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Luis – Manche lernen es wohl nie II

… Fortsetzung zu «Luis – Manche lernen es wohl nie»

Ein paar Tage später hatte sich der Staub aus dem Religionsunterricht noch längst nicht gelegt. Die Zusatzdienste liefen, die Stimmung war gereizt und jeder trug diese unterschwellige Spannung mit sich herum, als würde jederzeit etwas kippen. Deshalb setzte der Stundenplan an diesem Vormittag auf Bewegung. „Körperliche Ertüchtigung“, wie es offiziell hieß. Inoffiziell: Dampf ablassen, bevor jemand explodierte.

Die Turnhalle roch nach Gummi, Schweiß und diesem scharfen Reinigungsmittel, das alles nur halbwegs überdeckte. Basketball stand auf dem Programm. Zwei Teams, einfache Regeln, klare Ansage von Herrn Starker, dem Sportlehrer: kein Foulspiel, kein Nachtreten, kein Theater. Das Spiel begann ruhig, doch es blieb nicht dabei. Nach wenigen Minuten war klar, dass heute niemand nachgab. Jeder Pass war hart, jedes Abblocken ein Statement. Schuhe quietschten, Ellbogen gingen hoch, Schultern krachten gegeneinander. Worte fielen — leise, giftig, gerade so unterhalb der Grenze. Thomas spielte, als ginge es um mehr als Punkte. Groß, stämmig, geschniegelt korrekt, Klassensprecher wider Willen und bei den meisten unbeliebt. Er nutzte seinen Körper, stellte sich breit, schob, drängte. Regelkonform. Meistens zumindest.

Luis bekam den Ball, drehte sich, wollte zum Korb ziehen. In derselben Bewegung kam Thomas von der Seite. Kein sauberer Block. Ein wuchtiger Rempler. Luis verlor das Gleichgewicht — und bekam einen harten Stoß gegen das Gesicht. Ein dumpfer Schmerz explodierte unter seinem Auge. „Au! Scheiße!“, schrie Luis auf, ließ den Ball fallen und griff sich ins Gesicht. Er ging in die Knie. Tränen schossen ihm in die Augen, nicht vor Wut, sondern vor purem, stechendem Schmerz. Unter seinen Fingern schwoll die Stelle sofort an. Ein Pfiff ertönte. „Stopp!“ Herr Starker war in Sekunden bei ihm. Der Ball rollte aus, das Spiel kam abrupt zum Stillstand. Alle starrten ihn an. „Was ist passiert?“ fragte der Sportlehrer scharf. Luis zog die Hand weg. Die Haut unter dem Auge war bereits rot und dick. „Der Arsch hat mich gerammt“, presste er hervor. Thomas hob sofort die Hände. „Das war ein Versehen, hab dich mal nicht so, du Memme!“, sagte er und zuckte mit den Schultern. „Er ist mir reingelaufen.“ Nick explodierte. „Spinnst du?! Du hast ihm den Ellenbogen reingehauen!“ Paul trat einen Schritt vor. „Jeder hat’s gesehen, Thomas. Hör auf, dich rauszureden.“

„Zurück!“ Herr Starker stellte sich zwischen sie. Seine Stimme hatte diesen Ton, der keinen Widerspruch duldete. „Alle drei. Sofort Abstand.“ Nick funkelte Thomas an. „Du spielst immer so. Immer schön drücken und dann unschuldig tun.“ Thomas knurrte. „Halt die Klappe, ihr sucht doch nur Stress.“

„Genug!“ Herr Starker hob beide Hände. „Nick. Paul. Noch ein Wort und ihr lernt mich kennen, dann sitzt ihr den Rest der Woche auf der Bank.“ Er drehte sich zu Thomas um. „Und du hältst ab jetzt die Ellbogen unten. Ist das klar?“ Thomas nickte, wieder dieses Schulterzucken. „War keine Absicht.“ Herr Starker half Luis auf. „Geht’s?“ Luis nickte langsam, auch wenn es noch pochte. „Ja.“ Ein kurzer prüfender Blick, dann entschied Herr Starker: „Du setzt kurz aus. Kühlpack liegt am Rand.“ Luis setzte sich, das Eis gegen das Gesicht gedrückt, während sein Puls langsam runterkam. Nick und Paul warfen Thomas beim Vorbeigehen kurze, wütende Blicke zu. Doch dieser schaute nicht hin. „Weiter geht’s!“ rief Herr Starker. Das Spiel nahm wieder Fahrt auf. Aber etwas hatte sich verändert. Die Bewegungen waren härter, die Blicke länger. Und jeder wusste: Das hier war noch nicht vorbei.

Paul rückte für Luis ins Spiel und übernahm seine Position, ohne ein Wort zu sagen. Er zog sich das Leibchen über, klatschte einmal in die Hände und sah Thomas dabei direkt an. Kein offenes Anstarren, eher dieses ruhige, kalte Beobachten. Wie jemand, der wartet. Thomas bemerkte es sofort. Die ersten Ballkontakte waren unspektakulär. Ein Pass hier, ein Laufweg da. Aber jedes Mal, wenn Paul in seine Nähe kam, spannte sich etwas zwischen ihnen an, wie ein Draht kurz vorm Reißen. Thomas stellte sich breit. Paul ging nicht zurück. Keiner wich aus. Dann kam der Moment. Thomas holte Schwung, setzte zum bekannten Rempler an — Schulter vor, Ellbogen leicht draußen, genau an der Grenze. Paul sah es kommen. Im letzten Augenblick drehte er sich weg, ließ Thomas ins Leere laufen. Blitzschnell drehte er sich erneut und verpasste ihm eine rechte Gerade, mitten ins Gesicht — und Thomas verlor für einen Sekundenbruchteil die Kontrolle. „Arschloch!“ fauchte er und hielt sich die Nase, die sofort zu bluten begann. Paul antwortete nicht. Er grinste nur schief, nahm den Ball auf und wollte weiterziehen. Das war der Auslöser.

Thomas packte ihn am Trikot und riss ihn zurück. Paul stolperte, fing sich — und schlug reflexartig zu. Keine Technik, kein Nachdenken. Faust gegen Brust, dann gegen Schulter. Thomas brüllte auf und ging sofort zurück nach vorne. Ein Schlag traf Paul am Kiefer, dumpf, hart. „Ey!“, rief er überrascht. „Hör auf!“ Auch Herr Starkers Stimme war zu hören. „Was macht ihr da?!“ Der Ball war vergessen. Schuhe quietschten, jemand stolperte. Innerhalb von Sekunden bildete sich ein Pulk um die beiden. Rufe von allen Seiten, Hände, die versuchten, sie zu greifen, sie zu trennen — vergeblich. Thomas schob, Paul schlug wieder zu, beide außer Atem, die Gesichter rot vor Wut. „Schluss jetzt!“ Herr Starker kämpfte sich durch die Menge. Er packte Thomas von hinten am Arm, Paul am Kragen des Shirts, riss sie auseinander. Beide wehrten sich noch einen Moment, dann ließ die Spannung schlagartig nach. Schwere Atmung. Stille.

„Aus!“ brüllte Starker. Seine Stimme hallte durch die Halle. „Das Spiel ist beendet. Schluss für heute.“ Niemand widersprach. Er ließ die beiden los, sah in die Runde. „Duschen, umziehen und dann zurück auf eure Zimmer.“ Ein kurzer, harter Blick. „Paul, Thomas — ihr kommt mit mir.“ Ein Raunen ging durch die Gruppe. Leises Tuscheln setzte ein, als die anderen Richtung Umkleiden abdrehten. Blicke flogen zurück, neugierig, aufgeregt, manche schadenfroh. Nick und Luis blieben einen Moment stehen, sahen Paul an, wollten etwas sagen — ließen es dann aber und verschwanden. Die Turnhallentür fiel hinter ihnen ins Schloss.

Paul und Thomas sammelten schweigend ihre Sachen ein. Kein Blickkontakt. Keine Worte. Nur dieses schwere, unangenehme Bewusstsein, dass jetzt etwas folgte, das sich nicht mehr wegdiskutieren ließ. Mit hängenden Köpfen schlurften sie hinter Herrn Starker her. Draußen auf dem Gang war es plötzlich unheimlich still. Der Sportlehrer blieb erst stehen, als sie vor dem Geräteraum ankamen. Die Tür zur Umkleide war zu, leises Gemurmel drang heraus. Der Geräteraum war leer, nur das leise Brummen der Hallenlüftung war zu hören. „Rein mit euch!“, forderte sie Herr Starker auf und schloss hinter ihnen die Tür. Paul und Thomas standen nebeneinander, ein paar Schritte Abstand, beide mit gesenktem Blick.

„So.“ Starker verschränkte die Arme. Seine Stimme war ruhig. Das machte es schlimmer. „Jetzt erklärt ihr mir“, sagte er langsam, „was das eben war.“ Keiner antwortete sofort. „Paul.“ Paul hob den Kopf. Sein Kiefer pochte noch, aber er hielt dem Blick stand. „Er hat’s provoziert“, sagte er knapp. „So wie immer.“ Starker drehte sich zu Thomas. „Und du?“ Thomas atmete hörbar aus. „Er hat mich extra bloßgestellt. Ich wollte nur…“ Er brach ab, schüttelte den Kopf. „Egal. Er hat angefangen.“ Paul drehte sich blitzschnell zu ihm um und baute sich drohend vor ihm auf. „Ich habe angefangen? Ist das dein Ernst? Du hast Luis einen Ellenbogen verpasst. DU! Und nicht ich!“ Thomas tippte ihm wütend mit dem Finger vor die Brust. „Luis kann sich wohl nicht selbst verteidigen, dass du für ihn einspringen musst. DU bist zuerst ausgerastet!“ Ein greller Pfiff ertönte und die beiden Streithähne zuckten zusammen. „Schluss jetzt ihr beiden! Ich will kein weiteres Wort hören!“, brüllte Herr Starker. „Ihr seid beide ausgerastet.“ Er machte einen Schritt näher. „Was hier passiert ist, war keine Rangelei. Das war eine Prügelei. Und dafür gibt es hier genau null Toleranz.“

Er zeigte zur Wand, an der ein Pauschenpferd stand. „Bringt das hierüber und stellt es in die Mitte.“ Die beiden ließen die Köpfe hängen, gingen jedoch hinüber und trugen das Pauschenpferd in die Mitte des Geräteraumes. „Zieht eure Turn- und Unterhosen aus und legt euch nebeneinander darüber.“, forderte Herr Starker sie auf. Die beiden gehorchten und begaben sich über das Pauschenpferd. Herr Starker, ein großer, muskulös gebauter, durchtrainierter Sportlehrer, wie er im Buche stand, trat neben sie und schob ihre Shirts nach oben, so dass ihre Hinterteile freilagen. „Weiter vorbeugen. Beine auseinander.“, korrigierte er ihre Position. Dann begann er den beiden mit fester Hand die Hintern zu versohlen, wobei er jedem von ihnen je einen Schlag pro Backe versetzte, bevor er zum Nächsten überging und auch dieser zwei Schläge erhielt. So wechselte er zwischen den beiden Übeltätern hin und her und brachte ihre Hinterteile nach und nach zum Glühen. Die Schläge kamen hart und ein jeder hinterließ einen roten Handabdruck auf der getroffenen Stelle, die immer mehr zu einer einheitlichen Fläche verschwammen und die Backen vollständig rot einfärbten. Paul und Thomas bissen die Zähne unter den wuchtigen Hieben zusammen, keiner wollte vor dem anderen als Weichling dastehen. Doch irgendwann hielten sie es nicht mehr aus. Aus dem anfänglichen Zusammenkneifen der Augen und dem Verziehen des Gesichts vor Schmerz wurde ein eintöniges Aufstöhnen nach jedem Treffer. Herr Starker ließ erst von ihnen ab, als ihre beiden Hinterteile bereits dunkelrot leuchteten. „Aufstehen. Stellt euch an die Wand, Hände über den Kopf. Und denkt über euer Verhalten nach.“, wies er sie an und sie stellten sich mit dem Gesicht zur Wand nebeneinander auf. Als sie die Hände über ihrem Kopf verschränkten, rutschten ihre weißen Shirts nach oben, die einen harten Kontrast zu ihren roten Backen bildeten. Keiner wagte einen Ton zu sagen oder auch nur mit der Wimper zu zucken.

Minutenlang standen sie still vor der Wand, als Paul hörte, wie Herr Starker zu einem Spind an der Wand lief und die Tür öffnete. Vorsichtig lugte er über seine Schulter und sah wie der Sportlehrer eine dreigeteilte Tawse aus dem Spind entnahm. Als Herr Starker sich umdrehte, richtete Paul die Augen blitzschnell wieder zur Wand und wagte kaum zu atmen. Doch schon im nächsten Moment hörte er seinen Namen und wusste, dass die Strafe noch nicht vorbei war. „Paul, setz dich auf das Pauschenpferd und beug dich nach vorn.“, forderte ihn der Sportlehrer auf. Paul folgte, setzte sich rittlings auf das Pauschenpferd, klemmte die Beine hinter die Streben des Sportgerätes und legte sich mit dem Oberkörper darauf. Er spürte, wie sich seine Backen spannten und zuckte zusammen, als Herr Starker mit der Tawse probehalber auf seine Backen tippte. Dann holte der Lehrer aus. Mit einem lauten Klatschen landete das feste Leder satt auf seinen herausgestreckten Backen und Paul schrie auf. „Aaah.“ Schon traf ihn der nächste Schlag und er umklammerte verzweifelt das Sportgerät mit den Händen, als ihm der Sportlehrer nun in schnellem Tempo die Tawse über den Hintern fetzte. „Au. Aua. Aaahaa!“, jammerte er immer lauter und presste sein Becken gegen das Pauschenpferd, nachdem ihn die Lederstränge der Tawse mehrmals am Poansatz und auch zwischen die Backen getroffen hatten. Immer mehr rote Striemen, die sich bis hinüber zur Flanke zogen, zeichneten seine schutzlos ausgelieferten Backen und verwandelten sie in ein brennendes Inferno. Er verlor jegliches Zeitgefühl, es gab nur dieses laute Klatschen, das durch den Raum hallte und das Brennen auf seinem Hintern, das immer unerträglicher wurde. So war es nicht verwunderlich, dass er die Aufforderung von Herrn Starker sich zu erheben und seinen Platz an der Wand wieder einzunehmen, nur wie durch einen dichten Nebel wahrnahm. Mit Tränen in den Augen stemmte er sich langsam nach oben und kletterte vorsichtig vom Pauschenpferd. Seinen Hintern reibend, humpelte er hinüber zu Thomas und stellte sich neben ihm auf. „Hände an die Wand, Paul.“, folgte die nächste Ansage von Herrn Starker und er gehorchte nur widerwillig. Nur zu gern hätte er den Schmerz weiter verrieben, doch das musste warten.

Nun war die Reihe an Thomas und er legte sich breitbeinig auf das Pauschenpferd. Ängstlich blickte er hinüber zu Herrn Starker, der sich neben ihm aufstellte und schloss schnell die Augen, als er den ersten Schlag kommen sah. „Jau.“, ertönte sein überraschter Schmerzensschrei. Dann folgte der Nächste und wieder schrie er auf. „Autsch.“ Schlag um Schlag folgte und er kämpfte gegen den Schmerz an. Als das Ende der Lederriemen ihn jedoch zwischen die Backen traf, brüllte er auf und schoss nach oben. „Aaah. Verdammt.“, fluchte er und hielt die Hand auf die pochende Stelle. „Zurück in Position!“, fuhr ihn Herr Starker an. Doch Thomas protestierte: „Aber Herr Starker…“ Doch dieser schnitt ihm das Wort ab und knurrte grimmig. „Beug dich nach vorn oder ich binde dich fest und beginne von vorn!“ Thomas überlegte kurz, gehorchte dann aber. Er rutschte mit dem Hintern etwas nach vorn und presste, wie auch Paul zuvor, sein Becken auf das raue Leder des Pauschenpferds, um sein bestes Stück in Sicherheit zu bringen. Dann umklammerte er das Sportgerät mit beiden Händen und biss die Zähne zusammen, als der Sportlehrer erneut ausholte und die Strafe fortsetzte. Mit den Tränen kämpfend, schaffte er es diesmal in Position zu bleiben. Doch auch sein lautes Klagen mischte sich schnell wieder mit dem unablässigen Klatschen des Leders auf nackter Haut. Unnachgiebig zog ihm Herr Starker die Tawse fest über die Backen, bis auch er seine zwei Dutzend Hiebe erhalten hatte, dann war er entlassen und kroch langsam vom Pauschenpferd. Er schniefte, als er zurück an seinen Platz schlich und lehnte sich erschöpft neben Paul gegen die Wand.

Herr Starker gab ihnen einen kurzen Moment sich zu sammeln, dann forderte er sie auf sich anzuziehen. Langsam stiegen sie in ihre Slips und engen Turnhosen und zogen diese vorsichtig, die Zähne zusammenbeißend, über ihre malträtierten Hinterteile. „Sssah.“, stöhnte Thomas auf und auch Paul verzog schmerzgepeinigt das Gesicht. Mit gesenkten Köpfen standen sie vor ihrem Sportlehrer und warteten darauf endlich gehen zu dürfen. Doch Herr Starker hatte andere Pläne. Um jedem weiteren Streit heute vorzubeugen, wollte er sie auspowern und an ihre Grenzen bringen. „Zehn Runden. Laufschritt. Danach fünfzig Liegestütze. Beide. Jetzt.“ Paul blinzelte kurz ungläubig, sagte aber nichts. Er trainierte regelmäßig, daher glaubte er das Ganze schnell hinter sich bringen zu können. Thomas’ Kiefer jedoch spannte sich, doch auch er nickte. Sie setzten sich in Bewegung, Schuhe klatschten auf den Hallenboden. Anfangs schnell, dann schwerer. Ihr Atem wurde lauter, ihre Schritte ungleichmäßiger. Keiner sprach ein Wort. Der Stoff der Turnhosen rieb unangenehm auf ihren wunden Hinterteilen und der Schweiß brannte zusätzlich. Auch die Liegestütze brannten. Ihre Arme zitterten, Schweiß tropfte auf den Boden. Bei fünfdreißig fluchte Paul leise, Thomas knirschte nur mit den Zähnen und musste zwischendurch mehrmals die Knie absetzen. Herr Starker zählte nicht laut mit. Er schaute einfach zu.

„Genug.“ Beide blieben keuchend sitzen. „Hört mir jetzt gut zu“, sagte Starker. „Das hier war eine Verwarnung. Eine.“ Er ließ den Blick zwischen ihnen hin- und hergehen. „Wenn so etwas noch einmal vorkommt — ein Schlag, ein Tritt, auch nur der Ansatz — dann gehe ich damit direkt zu Direktor Obermaier.“ Der Name hing schwer in der Luft. „Und ihr beide wisst, was das heißt“, fuhr er fort. „Dann kommt ihr nicht so leicht davon. Eine Rohrstockstrafe, Strafdienst, Vermerke in eurer Akte und im schlimmsten Fall eine Verlängerung eurer Zeit hier bei uns. Das volle Programm. Habe ich mich klar ausgedrückt?“

„Ja“, sagte Paul sofort. Auch Thomas nickte. „Ja, Herr Starker.“ Einen Moment schwieg der Sportlehrer, dann atmete er aus. „Gut.“ Er deutete auf sie. „Reicht euch die Hand.“ Paul zögerte kurz, dann stand er auf und streckte sie aus. Thomas tat es ihm gleich. Der Händedruck war fest, etwas unbeholfen. „Tut mir leid“, murmelte Paul. Thomas nickte. „Mir auch.“

„Ab jetzt reißt ihr euch zusammen“, sagte Herr Starker. „Im Unterricht. Beim Sport. Überall.“ Ein letzter, prüfender Blick. „Umziehen. Dann auf die Zimmer.“ Sie gingen Richtung Umkleide, langsamer als vorher. Hinter ihnen blieb die Turnhalle leer zurück — ruhig, fast friedlich. Aber beide wussten: Das hier war keine zweite Chance mehr. Es war die letzte.

Ein Kommentar

  • Robbie

    Puh,
    ja, so persönliche und sportliche Rivalitäten sind schon echt gut nachvollziehbar, finde ich. So ziemlich jeder hatte in seinem Leben wohl schon ein oder mehrere solcher Momente, wo man jemanden ins Gesicht springen möchte.

    Schwierig dann auch auf Anweisung die Hände zu schütteln und sich gegenseitig zu entschuldigen und so zu tun, als ob wieder alles gut wäre. Da hilft eine gemeinsam erhaltene Tracht Prügel wohl schon besser um die Hitzköpfe wieder zu beruhigen und zur Einsicht zu gelangen, dass Konflikte niemals jemanden nützen und es meist beide Beteiligten gleichermaßen negativ trifft.

    Und die Lektion haben die beiden Jungs hier auch sehr unmittelbar und intensiv fühlbar erhalten.

    Ich fand es eben unter diesem Aspekt sehr gut, dass Du diesmal die Jungs nicht hintereinander, sondern gleichzeitig in der Geschichte versohlen ließt. Das hat sicher einen nachdrücklichen Lerneffekt.

    Die Art und Weise für´s Versohlen mit der Hand ist über dem Pauschenpferd natürlich ungewöhnlich.

    Aber das war natürlich nichts gegen die Position, die sie darauf für die Tawse einnehmen mussten. Sehr fies geschrieben, das muss man Dir lassen. Gerade bei so einem mehrteiligen Lederriemen dürfte es kaum zu vermeiden sein, dass die einzelnen Finger der Tawse auch sehr unangenehme Stellen treffen. Umso nachvollziehbarer, dass sich die Jungs etwas ungewöhnlich draufsetzten, um zumindest die wertvollsten Teile so gut es ging zu schützen.

    Alles in allem bis zum Ende für mich eine in jeder Hinsicht, emotional wie sensorisch, eine intensiv mitzufühlende Geschichte.

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