenn es wirklich keinen anderen Ausweg gibt?“, wagte er einen letzten Versuch. Doch die Teamleiterin blieb hart, setzte sich auf die Chaiselongue und klopfte auf ihr Knie.
Nervös sah Pascal sie an, wie das Kaninchen vor der Schlange. Er trat von einem Fuß auf den anderen. „Wird’s bald!“, forderte sie ihn streng auf und winkte ihn zu sich. Er zuckte zusammen und ging mit schnellen Schritten zu ihr. Wie in Trance legte er sich über ihr Knie und stützte sich mit den Händen auf dem Boden ab. Noch immer konnte er nicht glauben, was hier gerade geschah. Als sie seine Hose noch einmal hochzog und dann weit ausholte. Pascal zuckte, jedoch mehr überrascht von ihrer harten Hand und dem Klatschen auf seine Jeans, das durch den Salon hallte, als vor Schmerz. Schon folgte der nächste Schlag und er zuckte erneut. Doch als sie nun in gleichmäßigem Abstand begann ihm den Hintern zu versohlen, entspannte er sich langsam. Sie hatte eine feste Handschrift, doch mit der Tracht seines Vaters nicht zu vergleichen. Mehr Sorgen machte ihm, dass die Kollegen nebenan mitbekommen könnten, was hier drinnen geschah. Er konnte ihre Stimmen hören und konzentrierte sich darauf zu verstehen, was sie sagten. Doch das Brummen der Entlüfter nebenan und das gleichmäßige Klatschen ihrer Hand übertönten alles. Plötzlich hielt sie inne und er atmete erleichtert auf. Schnell stand er auf und rieb seinen Hosenboden, der ordentlich aufgewärmt war. Als er sich umdrehen wollte, um hinüber zu seinen Kollegen zu gehen, hielt sie ihn fest. „Wo willst du hin?“, fragte sie streng. „Na arbeiten. Sie sagten doch Zeit ist Geld.“, antwortete er. „Wir sind aber noch nicht fertig. Oder glaubst du etwa ein paar Klapse auf die Jeans reichen und alles ist vergeben und vergessen? Hose runter und überlegen!“ Er erstarrte. „Wie jetzt? Ich soll meine Hose runterziehen? Vor Ihnen?“, fragte er entsetzt. „Natürlich, denk daran, was du angestellt hast.“, antwortete sie entrüstet. „Aber…“, begann er erneut zu protestieren. Doch weiter kam er nicht. „Schluss jetzt mit der Diskussion. Zieh die Hose runter oder da ist die Tür! Letzte Chance!“
Pascal erkannte, das ihm keine andere Wahl blieb, wenn er verhindern wollte, dass sein Vater von dem Ganzen erfuhr. Langsam öffnete er die Knöpfe seiner Jeans und zog diese zögerlich herunter. „Wird’s bald, Pascal.“, forderte ihn die Teamleiterin tadelnd auf. „Die Boxershorts auch.“ Pascal errötete. „Waaas? Die auch?“, stammelte er, mit piepsiger Stimme. „Natürlich! Entweder du ziehst sie runter oder ich tue es!“, antwortete sie energisch. Pascal zögerte und sah sie aus großen Augen an. „Ganz wie du willst!“ Mit einem festen Ruck zog sie ihm die Boxershorts bis in die Kniekehlen hinab. „Heeey!“ Erschrocken legte er schützend beide Hände vor sein bestes Stück. Ehe er es sich versah, ergriff sie sein Handgelenk und zog ihn in einer schnellen Bewegung zurück über ihre Knie. Die kühle Luft auf seinem nackten, aufgewärmten Hinterteil machte ihm seine prekäre Lage nur noch mehr bewusster und er wäre am liebsten im Erdboden versunken. Noch ehe er einen Ton von sich geben konnte, landete ihre Hand schon satt auf seinen herausgestreckten Backen. Klatsch. „Jau!“, jaulte er überrascht auf. Der Schlag auf seinen erhitzten Blanken zog viel mehr, als auf die Jeans zuvor. Und es sollte nicht nur bei dem einen bleiben. In schneller Folge klatschte ihre Hand wieder und wieder auf seinen Hintern und verursachte ein zunehmend unangenehmes Brennen. „Au.“ „Aaah“ „Autsch.“, stöhnte er unter den festen Hieben und begann sich auf ihrem Schoß zu winden. „Wirst du wohl stillhalten.“, schimpfte sie und gab ihm zwei besonders schmerzhafte Schläge auf die Oberschenkel. „Auuhuhu.“, heulte er laut auf und zappelte mit den Beinen. „Nicht so fest. Das reicht doch jetzt aber. Auuu!“ Dabei versuchte er sich aufzurichten, doch sie drückte ihn im Nacken wieder hinunter und gab ihm noch einige Klapse mehr, auf den empfindlichen Übergang zu den Oberschenkeln, der schnell die gleiche Farbe annahm, wie seine rotgehauenen Backen. „Jammer nur so laut du willst, aber ich entscheide, wann deine Strafe vorbei ist.“, antwortete die Teamleiterin und holte noch weiter aus. Sofort verstummte Pascal und lauschte nach nebenan, die Kollegen hatte er total vergessen. Doch außer dem Brummen der Entlüfter, war nichts zu hören. ‚Hoffentlich haben sie nichts gehört…‘, überlegte er. Wurde aber sofort wieder aus seinen Gedanken gerissen, als ihn die nächste Salve an Schlägen traf. „Aargh. Umpf.“, versuchte er verzweifelt jeden Schmerzenslaut zu unterdrücken. Doch das Brennen auf seiner Kehrseite nahm mehr und mehr zu. Schließlich hielt er es nicht mehr aus. „Aaau. Bitte, bitte nicht mehr!“, bat er inständig. „Ich habe meine Lektion gelernt. Bitte.“ Sie gab ihm noch zehn weitere Hiebe und nahm dann die Hand von seinem Nacken. Mit hochrotem Kopf richtete er sich auf und zog seine Boxershorts samt Hose hinauf. Er verzog das Gesicht, als er seine enge Jeans über seine wunden Backen zog und rieb seinen brennenden Hintern durch die Hose hindurch. Beschämt wagte er nicht ihr in die Augen zu sehen.
„Sieh mich an, wenn ich mit dir rede. Du hast genau eine letzte Chance“, sagte die Teamleiterin mahnend. „Und die ist nicht großzügig gemeint, sondern praktisch. Du bleibst, weil wir dich jetzt brauchen, um den Schaden zu begrenzen.“ Pascal nickte hastig. „Danke. Wirklich—“, begann er erleichtert. „Spar dir das“, unterbrach sie ihn. „Ab jetzt hörst du zu. Du machst genau das, was man dir sagt. Du arbeitest gründlich. Und wenn ich auch nur einmal das Gefühl habe, dass du wieder abschaltest… war’s das. Verstanden?“ Pascal nickte. „Ja“, sagte er sofort. „Verstanden.“ Sie hielt seinem Blick noch einen Moment stand, als würde sie prüfen, ob da noch irgendwo diese alte Gleichgültigkeit saß. Dann nickte sie knapp. „Gut. Dann komm.“ Sie öffnete die Tür. Das Brummen der Entfeuchter schlug ihnen wieder entgegen. Und Pascal folgte ihr – diesmal ohne einen lockeren Spruch, ohne Widerrede. Nur mit dem leisen Gefühl, dass er sich diese Chance zum ersten Mal wirklich verdienen musste.


