Der Personal Trainer II
Es war ein sonniger Montagmorgen, als Daniela Toms Studio betrat, das sie in den letzten Monaten zu ihrem zweiten Zuhause gemacht hatte. Die Wände waren mit motivierenden Sprüchen dekoriert und die Luft war erfüllt von der Energie der anderen Sportler. Toms strenge Methode hatte Daniela wieder auf Spur gebracht und dafür gesorgt, dass sie sich so richtig ins Zeug legte. Mit neuem Elan war sie wieder ins Training gestartet. Jeden Morgen stand sie früh auf, bereit, sich ihren Zielen zu widmen. Sie joggte durch den Park, machte ihre Übungen im Studio und achtete penibel auf ihre Ernährung. Statt zu ungesunden Snacks griff sie zu frischem Obst und Gemüse und auch Alkohol mied sie.
Die ersten Tage waren hart. Ihre Muskeln schmerzten und manchmal überkam sie die Müdigkeit. Doch jedes Mal, wenn ihre Motivation während des Trainings einmal nachließ, reichte nur die Andeutung einer klatschenden Bewegung seiner Hand aus und sie riss sich am Riemen. Sie wollte nicht nur für den Wettbewerb trainieren, sondern auch für sich selbst. Sie wollte sich stark und gesund fühlen.
Die letzten Wochen waren für Daniela eine Achterbahnfahrt der Gefühle gewesen. Während sie anfangs voller Motivation und Elan in ihr Training gestartet war, hatte sich ihre Stimmung in den letzten Tagen stark verändert. Vier Wochen vor dem Miss Fitness-Wettbewerb durchstöberte sie Social Media und stieß auf Bilder von anderen Sportlerinnen, die im letzten Jahr am Wettbewerb teilgenommen hatten. Ihre durchtrainierten Körper und das strahlende Selbstbewusstsein, das sie ausstrahlten, ließen Danielas Herz sinken. ‚Werde ich jemals so aussehen?‘, dachte sie verzweifelt. Die Zweifel nagten an ihr und sie begann, sich selbst in Frage zu stellen. War sie fit genug? Hatte sie hart genug trainiert? Der ständige Vergleich mit den anderen Sportlerinnen machte sie unglücklich. Auch ihre Diät, die sie so diszipliniert verfolgt hatte, wurde zur Qual. Sie fühlte sich ständig hungrig und gereizt und beim Training war sie alles andere als motiviert. Statt Freude verspürte sie nur noch Frustration.
Eines Tages, während sie an einem der Geräte trainierte, bemerkte Tom, dass etwas nicht stimmte. Daniela war still und wirkte abwesend, ihre Bewegungen waren kraftlos. Nach dem Training sprach er sie direkt an. „Daniela, ich habe gemerkt, dass du in letzter Zeit nicht du selbst bist. Was ist los?“
Die Worte brachen den Damm. Daniela erzählte ihm von ihren Zweifeln, von den Bildern, die sie gesehen hatte und von der ständigen Angst, nicht gut genug zu sein. Tom hörte geduldig zu, während sie ihre Sorgen aussprach. Als sie geendet hatte, sah er sie ernst an. „Daniela, du bist auf dem richtigen Weg. Du musst dir selbst vertrauen. Jeder hat seine eigene Reise und du bist nicht die anderen. Du hast hart gearbeitet und das zählt.“ Er fuhr fort: „Ich werde dich unterstützen, so gut ich kann. Lass uns gemeinsam an deinem Training und deiner Ernährung arbeiten, damit du dich stärker und selbstbewusster fühlst. Du bist nicht allein in diesem Prozess.“
Als Tom ihr seine Unterstützung anbot, spürte Daniela, wie sich in ihr eine Mischung aus Frustration und Wut aufstaute. „Du verstehst das nicht, Tom!“, platzte es aus ihr heraus. „All das Training und die Diät – es bringt doch alles nichts! Ich sehe die anderen und sie sind alle so viel besser als ich!“ Tom, überrascht von ihrer Reaktion, versuchte ruhig zu bleiben. „Daniela, du darfst dich nicht mit anderen vergleichen. Jeder hat seinen eigenen Weg.“
„Das ist leicht für dich zu sagen!“, zischte sie zurück. „Du bist der Trainer, du hast keine Ahnung, wie es ist, ständig zu kämpfen und trotzdem nicht gut genug zu sein!“ Die Spannung zwischen ihnen war greifbar. Tom spürte, dass Daniela an einem Punkt war, an dem sie nicht nur ihre körperlichen Grenzen, sondern auch ihre emotionalen Grenzen überschritt. „Ich verstehe, dass du frustriert bist, aber du musst mir vertrauen. Du hast in den letzten Wochen so viel erreicht!“
„Ach, was soll das schon bringen?“, erwiderte sie hitzig. „Ich habe das Gefühl, dass ich einfach nicht gut genug bin. Egal, wie viel ich trainiere, ich werde nie so aussehen wie die anderen!“ Tom trat einen Schritt näher und sah sie direkt an. „Daniela, es geht nicht nur um das Aussehen. Es geht darum, wie stark du dich fühlst und was du erreicht hast. Du bist nicht hier, um die anderen zu kopieren. Du bist hier, um die beste Version von dir selbst zu werden!“ Daniela schüttelte den Kopf, ihre Augen funkelten vor Wut und Enttäuschung. „Das klingt alles so einfach, aber es ist nicht so! Ich bin müde, ich bin frustriert und ich habe das Gefühl, dass ich versage!“
„Du versagst nicht!“, rief Tom mit fester Stimme. „Jeder hat Rückschläge, das ist Teil des Prozesses. Du musst lernen, diese Gefühle zu akzeptieren und sie als Antrieb zu nutzen, nicht als Ausrede, um aufzugeben.“ Daniela atmete tief ein, ihre Wut begann sich langsam zu legen, aber die Unsicherheit blieb. „Ich weiß nicht, ob ich das kann“, entgegnete sie schließlich trotzig und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Doch, das kannst du!“, sagte Tom mit Überzeugung. „Und ich zeig dir jetzt auch wie!“ Damit ergriff er sie am Arm und zog sie mit sich zu einer Trainingsmatte. „Stell dich hierhin!“, wies er sie an und verschwand in seinem Büro. Wieder verschränkte Daniela die Arme vor der Brust und wartete darauf, dass er zurückkam. Als Tom mit einem langen Lineal aus seinem Büro kam, wurde sie unsicher. „Was hast du denn damit vor?“, fragte sie. „Das wirst du gleich sehen!“, erwiderte Tom mit Überzeugung. „Runter auf die Matte und dann will ich zwanzig ordentliche Liegestütze sehen!“ Daniela verdrehte die Augen. „Echt jetzt? Was soll das denn bringen?“, fragte sie genervt. „Vertrau mir!“, gab Tom nur kurz angebunden zurück und zeigte mit dem Lineal auf die Matte. „Na gut“, murmelte Daniela entnervt und ging in die Liegestützstellung. Die ersten zehn Liegestütze schaffte sie noch problemlos, doch dann wurde es schwieriger und sie war, nach zwei weiteren Liegestützen, kurz davor abzubrechen, als sie beim Hochkommen, das Lineal quer über beide Backen traf. Sie zog geräuschvoll die Luft ein. ‚Autsch, brennt das‘, dachte sie, als sie Tom hörte. „Du wirst nicht aufgeben! Los, noch sieben!“ Daniela riss sich zusammen und machte den nächsten Liegestütz. Wieder traf sie das Lineal satt und sie atmete tief ein. „Weiter machen, noch sechs!“, zählte Tom weiter. Also biss sie die Zähne zusammen, nach jedem weiteren Liegestütz zog ihr Tom das Lineal über den Hintern, bis sie die vollen Zwanzig geschafft hatte und sich kraftlos auf den Boden plumpsen ließ, um ihren schmerzenden Po zu reiben. „Siehst du, mit der richtigen Motivation, schaffst du alles!“, rief Tom erfreut. „Die war aber auch schmerzhaft.“, murmelte Daniela. „Manchmal ist das notwendig!“, entgegnete Tom und forderte sie auf, die Plank-Position einzunehmen und zu halten. Daniela stöhnte auf. „Muss das sein?“
„Keine Widerrede!“, antwortete Tom streng. Mühsam kam Daniela seiner Aufforderung nach. „Bleib schön in einer Geraden! Und einfach nur Halten!“, ermunterte Tom sie. „Pfff, jaja einfach nur halten.“, zischte Daniela. Schon traf sie das Lineal erneut. „Autsch!“, jammerte sie. „Ich sagte, keine Widerrede!“, schimpfte Tom und unterstrich jedes Wort mit einem erneuten Schlag auf ihren, nur durch eine dünne Leggings geschützten Hintern. „Oder müssen wir uns noch einmal über deine Motivation unterhalten?“ Daniela schüttelte schnell den Kopf, bemüht ihre Position zu halten. Ihre Arme begannen zu zittern und der Schweiß brach ihr aus. „Noch eine Minute!“, versuchte Tom sie zu pushen. ‚Das schaff ich nie!‘, dachte sie verzweifelt und versuchte das Gewicht zu verlagern, um ihre Arme zu entlasten. Dabei streckte sie den Po höher in die Luft. „Nicht schummeln!“, rügte Tom sie und gab ihr einen besonders festen Schlag mit dem Lineal auf den empfindlichen Poansatz. „Auuu!“, jaulte Daniela auf und senkte schnell den Po, um aus der Schusslinie zu kommen. „Noch dreißig Sekunden!“, feuerte Tom sie an. Ihre Kraft begann zu schwinden und die Arme zitterten immer mehr. Sie spürte wie ihre Körperspannung nachließ und ihre Körpermitte langsam durchhing, so dass sie ins Hohlkreuz geriet, was Tom nicht entging. „Komm, durchhalten, Daniela!“, forderte er sie auf und gab ihr erneut einen festen Hieb. Das wirkte, mit aller Kraft stemmte sie sich nach oben und schaffte es die Position zu halten, bis Tom die Übung beendete. Erschöpft blieb sie auf der Matte liegen und atmete tief durch. „Dieser kleine Helfer hier, scheint Wunder zu bewirken.“, grinste Tom und klopfte das Lineal in seine Handfläche. „Das wird jetzt regelmäßig zum Einsatz kommen.“ Daniela verzog das Gesicht und rieb die brennenden Stellen auf ihrer Kehrseite.
„So keine Müdigkeit vorschützen, jetzt kommen Squats dran. Aufstehen! Hopp, hopp!“, wies er sie an und klopfte ihr das Lineal einmal auf jede Backe. Das wirkte. Daniela stand schnell auf und begann mit den Kniebeugen. „Wie viele?“, fragte sie. „Bis ich Stopp sage“, antwortet Tom und begann ihr erneut bei jedem Hochkommen aus der tiefen Kniebeuge, das Lineal quer über beide Backen zu ziehen. Sie verzog das Gesicht. Ihr Hintern begann immer mehr zu brennen, vor allem da sie durch die Anstrengung in den engen Leggings zu schwitzen begann. Nach etwa sechzig Kniebeugen begannen auch hier ihre Beine zu zittern, ihr Po hatte sich mittlerweile in ein brennendes Inferno verwandelt und sie versuchte bei jedem Hochkommen, die rechte Seite etwas nach vorn zu drehen, so dass das Ende des Lineals, sie nicht mit voller Kraft traf. „Durchziehen, Daniela, aufgeben ist keine Option!“, erinnerte sie Tom, der merkte, dass sie zu struggeln begann. Ein paar gezielte, feste Hiebe auf den unteren Teil der Pobacken halfen, dass sie wieder saubere Kniebeugen machte. Wenn auch mit schmerzverzerrtem Gesicht und zusammengebissenen Zähnen. So schaffte sie noch weitere dreißig Kniebeugen, bevor sie merkte, dass sie ziemlich am Ende ihrer Kräfte war und zögerte. „Noch zehn, Daniela, dann hast du es geschafft! Halt durch!“, feuerte Tom sie an und sie ging erneut in die Knie. Der darauffolgende Schlag kam nur noch mit halber Kraft, was sie zusätzlich motivierte, die Übung schnell hinter sich zu bringen und so lieferte sie ab. Erschöpft beugte sie sich nach vorn und stützte sich auf den Knien ab. Ihre Beine fühlten sich wie Wackelpudding an, sie schwitzte aus allen Poren, aber sie war gleichzeitig auch unglaublich stolz auf sich. Mit einem aufmunternden Klaps half Tom ihr hoch, hielt sie an den Schultern fest und sah ihr tief in die Augen. „Siehst du, was du alles kannst?! Du kannst mehr als du glaubst, du musst nur lernen, an dich selbst zu glauben.“ Daniela lächelte und stimmte ihm zu. In diesem Moment spürte sie, dass die hitzige Auseinandersetzung sie nicht auseinandergebracht hatte, sondern sie näher zusammenbrachte. Sie war zwar noch unsicher, aber die Entschlossenheit in Toms Stimme gab ihr einen kleinen Funken Hoffnung. Vielleicht war es an der Zeit, ihre Zweifel hinter sich zu lassen und sich auf das zu konzentrieren, was sie wirklich wollte.
Nach vier Wochen intensiven Trainings bemerkte Daniela weitere Fortschritte. Der regelmäßige Einsatz des Lineals hatte tatsächlich Wirkung gezeigt. Sie fühlte sich fitter, ihre Ausdauer hatte sich verbessert und sie konnte mehr Gewicht heben als je zuvor. Auch ihre Selbstdisziplin wuchs. Sie stellte fest, dass sie nicht nur körperlich, sondern auch mental stärker wurde.
Der Tag des Miss Fitness-Wettbewerbs rückte näher und Daniela war bereit. Sie hatte nicht nur hart trainiert, sondern auch viel über sich selbst gelernt. Am Abend des Wettbewerbs stand sie auf der Bühne, strahlend und selbstbewusst. Als sie die Jury ansah, wusste sie, dass sie ihr Bestes gegeben hatte – nicht nur für den Wettbewerb, sondern auch für die Person, die sie geworden war.
Egal, wie das Ergebnis ausfiel, Daniela hatte bereits gewonnen. Sie hatte ihre Grenzen überschritten, ihre Disziplin gefunden und war stolz auf das, was sie erreicht hatte. Und das alles begann mit einer Standpauke von Personal Trainer Tom, die sie auf den richtigen Weg gebracht hatte.


